Das Einzige, worüber ich nicht geschrieben habe, ist, wie man richtig Schluss macht. Was kann man falsch oder richtig machen?
Im Laufe meines Lebens habe ich einige Male eine Beziehung beendet und für mehr als die Hälfte davon schäme ich mich heute.
Am schäbigsten ist es, wenn man feige ist. SMS bilden dabei in unserer Zeit die wohl unpersönlichste, jämmerlichste Art und Weise, eine Beziehung zu beenden. Der Abschluss einer Welt von Gefühlen in 160 Zeichen? Wer daran glaubt, braucht einen Psychiater. Aber Briefe sind eigentlich auch nicht viel mutiger. Da schreibt man dann seinen Kram rein und was der andere zu sagen hat, tut man sich besser gar nicht erst an. Ich finde, da sollte man gleich eine Postkarte schreiben. Spart Porto. Man schreibt in solche Briefe ohnehin nur Versöhnliches. Und wenn die Hälfte der Nettigkeiten wahr gewesen wäre, hätte man zumindest mal angerufen.
E-Mails bilden keine Ausnahme. Sie sind moderner, aber eine Beziehung beenden sollte man auf die altmodische Art und Weise. Anrufen… na ja, das ist leider manchmal die einzige praktikable Möglichkeit Schluss zu machen. Weil der andere gerade nicht da ist. Fernbeziehungen enden meistens so. Generell kann man am Telefon reden und deshalb spricht nichts wirklich dagegen. Reden ist nämlich das, was man beim Schluss machen tut. Der andere fragt immer nach dem "Warum". Man sollte eine Antwort geben und diese auch erklären können. Man sollte aber auch schweigen können. Gerade wenn dieses letzte Treffen den Königsweg nimmt und man sich dem zukünftigen Ex persönlich stellt.
Denn manchmal gibt es ja auch nichts zu sagen. Oder alles, was man sagt, tut nur noch mehr weh. Will man Lügen aus dem Weg gehen, ist Schweigen das Gold. Und Reden nicht mal Silber. Weinen, miteinander schlafen oder eine Folgeverabredung gelten gar nicht erst als Schluss gemacht. So was nennt man gescheiterten Versuch. Nein, man nennt es wahrscheinlich am Abend noch Schluss machen. Aber man wird es garantiert wieder versuchen. Und deshalb zählt es halt nicht. Wie man so was aus dem Weg geht? Knappheit ist der Schlüssel. Klarheit der Weg. Sagt einfache Sätze, setzt zeitliche Grenzen und gebt den ganzen Kram, der bei euch zu Hause rum liegt, sofort zurück. Erwähnt ruhig, dass es auch gute Dinge gab. Aber stellt klar, dass die der Vergangenheit angehören.
Freunde bleiben
Will man befreundet bleiben? Der Satz ist die populärste Ausgeburt der Überflüssigkeit unserer Zeit. Entweder es klappt oder nicht – und was man bei dem letzten Treffen sagt, spielt dabei keine Rolle. Alles in allem ist das natürlich leichter gesagt als getan, aber so ist das ja nun mal mit Liebesdingen. Guter Rat ist billig (gibt's umsonst in Blogs hier bei ElitePartner.de), aber die Umsetzung immer schwer. Ein paar Mal ist es mir gelungen, gut und klar eine Beziehung zu beenden. Das sind die Enden, auf die ich heute ohne Bitterkeit zurück blicken kann. Viele waren es nicht, aber ich empfehle allen, ihren inneren Drang nach Dramatik zu überwinden und es schlicht einfach und fair zu machen. Alles andere fühlt sich bedeutender an und wird im Laufe der Jahre doch peinlicher und peinlicher. Wenn nicht für euch, dann sicher für den Ex.
Schluss machen per SMS, Brief, egal wie: Richtig dreckig finde ich einen Menschen, wenn er/sie die Zeit des Anderen vergeudet. Also, Hauptsache schnell und knapp. Und das mit dem "befreundet bleiben", das entscheidet derjenige, der verlassen wird, nur wenn und ob er Lust darauf hat.
Ich finde, die beste Art eine Beziehung zu beenden, ist immer noch der Brief, auch wenn dieser hier verpönt wird. Ich bezweifle ernsthaft den Sinn von Telefonaten oder – noch schlimmer – persönlichen Gesprächen, um Schluss zu machen. Ich will doch letzten Endes nichts anderes als mich trennen. Da interessiert es mich nicht, was der andere mir darauf zu sagen hat. Meine Entscheidung steht schließlich fest und alles, was der oder die Ex zu sagen hat, prallt doch sowieso unweigerlich von mir ab und ist für meine Entscheidung irrelevant. Ein direkter Kontakt sorgt doch möglicherweise nur dafür, dass sich der/die Getroffene vielleicht unnötig quält, indem er versucht, durch Eklärungen, Besserungsvorschläge oder Weinen noch irgendwas zu retten. Ein klarer Bruch sollte es auf jeden Fall sein. Aber man muss auch Erklärungen geben können. Und zwar keine Lügen oder Verschleierungen, sondern das, was einen wirklich zu dieser Entscheidung getrieben hat. Beim Brief bin ich nicht an die 160 Zeichen einer sms gebunden und gebe dem ganzen doch noch eine persönliche Note, während eine Email deutlich macht, wie unwichtig einem die Trennung ist – und wohl auch die Beziehung gewesen sein muss. Ein Brief kann den/die Ex mit Erklärungen versorgen, er ist aber nicht gezwungen, sie sich durchzulesen oder anzuhören. Man gibt ihm/ihr sogar die Möglichkeit, sich zu rächen und den Brief wegzuschmeißen, zu verbrennen, oder was man sonst alles mit totem Holz anstellen kann
Eine Trennung sollte in jedem Fall persönlich sein, endgültig und ehrlich. Zumindest das hat der/die Ex verdient. Man selbst schließlich auch
@ andreas
bist du dann auch über briefchen mit deiner ex zusammen gekommen? à la "willst du mit mir gehen? bitte ankreuzen ja O vielleicht O kannste sowas von knicken O"