ElitePartner Magazin
Kategorie | frisch-verliebt


Retro-Trend: Zurück zum Herd
Retro-Trend: Zurück zum Herd (Kategorie: frisch-verliebt)
Karrierefrauen verabschieden sich von ihrer Karriere und werden Hausfrau und Mutter. Diesen Trend beobachten Soziologen zurzeit in den USA. Die Entwicklung macht auch vor Europa keinen Halt. Was das mit der Wirtschaftskrise zu tun hat, lesen Sie hier.

Nur die Liebe zählt

Der harte Kampf für Gleichberechtigung – umsonst? "Der Rückzug ins Private sowie das erhöhte Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit als Gegenreaktion auf die beängstigende Wirtschaftskrise, fördert den Familiengedanken und gibt traditionellen Werten Vorschub", erklärt Psychologin Lisa Fischbach. Klar: In Krisenzeiten spielen soziale Bindungen eine große Rolle. "Die ständigen Nachrichten von Insolvenzen und Massenentlassungen lassen uns reflektieren, welche Werte im Leben wirklich wichtig und von Dauer sind", so die Paarberaterin. Natürlich steht die Familie als Hort der Innigkeit und des Zusammenhalts dabei ganz oben auf der Liste. Lisa Fischbach: "Partnerschaft, ein Zuhause, enge menschliche Beziehungen gewinnen dadurch an Bedeutung, weil sie das gesteigerte Nähe- und Sicherheitsbedürfnis in Krisenzeiten auffangen." So weit, so gut.
Aber ist es wirklich das, was Frauen wollen? "Frauen haben über Jahrzehnte für Gleichberechtigung gekämpft", so Lisa Fischbach. "In vielen Bereichen sind die Ungleichbehandlungen zwischen Männern und Frauen allmählich aufgehoben und frau hat nahezu gleiche Rechte und Chancen." Doch mit der weiblichen Selbstbestimmung hinsichtlich des Berufs ist es letztendlich doch nicht so weit her: Noch immer ist es nämlich eine Gratwanderung, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Noch immer leben die meisten Paare in der "klassischen" Konstellation, in der er der Hauptverdiener ist, sie nach dem ersten Kind meist mit weniger Stunden wieder einsteigt. Wenn überhaupt.

Ein Schritt zurück

"Lange Zeit wurde von einer modernen Frau verlangt, grundsätzlich gegen das einengende tradierte System zu sein und die Energie in die Entfaltung ihrer Individualität zu investieren", erklärt die Psychologin. Warum jetzt also die Kehrtwende? Ok, ein Grund mag sein, dass Frauen noch immer schlechter bezahlt werden als Männer. Warum dann also überhaupt arbeiten, wenn es mit Elterngeld und den Steuervorteilen des Mannes auch geht? Außerdem: "Heute haben viele Frauen diesen Beweis nicht mehr nötig und können sich selbstbewusst für eine Rolle als Mutter und Hausfrau entscheiden, ohne damit gleich die Emanzipation zu verraten."
Doch diese Argumentation ist heikel, denn nun werden auch wieder die traditionellen Werte und uralten Argumente ins Feld geführt: Dass die Kinder die Mutter in den ersten Jahren doch so sehr brauchen und Fremdbetreuung (eine in der Tierwelt und bei Naturvölkern übrigens lang erprobte, erfolgreiche Praxis) schlecht sei. Dass die Frau dem Mann für die Karriere gern den Rücken frei halte und durchaus ihre Erfüllung im Hausfrauendasein erfahre.
Das alles mag ja auf Einzelfälle zutreffen, aber es diskreditiert die vielen gut ausgebildeten und klugen Frauen, die ihre Talente und Leidenschaften eben auch gern jenseits von Windeln und Wohnzimmerdekorationen einsetzen möchten. Immer wieder tun wir so aufgeklärt. Doch wenn es ans Eingemachte geht, berufen wir uns schnell wieder auf eher reaktionäre Werte. "In einer Atmosphäre der Unsicherheit nimmt die Sehnsucht nach einer verlässlichen Partnerschaft zu", sagt Lisa Fischbach. Und so liegt es für viele Frauen näher, den Job aufzugeben, wenn sie weniger verdient als er.

