x
ElitePartner Magazin
Ich akzeptiere die AGB und
Datenschutzbestimmungen
Kategorie | Psychologie
content_trenner
continue icon
Persönlichkeit
Persönlichkeit (Kategorie: Psychologie)
Hauptbild
Die eigene Persönlichkeit wird durch viele Eigenschaften geprägt. Erfahren Sie hier, welche das sind.

Nähe und Distanz

Freiheitswunsch und Bindungssehnsucht – lassen sich diese Bedürfnisse in einer Beziehung vereinbaren?

Jeder möchte einerseits seine Individualität entfalten und sich andererseits geborgen fühlen. Diese Bedürfnisse auszubalancieren, gehört zu den entscheidendsten Momenten in einer Beziehung.

Natürlich gibt es in jeder Partnerschaft große Unterschiede im Ausprägungsgrad: Manche legen großen Wert auf Autonomie, andere wiederum wünschen sich eine sehr enge Beziehung zum Partner. Der Grundstein für unseren Umgang mit Nähe und Distanz wurde schon früh – in unserer Herkunftsfamilie – gelegt; dort übernehmen wir bestimmte Verhaltensmuster. Kinder, die sich von ihren Eltern abnabeln, erfahren, dass dies entweder mit Stolz angenommen wird, oder dass dem mit Ambivalenz und in der Folge davon Verunsicherung für das Kind begegnet wird. Solch negative Erfahrungen können sich problematisch auf spätere Beziehungen auswirken. Die entscheidenden Faktoren für die Qualität einer Partnerschaft sind eine von beiden Seiten als gelungen empfundene Regulierung von Nähe und Distanz sowie die Art und Weise, wie ein Paar mit dem Thema Selbstständigkeit umgeht. Ganz wichtig: Beide müssen das Gefühl haben, vom jeweils Anderen mit ihren individuellen Nähe- und Distanzwünschen respektiert zu werden. Gelingt dies nicht, schleichen sich Konflikte und die Gefahr einer Trennung ein. Viele Menschen suchen aufgrund früher Bindungsprobleme einen Partner, der ihnen das geben soll, was sie in sich selbst nicht finden können. Am Anfang einer Beziehung mag dies gut gehen, nach einer Weile aber kann sich gegenseitige Abwertung einstellen – Psychologen sprechen von einer "Kollusion". Extreme Gegensätze sollten daher eher nicht zusammenkommen, aber auch völlige Gleichheit in diesem Bereich ist nicht erstrebenswert, denn hier fehlt die Spannung in der Beziehung.

Autarkie und Versorgung

Wenn der Wunsch nach Unabhängigkeit und Versorgung bei den Partnern unterschiedlich ausgeprägt ist, kann es zu Konflikten kommen.

Geben und Nehmen sind von zentraler Bedeutung für das Gelingen und die Qualität einer Beziehung. Oft prallen dabei zwei konträre Wünsche aufeinander: Ein Partner möchte versorgt werden und sich geborgen fühlen. Der andere möchte lieber unabhängig sein und alles für sich allein regeln. Hier ist es wichtig, die Balance zu finden.
Zwei extreme Positionen stehen sich gegenüber: Menschen mit einem übertriebenen Versorgungswunsch, die sich eher ängstlich anklammern oder sehr fordernd sind. Und Einzelgänger, die alles mit sich selbst ausmachen und jegliche Bedürftigkeit von sich weisen.
Der Psychologe David Buss untersuchte den Versorgungsaspekt innerhalb einer Partnerschaft vor dem Hintergrund evolutionstheoretischer Überlegungen. Selbst im 21. Jahrhundert, so fand er heraus, schauen die meisten Frauen noch immer auf den Status eines Mannes, um eine gewisse Sicherheit für sich selbst und die Versorgung des Nachwuchses zu gewährleisten. Dies tun sogar viele Frauen, die über das gebärfähige Alter längst hinaus sind. Männer dagegen achten meist auf das Äußere und ob eine Frau ihnen unbewusst vermittelt, gesunde Kinder gebären zu können.
Die Sozialpsychologin Elaine Walster spricht sich in ihrer "Equity-Theorie" für eine faire Verteilung zwischen den Partnern aus. In einer glücklichen Beziehung sollte das gegenseitige Geben und Nehmen ausgeglichen und für beide zufrieden stellend sein. Wenn zwei unabhängige Charaktere sich in der Beziehung gleichermaßen wohl fühlen, steht ihrer gemeinsamen Zukunft nichts im Wege.

Dominanz und Unterordnung

In einer Beziehung bergen Macht und Kontrolle großes Konfliktpotenzial. Eine gesunde Balance ist dabei wichtig.

Menschen, die gern Kontrolle ausüben und dominant auftreten, sind meist eher besitzergreifend. Andere dagegen halten sich eher zurück, wenn es darum geht, Initiative zu zeigen. Ihnen ist das "Nein-Sagen" vielleicht zu anstrengend oder sie haben Angst vor den Konsequenzen. Sie ordnen sich deshalb lieber unter. In diesem Bereich können vor allem dann Probleme entstehen, wenn sich die Partner unbewusst ihr genaues Gegenstück aussuchen. Wenn jemand das Verhalten seines Partners immer wieder als sehr dominant empfindet, kann es daran liegen, dass er sich aufgrund seiner Persönlichkeit in der untergeordneten Rolle sieht und sich damit ausgeliefert fühlt. Aber gerade dieses wehrlose Verhalten fordert den Anderen oft zu seinem dominanten Verhalten heraus, provoziert es gerade. Durch dieses besondere Beziehungsmuster landen die Partner in einem sich gegenseitig verstärkenden Wechselspiel, das vielleicht am Anfang einer Beziehung funktioniert. Mit der Zeit werden sich aber beide Seiten immer mehr verausgaben und erschöpfen.

Insbesondere sehr besitzergreifende Männer haben ein hohes Risiko, durch ihr Verhalten in einer längerfristigen Beziehung zu scheitern. Dies belegte der deutsche Psychologe Dr. Rainer Banse in einem aktuellen Forschungsprojekt. Aber auch wenn sich zwei Partner in ihrem Verhalten zu sehr ähneln, kommt es zu Konflikten. Dies gilt besonders, wenn zwei sehr dominante Menschen aufeinander treffen. Optimal für eine funktionierende Partnerschaft ist ein gesunder Abstand, so dass keiner der beiden Partner das Gefühl hat, vom anderen dominiert zu werden oder sich sklavisch unterzuordnen.

Weitere Persönlichkeitsdimensionen

Schicksals- und Wachstumserwartung

Verhalten und Fähigkeiten

Interessen und Motive

print icon

Ältere Beiträge
   Zur Kategorie Psychologie
   Zur Magazin Startseite