Sicher ist: Damit es in der Liebe funktioniert, müssen gewisse Dinge einfach stimmen. Dennoch ist es ein Trugschluss, dass zwei Menschen in allen Dingen perfekt übereinstimmen müssen. Die Mischung macht's.
Es gibt Grundbedürfnisse, die für das Gelingen einer Beziehung wichtig sind. Dazu gehören etwa die Gegensatzpaare Nähe – Distanz, Dominanz – Anpassung, Beständigkeit – Veränderung sowie Autarkie – Versorgung. Deshalb fragt der Persönlichkeitstest von ElitePartner die jeweilige Ausprägung ab. "Menschen sind mit ihrer Beziehung zufriedener, wenn sie in diesen Dingen gut harmonieren", erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. So wählen beispielsweise dominante Personen eher einen Partner, der weniger dominant ist, während beim Nähebedürfnis eine ähnliche Wellenlänge besser ist.
Ungesunder Abstand
Es muss nicht immer deckungsgleich sein: Manchmal ist Gegensatz Trumpf. Allerdings darf dieser nicht zu groß sein, warnt Lisa Fischbach: "Sind die Partner zu weit voneinander entfernt, nehmen sie verschiedene Rollen in einer Partnerschaft ein und verstärken sich dabei in ihren Eigenschaften. Was wir zuvor als positive Stärke am Partner erlebt haben, empfinden wir nun als Schwäche oder sogar als Makel." Dass Paare in ihren Grundbedürfnissen miteinander harmonieren ist elementar. Schließlich gibt es darin wenig Verhandlungsspielraum, denn sie lassen sich bei aller Liebe und trotz gegenteiliger Beteuerungen nicht einfach verändern. Es gehört laut Paar-Therapeutin Lisa Fischbach zur Natur von Grundbedürfnissen, dass sie ausgelebt und befriedigt werden. Sonst sind Frustrationen und belastende Unzufriedenheit die Folge. Silvia (31) findet Hobbys und Musikgeschmack wichtig. Doch diese Bereiche führen eher selten zum Scheitern einer Beziehung. Außerdem können derartige Unterschiedlichkeiten laut Lisa Fischbach durch eine gute Beziehungskompetenz bewältigt werden. Aber auch Humor und intellektueller Austausch ist Silvia wichtig und da gibt die Psychologin ihr Recht. "Die Übereinstimmung in punkto Wertvorstellungen, Lebensziele, Interessen, Bildungshintergrund, aber auch der soziale Status sind von Vorteil. Das Miteinander funktioniert harmonischer, reibungsärmer. Weniger Kompromisse und Diskussionen sind nötig, wenn sich beide Partner in diesen Aspekten ähnlich sind."
Gleich und doch verschieden
Vielen Experten zufolge ist das Ähnlichkeitsprinzip zwar förderlicher für eine Beziehung, doch eine gewisse Unterschiedlichkeit ist ebenso wichtig. Sie sorgt für Spannung und Lebendigkeit und wirkt ermüdender Verschmelzung entgegen. Je unterschiedlicher, desto spannender also die Beziehung? Ja und nein! Wesentliche Voraussetzung, damit es funktioniert: Kommunikative Fähigkeiten und die Bereitschaft zur konstruktiven Auseinandersetzung. Timo (36) zweifelte zunächst, ob er sich auf Lydia (37) einlassen sollte: "Mit ihr hatte ich die wenigsten Matchingpunkte, aber wir waren uns auf Anhieb sympathisch." Tatsächlich scheinen zwischen den beiden die entscheidenden Punkte zu stimmen. Sie sind seit einem Jahr glücklich. Ein allgemeingültiges Rezept gibt es nicht. Lisa Fischbach: "Jeder entscheidet für sich, was er braucht, um glücklich mit einem Partner zu sein. In den Grundbedürfnissen sollte das stimmen, in anderen Bereichen kann man sich auch mit der Zeit aufeinander einstellen." Vorsicht ist allerdings immer dann geboten, wenn etwas Grundsätzliches fehlt, denn das belastet die Beziehung auf Dauer zu sehr. Das gilt vor allem dann, wenn mehr Trennendes als Verbindendes vorhanden ist und die Partnerschaft in erster Linie von Verzicht und Kompromissen geprägt ist. Ist die Verliebtheit vorüber, wird das ohnehin dünne Eis immer brüchiger.
Drahtseilakt der Liebe
Nicht zu vernachlässigen ist zudem die körperliche Ebene: Manchmal fühlen wir uns zu einem Menschen weiterhin hingezogen, mit dem jedoch eine Beziehung nicht möglich war. Lisa Fischbach: "Wer in der Lage ist, seine ursprünglichen Gefühle und Hoffnungen loszulassen und von einer enttäuschten Liebe in eine gefühlvolle sexuelle Affäre einzusteigen, in der auf beiden Seiten die Bedingungen geklärt sind, ist besser vor Verletzungen geschützt und kann sich auf das Abenteuer einlassen." Absolute Deckungsgleichheit ist also in keiner Weise die Glücksformel für eine Partnerschaft. Ein bisschen Reibungsfläche muss sein, um die Liebe spannend zu halten. Es kommt auf die Balance an. "Wichtig ist, seinen Grundüberzeugungen hinsichtlich der Partnerschaft treu zu bleiben", rät Lisa Fischbach. "Wer seine Bedürfnisse in einer Beziehung kennt, kann mit dieser Perspektive einen potentiellen Partner betrachten und für sich entscheiden, ob ein gemeinsamer Weg, mit den dazugehörigen Kompromissen, grundsätzlich sinnvoll ist."
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