Angst vor dem ersten Schritt? Mit ein paar einfachen Regeln können Sie diese austricksen.
Verhaltensforscher haben viel Licht in die Phänomenologie und Psychodynamik des Flirts gebracht. Wer einige "Grundlagen" berücksichtigt, hat mehr vom Flirt.
Eine geradezu klassische Methode der Verhaltensforschung ist die Beobachtung. Auch dem Flirtgeschehen näherten sich verschiedene Wissenschaftler mit dieser Methode. Entsprechende Projekte sahen dann meistens so aus, dass Forscherinnen und Forscher die Erlebnisgastronomie aufsuchten und Singles und Liierte beim Flirten beobachteten. Die Ergebnisse wurden dann in Tabellen eingetragen und ausgewertet. (Sie sehen, es gibt auch wirklich interessante Forschungsfelder der Psychologie.)
So kam man unter anderem den "professionellen Flirten" auf die Spur und besonders – den wirkungsvollen Methoden, die sie bewusst und unbewusst einsetzen.
Im Folgenden möchte ich einige Vorgehensweisen und Zusammenhänge beschreiben, über die Sie einmal reflektieren können. Sie eignen sich auch zur Nachahmung. Auch aufgrund von eigenen "Forschungsprojekten im freien Feld" kann ich diese Methoden nur empfehlen. Sie sorgen tatsächlich für einen "überwiegenden" Erfolg beim Flirt. Eine Garantie gibt es natürlich nie.
Nun denn, los geht's: Flirtliebhaber, die im Durchschnitt öfter anregende Begegnungen im Alltag erleben, nähern sich ihren späteren Gesprächspartnern meistens von "der Seite" an, etwa im einem Winkel von 90 Grad. Dadurch wirken sie nicht so forsch und aufdringlich.
Der erste Spruch ist in der Regel sehr "einfach" gestrickt, eigentlich unscheinbar. Flirts beginnen meistens als Small Talk ("Na, wie geht's?", "Hi, was trinkst Du denn da?").
Professionelle Flirter achten sehr genau auf die Gestik und Mimik des Gegenübers, sobald sie mit ihm verbal in Kontakt treten. Sie sind sich anscheinend darüber bewusst, dass Körpersprache ehrlicher ist als das gesprochene Wort; sie bildet gewissermaßen das emotionale Innenleben des Anderen ab. Kommt es einmal zu "Abfuhren", fallen diese nicht allzu sehr ins Gewicht. Schnell orientiert man sich neu. Ohnehin ist das sogenannte "Schrotschuss-Prinzip" augenscheinlich. Und es ist auch sinnvoll. Je mehr Menschen angesprochen werden, desto höher die Flirtwahrscheinlichkeit. Und: Es ist statistisch gesehen unmöglich, immer ein Korb zu bekommen.
Interessantes kam in Hinsicht auf die Körpersprache von Professionals heraus. Sie passen ihre Körperbewegungen zeitversetzt und behutsam der Körpersprache ihres Gesprächspartners an. Dies führt überwiegend auch zu einem emotionalen "Gleichklang", der immer auch die Sympathie "mit im Gepäck" hat.
Kommt es zu einem Gespräch, sucht man gewöhnlich nach Gemeinsamkeiten, denn die verbinden bekanntermaßen.
Eine weitere Auffälligkeit tauchte überdurchschnittlich auf: Häufig gaben Flirtliebhaber den zeitlichen Rahmen vor. Klingt komisch, ich weiß. Aber anscheinend wirkt es auf den Anderen motivierend, wenn es heißt: "Ich muss später noch woanders hin." Wer entsprechend den "Spieß" umdreht, kann den Gesprächspartner anspornen – falls dieser Interesse verspürt.