Ein Bekannter von mir ist gerade zum zweiten Mal Vater geworden. Schön, werden Sie jetzt vermutlich denken, aber das ist doch nichts Besonderes. Das stimmt natürlich. Aber in diesem Fall ist es so, dass die erste Tochter bereits 25 ist, mein Bekannter 55 und seine Angetraute zarte 30.
Nun ist das heutzutage keine irritierende Konstellation mehr, aber durchaus ein zu beobachtender Trend, für den es jetzt auch einen Namen gibt: S.o.D – Start over Dad. Sterne-Koch Heinz Winkler geistert beispielsweise gerade aktuell durch die Gazetten. Der 59jährige möchte bei seinem wenige Monate alten Sohn all das nachholen, was er bei seinen erwachsenen Kindern versäumt hat, gibt er freimütig zu. Auch Schlagersänger Karel Gott oder Hollywood-Stars wie Robin Williams oder Clint Eastwood gehören zu dieser Kategorie. Mein Bekannter schwärmt ebenfalls davon, wie schön die späte Vaterschaft sei. Man nehme alles viel intensiver wahr und er habe nun alles hinter sich und sei abgeklärt genug, um wirklich zu verstehen, was Vaterschaft bedeutet.
Das ist zwar alles schön und gut und lobenswert, aber was ist denn eigentlich mit den Kindern, die schon da sind? Das bedeutet doch im Umkehrschluss, dass diese Kinder nicht das bekommen haben, was sie eigentlich gebraucht hätten. Da waren die Herren noch zu beschäftigt, sich im Leben zurecht zu finden und alles zu erleben, was sich ihnen bot. Und dann sind da auch noch die Frauen. Vielleicht ist der Altersunterschied von 20 oder 30 Jahren zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema für sie, die Männer sind jung geblieben und geben sich jugendlich. Aber was wird in zehn, fünfzehn Jahren sein? Werden sie dann immer noch so gesund und vital sein? Oder muss die Frau dann womöglich die Kinder und den Mann pflegen. Denn so sieht es tatsächlich oft aus. Das wird in den Gazetten gern verschwiegen, wenn mal wieder ein Sugar Daddy mit seiner jüngsten Eroberung ankommt. Ein Trend? Mag sein. Aber keiner, der sich auf breiter Ebene durchsetzen sollte. Trotzdem wünsche ich natürlich meinem Bekannten für seine neue Familie alles Glück der Welt.
Ich bin ueber 60 und kann diese junge Frauen, die einen 20 Jahre aelteren Mann heiraten, ganz und gar nicht verstehen. Mein Ex Ehemann war nur etwas ueber 8 Jahre aelter und der Altersunterschied machte sich vom ersten Tag an bemerkbar und belastete mich fortwaehrend. Unsere Freunde waren aelter; seine Einstellungen waren mir 10 Jahre voraus; kurzum, ich fuehlte mich meiner Jugend betrogen. Ausserdem ueberleben laut Lebensversicherung Statistiken die Frauen die Maenner bis zu 7 Jahre, was also heisst, dass Frauen oft noch einige Jahrzehnte allein sein oder einen neuen Partner suchen muessen. Wenn diese betagten Maenner dann auch noch Kinder in die Welt setzen, so ist dies unverantwortlich dem Kind gegenueber, da das Risiko besteht, dass der Vater kaum mehr bis zum Studienalter des Kindes lebt oder in der Erziehung teilnehmen kann. Natuerlich gibt es junge Frauen, die Versorgung und finanzielle Sicherheit suchen, die diese Maenner ihnen nur allzugern bieten.
Lydbel
Da platzt mir aber gleich der Kragen!!!
Mein Partner ist 17 Jahre älter als ich. Seine Kinder sind erwachsen, meine noch eher jünger…
Weder suche ich einen gut betuchten, ältern Herrn, der mich finanziell unterstützt, noch braucht er sich mit einer jüngeren Frau zu schmücken!
Es ist doch einfach keine Altersfrage, wo die Liebe hinfällt. Wenn’s passt, dann passt’s halt!
Eigenartig, bei sogenannten Promis scheint dies kein Kritikpunkt zu sein. Wenn ich den Altersunterschied von Johannes Hesters zu seiner Frau zum Massstab nehme ist meine Zukünftige noch nicht geboren oder liegt gerade in den Windeln. Bei Herrn Müntefering ist dies nicht viel anders. Es hat durchaus Vorteile wenn ein älterer Mann eine sehr viel jüngere Frau heiratet. Die Seele verliebt sich, nicht der materielle Körper. Ich kenne auch einen umgekehrten Fall, ein 45jähriger Mann hat eine 90jährige sehr vitale Frau geheiratet, die Ehe verläuft so weit ich das beurteilen kann sehr glücklich – bis auf die Verwandten beiderseits.