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Philophiler Agnostizismus oder – was soll das Ganze?
Philophiler Agnostizismus oder – was soll das Ganze? (Kategorie: Liebesblog)
Glauben Sie, dass es "die Liebe" gibt? Dann definieren Sie sie doch bitte mal kurz!

Ein sperriges Thema, ein großes Wort oder wie ich neulich las "ein unordentliches Gefühl" – Liebe! Vermutlich ist es das, unordentlich. Die Hirnforschung bietet uns eher unromantische Befunde, die der Kabarettist Dieter Nuhr in dem Satz zusammenfasste: "Für das Gehirn ist Liebe so was wie Pinkeln."

Bloß: Wer will das denn wissen? Eben! Die zwei frisch Verliebten auf der Parkbank sicher nicht. Sie erleben Liebe als etwas Schicksalhaftes, Magisches, das vielleicht sogar über sie selbst hinausreicht. Und eventuell ist Liebe ja auch mehr als nur ein Gefühl unter vielen? Etliche spirituelle oder religiöse Menschen würden dies sicherlich behaupten, da sie Liebe als göttliches Prinzip oder Ideal verstehen, etwas Numinoses, das jenseits des Konkreten existiert. Die Wortschöpfung Philophilie müsste man mit "Liebe zur Liebe" übersetzen und hätte ich die Neigung, mich in selbst entworfene Motto-Textilien zu werfen, dann wäre in meinem Falle der an eine alte Zigaretten-Werbung erinnernde Slogan: "Ich liebe gern", sicher passend. Mit zehn Jahren habe ich die Fährte mit Erich Fromms Klassiker "Die Kunst des Liebens" aufgenommen und folge ihr seitdem, inzwischen sogar auf professioneller Basis als Therapeut, Paarberater, Single-Coach und nun auch als Blogger. Trotzdem halte ich es für wahrscheinlicher, dass mein stark "rechtsdrehender" Ethiklehrer der Sekundarstufe I ein unzulänglich getarnter Flüchtling von Alpha Centauri B war, als dass ich im Rahmen dieser Unternehmung nach Jahrhunderten Dichtung, Forschung und gefühlten zehntausend geschmacklosen "Liebe ist…"-Aufklebern meiner Kindheit, quasi im Handstreich, das Phänomen Liebe dingfest mache. Glauben Sie, dass es "die Liebe" gibt? Dann definieren Sie sie doch bitte mal kurz! Nur so zum Spaß. Sollte Ihnen das nicht aus dem Stand gelingen, dann geht es Ihnen wie einem Agnostiker, der an Gott glaubt. Er spürt: "Da ist was", aber er bekommt es einfach nicht zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Also das klägliche Scheitern als Gewissheit vor Augen, hoffe ich auf eine gleichfalls philophile Leserschaft, die sich mit mir am Kopf kratzt, ans Herz greift und produktiv streitet, um ihm zumindest auf die Spur zu kommen, diesem seltsamen Phänomen irgendwo zwischen göttlichem Wirken und…Wasserlassen.


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2 Antworten zu “Philophiler Agnostizismus oder – was soll das Ganze?

  • Claudia sagt:

    1 Kommentare (älteste zuerst)Also ich gehöre auf jeden Fall zu den Menschen, die etwas Mystisches in der Liebe sehen, das wir eben nicht wirklich in Worte fassen und verstehen können. Wenn es wahr ist, was einige Physiker sagen, dass wir erst 5% des Universums verstanden haben, wüsste ich auch nicht, wie wir das anstellen sollten.
    Liebe ist für mich der Klebstoff, der das ganze Universum zusammenhält und sehr viele verschiedene Formen annehmen kann; eigentlich ist jeder Zusammenschluss von Menschen eine Form von Liebe. Okay, bei manchen Vereinssitzungen merkt man das nicht so, aber im Grunde ist Liebe immer der Hintergrund.
    Claudia

  • Nicole sagt:

    ll schöne geschichte, autor/in ist mir leider nicht bekannt ll

    Eines Tages entschloß sich der Wahnsinn, seine Freunde zu einer Party einzuladen.
    Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu spielen.
    “Verstecken? Was ist das?” fragte die Unwissenheit.
    “Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich und wird dann gesucht, “erklärte die Schlauheit.
    Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit.
    Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit zu zählen.
    Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck.
    Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie.
    Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet.
    Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los.
    Die Verzweiflung auch, denn sie wußte nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken.
    “…98,99,100!” zählte der Wahnsinn. “Ich komme euch jetzt suchen!”
    Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck.
    Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern nicht überhören.
    Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da.
    Doch dann fragte die Skepsis: “Wo ist denn die Liebe?”
    Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen.
    Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenbogen und auf den Bäumen.
    Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens.
    Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe.
    Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst.
    Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu
    begleiten und ihre Sehkraft zu werden.
    Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich.
    Seitdem ist die Liebe blind und wird vom Wahnsinn begleitet.