Die Zeiten, als Frauen vor allem hübsch zu sein hatten, sind dank der Emanzipation zum Glück passé. Doch wie hat sie nun zu sein, die Frau im 21. Jahrhunderts?
Karriereorientiert, emanzipiert oder doch lieber devot? Wir haben die gängigsten Rollenklischees untersucht und erklären Ihnen, was daran Mythos oder Wahrheit ist.
Die Karrierefrau
Das Klischee: Sie ist männlicher als mancher Kerl. Eine karrieregeile Tussi, die im Job über Leichen geht. Natürlich eine Rabenmutter.
Diese Frau schreckt schon von Weitem jeden Typen ab: Sie ist immer wie aus dem Ei gepellt, Kostüm oder Hosenanzug, schick, aber kein bisschen sexy. Kein Wunder, dass viele von ihnen Sinlges sind. Muss ja so sein, denn welcher Mann will schon mit so einer Frau zusammen sein?! Sollte sie doch Kinder haben, so gibt sie deren Erziehung und Betreuung bereits im Säuglingsalter in fremde Hände.
Die Wahrheit: Die klassische Powerfrau ist laut Diplom-Psychologin Lisa Fischbach meist ein Energiebündel, eine intelligente Frau, die weiß, was sie will, sich durchsetzen kann und ihr Leben wie ihre Karriere geschickt managt. „Oft gelingt es ihr, Job und Familie miteinander zu vereinbaren und selbst in der wettbewerbsorientierten Männerwelt ganz Frau zu bleiben.“ Frauen haben bildungsmäßig voll aufgeholt. Sie stehen in allen Lebensbereichen ihren Mann, ohne dabei ihre Weiblichkeit aufzugeben. Viele moderne Männer wissen es zu schätzen, eine ebenbürtige Partnerin zu haben, der sie auf Augenhöhe begegnen können.
Die Zicke
Das Klischee: Oberflächliches Modeopfer, das gern einen auf Diva macht und die Drama-Queen raushängen lässt. Dabei ist sie total unlocker und humorlos.
Diese Frau achtet meist sehr auf Äußerlichkeiten und tut gern so, als ob sie eine Traumfrau sei. Wehe, wenn sich ihr aber ein Mann tatsächlich nähert, dann reagiert sie verschnupft. Auf lockere Sprüche kann sie nämlich gar nicht und ist schnell beleidigt. Hier stimmen Schein und Sein nicht überein. Eine Mogelpackung, auf die viele Männer hereinfallen, weil sie vom Äußeren geblendet sind.
Die Wahrheit: Für einige Frauen ist es Fassade, schnippisch, unerreichbar und humorlos zu sein. „Manche genießen dieses Image sogar, wollen sich von Männern hofieren lassen und sie um den Finger wickeln“, so Lisa Fischbach. Manchmal steckt laut Psychologin hinter dieser arrogant wirkenden Fassade und der chronisch genervten Art schlichtweg Unzufriedenheit. Diese Frauen ziehen eine Show ab, weil sie denken, damit könnten sie beim anderen Geschlecht punkten. Natürlich macht es sie nicht zufriedener, weil das langfristig keinen Erfolg bringt. Bisweilen verbirgt sich dahinter lediglich eine modebewusste, karriereorientierte Frau, deren manchmal etwas verbissen wirkender Habitus Männer nicht einordnen können.
Die Emanze
Das Klischee: Unsexy Mannweib. Mit dieser lustfeindlichen Frau muss Mann ständig diskutieren und befürchten, irgendwann entmannt zu werden.
Es geht diesen emanzipierten Kämpferinnen um die totale Gleichmacherei. Natürlich zahlen sie im Restaurant selbst und lassen sich unter keinen Umständen in den Mantel helfen. Auch die Einkäufe schleppen sie lieber allein fünf Treppen hoch. Dabei übersehen sie, dass das Geplänkel zwischen den Geschlechtern bisweilen ganz nett ist.
Die Wahrheit: Der Dogmatismus der anfänglichen Frauenbewegung ist verflogen. „Häufig setzen sich gerade selbstbewusste Frauen für die Gleichberechtigung in allen Lebenslagen ein“, so Lisa Fischbach. „Jahrzehnte nach der Emanzipation sind dafür keine augenfälligen Attribute wie eine lila Latzhose oder kurze Haare mehr notwendig. Frau sein, sich feminin geben ist kein Widerspruch mehr zu einer emanzipierten Haltung.“ Frauen fordern selbstverständlich, in Partnerschaft und Beruf auf gleicher Augenhöhe mit den Männern zu sein. Sie wollen ernst genommen werden und bringen dies auch zum Ausdruck. In vielen Bereichen haben Männer dies inzwischen erkannt und so werden langsam, aber sicher immer mehr Führungspositionen mit Frauen besetzt, die ihre speziellen weiblichen Eigenschaften hier optimal einsetzen können.
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