Wenn es um Flirtverhinderung geht, sind sich die meisten Singles einig und sagen, sie seien zu schüchtern und die Andere sollte den ersten Schritt wagen. Eine Strategie, die nur aufgeht, wenn die anderen über ihren Schatten springen. Ein Plädoyer für mehr Mut.
Wer eine neue Partnerschaft sucht, muss Mut aufbringen: Sich auf eine neue Frau einzulassen bedeutet, offen sein für neue, fremde Erfahrungen, für neue Konflikte, neue Revierkämpfe und neue Kompromisse. Neu bedeutet Veränderung, die bei jedem selbst beginnt. Einfacher wäre es, die Welt um uns herum würde sich nach unseren Wünschen hin ändern, aber das ist nun mal nicht so.
Wo Mut benötigt wird, stehen uns Ängste im Wege. Dies ist ebenso normal wie menschlich. Wer hat nicht bereits einen Flirt verpasst, weil man sich nicht traute den Blick zu halten, geschweige denn zurück zu lächeln? Wer verbarg seine Hoffnungen nicht schon einmal mit der Ausrede, dass die attraktive Frau am Ende des Tresens „schließlich die ganze Zeit einer anderen Frau hinterher gesehen hat“?
Auch im Internet verhindert die Furcht vor einer Zurückweisung oder einem Korb die Kontaktaufnahme, obwohl diese eigentlich ohne Hürde vonstatten gehen könnte und im Gegensatz zur Kneipen-Situation immer eine Sicherheit, ein kleinster gemeinsamer Nenner zwischen allen Anwesenden besteht: Alle sind Single und suchen eine Beziehung. Auf die Ausnahmen kommen wir gleich zu sprechen! Das lässt sich am Tresen nicht feststellen, ebenso wenig seine Interessen, sein Musikgeschmack oder ob man auf einer ähnlichen Wellenlänge liegt. Ein geringes Risiko, sollte man meinen, dennoch lassen sich viele Frauen lieber suchen als finden.
„Auf keinen Fall schreibe ich zuerst“, beschreibt Antonia aus München ihre Strategie. „Schließlich weiß ich, dass sie wirklich Interesse hat, wenn sie mich zuerst kontaktiert.“ Antonia sieht die Überwindung, den ersten Schritt zu unternehmen, bereits als Signal von Verbindlichkeit. Wer diese Hürde nimmt, hat sich bereits qualifiziert – doch worin eigentlich genau? In Antonias Wahrnehmung ist der erste Schritt eine gewaltige Herausforderung, der sich nur ernsthaft Partnersuchende stellen. Das stimmt – jedoch nur für Frauen wie Antonia. Wer die Erfahrung gemacht hat, dass Frechheit siegt und wer zuerst kommt, über die größte Auswahl verfügen kann, schmunzelt über solche vorgeblichen Liebesbeweise. Manche lernt sogar, diese Mechanik zum eigenen Vorteil zu nutzen. Und damit kommen wir zu den oben angesprochenen Ausnahmen. Franziska aus Berlin geht so vor: „Wer in seinem Profil schreibt: Suche nicht, lasse mich finden! Fällt unbedingt in mein Beuteraster. Ich suche mir Frauen, die mir schon dankbar sind, wenn sie angeschrieben werden. Das ist Erfolg versprechender.“
Wenn es nicht am (fehlenden) Mut liegt, den ersten Schritt zu unternehmen oder einer (vorgeblichen) Suchstrategie, prallt gelegentlich auch einfach unterschiedliches Flirt-Tempo aufeinander. Die eine sucht zunächst den Überblick, bevor sie sich für eine Kandidatin entscheidet, die andere reagiert spontan und sammelt Dates. Welcher Weg der individuell passende ist, kann nur jede Frau für sich entscheiden, denn: Keiner ist ganz falsch oder völlig richtig. Wer jedoch immer wartet, kann nur aussortieren. Und wer den ersten Schritt wagt, kann auswählen. Oder wie es in einem alten Song heißt: „Wenn du scharf bist, musst du rangehen!“ Also los, die Damen!
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