Beziehungen sind keine Rentenversicherung

Die Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt, sinkende Gehälter, Kurzarbeit, Einstellungsstopp und der latent herrschende Druck. Positionen sind nicht mehr sicher und so stellt sich die Frage nach dem Wert der Arbeit an sich und für die eigene Selbstverwirklichung. Psychologin Lisa Fischbach: "Bei solchen Bedingungen sehen sich viele nach der Babypause vor der Entscheidung, ob ein schneller Wiedereinstieg in den Job zu mehr Stress als Gewinn führt und ein Engagement in Familie und bei den Kindern angebrachter wäre."
Nachvollziehbar. Andererseits: Warum gibt es keine attraktiven Angebote der Arbeitgeber, Teilzeitmodelle, Home Offices oder flexible Arbeitszeiten, die beiden Elternteilen eine Karriere ermöglichen? Schließlich ist es wichtig, dass auch Frauen sich eine Existenzgrundlage schaffen. Lisa Fischbach: "Beziehungen halten in der Regel nicht mehr ein Leben lang und sind somit keine Rentenversicherung. Nach einer Trennung sind meist Frauen finanziell schlechter gestellt, vor allem als Alleinerziehende. Finanzielle Unabhängigkeit sollte bei aller Sehnsucht nach heiler Welt nicht völlig aus dem Blick verloren gehen." Wollen die Frauen wirklich zurück an den Herd?
Wollen Männer wirklich solche Frauen? Bleibt zu hoffen, dass die Krise schnell vorübergeht, damit solche Trends schnellstens überholt werden.

Diese Artikel können Sie auch interessieren:

>> Test: Wie gut ist Ihre Intuition?
>> Liebe in Zeiten der Wirtschaftskrise
>> Finanzkrise als Chance für die Liebe?
>> Warum Frauen auf Reiche Männer stehen
>> Die Patchworkfamilie


Ältere Beiträge
/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

Zur Kategorie frisch-verliebt
Zur Magazin Startseite


3 Antworten zu “Retro-Trend: Zurück zum Herd”

  • Constanze sagt:

    3 Kommentare (älteste zuerst)Ich vermute und hoffe mal, daß dieser Trend zunächst erst einmal ein "Nachholen" von Zeit für Familie, Partner und Kind ist. In Zeiten großer beruflicher Herausforderungen und eines großen Arbeitspensum ist man vermutlich weniger geneigt, Kinder in die Welt zu setzen. Ein Abflauen des stressigen Arbeitspensums sehe ich zunächst erst einmal als angenehmes Korrektiv. Wenn sich die Wirtschaft in ein paar Monaten erholt hat und die Frauen und Männer zuhause alle liegengebliebenen Arbeiten erledigt haben, werden sie vielleicht wieder verstärkt Lust auf Herausforderungen haben. Insofern ist das alles normal und berechtigt nicht zur Sorge.

  • Paul sagt:

    Es wäre schön, wenn sich der Trend wieder zum normalen hin ändert und Frau wieder erkennt, dass Geld und Job eben nicht alles ist und Kinder nicht mal so eben mit 40 als Notlösung "passieren". Leider muss man sich als Mann harte Kritik anhören, wenn man über solche Themen klare Worte spricht.

  • Bibelfresserin sagt:

    @Paul: Wenn das "Normale" für die Frau Kinder, Küche, Kirche sein soll, na, dann willkommen im 19. Jahrhundert! Bloß keine Änderungen in der Gesellschaft und im Arbeitsleben, die die Männer dazu zwingen würden, alte Privilegien (wie bessere Bezahlung und einen Zuschnitt der Jobs auf männliche Erwerbsbiographien) wenigstens teilweise aufzugeben! Und was ist das denn für ein Zerrbild von Frau oder Partnerschaft, in dem "Kinder mit 40 als Notlösung ‘passieren’"? Ich jedenfalls kenne keine beruflich erfolgreiche Frau, die mit Müh und Not noch "rechtzeitig" die Kurve bekommen hat, die darüber froh gewesen wäre, dass sie davor immer diese Gratwanderung zwischen wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Kinderwunsch betreiben musste! Und nach der letzten Unterhaltsrechtsreform wird bei einer gescheiterten Ehe eine frühe Entscheidung für Kinder und Familie und gegen eine wenigstens partielle finanzielle Eigenständigkeit für manche vollends zum Armutsrisiko.
    Interessant ist aber auch eine andere beobachtbare Tendenz, nämlich dass in Krisenzeiten mit Männermangel – also z.B. Nachkriegszeiten – Frauen oft Männerberufe und -domänen erobern, dann aber allmählich wieder zurückgedrängt werden, wenn es wieder mehr männliche Arbeitskräfte gibt. Frau kann sich da des Eindrucks nicht erwehren, in der Arbeitswelt doch gelegentlich immer noch nur als Lückenbüßerin und Stellvertreterin für einen "echten" Mann (als "vollwertige Arbeitskraft") wahrgenommen zu werden… Prinzipiell finde ich es gut, wenn die Strukturen so wären, dass – mit oder ohne wirtschaftliche Krise – nicht nur Mütter, sondern auch Väter ihren Arbeitsalltag so organisieren könnten, dass sie Beruf und Familie besser koordinieren könnten. Kinder brauchen nämlich – großes Geheimnis (?) – eigentlich beide Eltern und sollten für manche Väter nicht lediglich den Stellenwert eines Hobbies haben…