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Prestige beim Zählen der Sex-Partner
Prestige beim Zählen der Sex-Partner (Kategorie: Sexualitätsblog)
Hand aufs Herz - wieviele Sexualpartner hatten Sie? Die wenigsten beantworten die Frage ehrlich.

Immer wieder zu Weihnachten, wenn die Stresskurve gefährlich nach oben steigt, lenke ich mich gerne durch kurzweilige und überflüssige, wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse ab. Das entspannt. So auch diese jüngste Entdeckung zum Thema unterschiedliche Selbsteinschätzung von Männern und Frauen.

Ein Psychologie-Professor von der Universität Alberta hat sich mal wieder mit der Frage beschäftigt, wie Männer und Frauen sich selbst einschätzen, wenn es um die Zahl vergangener Sexualpartner geht. Er hatte dabei die Ausgangshypothese, dass es signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern geben würde und dass diese Unterschiede durch die Art und Weise der Selbstwahrnehmung vor dem Hintergrund unterschiedlicher Geschlechterrollen zu erklären seien. Natürlich gab ihm das Ergebnis recht: Männer hatten im Durchschnitt über zwölf, Frauen im Schnitt nur über sechs vergangene Lover zu berichten. Das ist natürlich insofern interessant, als das sich die Frage stellt, ob es stimmt, dass so viele Männer herum laufen, die tatsächlich den Status eines American Gigolo aufzuweisen haben – oder ob sie einfach nur Angeber vor dem Herrn sind.

Die Probanden wurden nach Abschluss der Studie befragt, wie sie denn überhaupt auf diese Zahlen gekommen seien. Und hier ist dann doch ein ganz interessantes Ergebnis zu vermelden. Die Männer hatten gar nicht richtig nachgedacht, sondern waren von einer groben Schätzung ausgegangen, während die Frauen länger brauchten und auch genauer überlegt hatten, wer denn nun genau zu diesem auserlesenen Kreis gehörte. Trotzdem blieb es unklar, wie die Männer auf eine doch so hohe Zahl kamen, denn es stellte sich bei der Überprüfung heraus, dass sie sich auf jeden Fall hoch überschätzt hatten.
Aufklärung brachte dann – wie so oft – eine andere Studie zweier Wissenschaftlerkollegen (Peter K. Jonason und Terri D. Fisher von der Mexico State University, USA). Diese hatten zunächst ebenfalls herausgefunden, dass Männer dazu neigen, sich bei der Angabe ihrer verflossenen Partner weit zu überschätzen. Aber nun wurde der Ursache genauer auf den Grund gegangen. Und was war das Ergebnis?
Meiner Meinung nach nicht besonders überraschend, denn es ergab sich wieder einmal eine Bestätigung landläufiger Vorurteile: Die so genannte Mediator-Variable, also das Kriterium, das in der Untersuchung für den signifikanten Unterschied zwischen Männern und Frauen verantwortlich gemacht werden konnte, lautete: Prestige-Denken. Männern ist ihr Status wichtiger als Frauen, und eben dieser Status erhöhte sich subjektiv für sie mit einer steigenden Anzahl von Sexpartnern. Überhaupt war auch insgesamt das Thema "Anzahl Sexpartner" für sie wichtiger, als für die Frauen.
Man kann also beruhigt sagen, dass alles beim Alten geblieben ist zwischen den Geschlechtern.


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Eine Antwort zu “Prestige beim Zählen der Sex-Partner”

  • Rainer sagt:

    Eine sexuell sehr aktive Schulfreundin, an die ich auch sehr angenehme Erinnerungen habe, hat mir schon als Teenager geraten, im persönlichen Adressbuch (so etwas gibt es heute mit Twitter und Facebook wohl kaum noch) ein Kreuz vor jeder eingetragenen Person, mit der man Sex hatte, zu setzen, damit man später den Überblick behält. So kann man (meist) schöne Erinnerungen pflegen und bleibt auch bei der Wahrheit.