Laut einer Studie eines Kondomherstellers liegen 82,4 Prozent der Männer völlig daneben, wenn sie einen Überzieher für ihr bestes Stück erwerben. Genoppt, gefühlsecht, knallbunt - Kondome gibt es in vielen Ausführungen. Das Richtige für ihre Ausstattung zu finden, überfordert die Männer allerdings.
Dabei ist das Kondom ein wahrer Alleskönner, denn es ist das einzige Verhütungsmittel, das sowohl vor ungewollten Schwangerschaften schützt, als auch vor Geschlechtskrankheiten. Bereits die alten Ägypter sollen sich mit seiner Hilfe vor Krankheiten und Infektionen geschützt haben. Der kretische König Minos benutzte Kondome aus Ziegenblasen. Im 16. Jahrhundert erfand ein italienischer Arzt in Flüssigkeit getränkte Leinensäcke, um die ansteckende Syphilis zu vermeiden, die Seefahrer aus Amerika mitbrachten. Hundert Jahre später empfahl der englische Hofarzt Dr. Condom Hammeldärme zur Infektions- und Empfängnisverhütung. Belohnt wurde er damit durch einen Ritterschlag. Und vermutlich war er auch der Namensgeber der Lümmeltüten, obwohl noch weitere Theorien zur Begriffsherkunft bestehen.
Im selben Jahrhundert beklagt die französische Adelige Madame de Sévigné, Kondome seien ein "Bollwerk gegen das Vergnügen, aber ein Spinnweb gegen die Gefahr." Auch Casanova, vermutlich der berühmteste aller Liebhaber, benutzte von Hand gefertigte Luxusausführungen, die mit Samt und Seide gefüttert waren und mehrfach benutzt wurden. Im 19. Jahrhundert macht Charles Goodyear eine spektakuläre Entdeckung, indem er das Verfahren der Vulkanisation entwickelt, das den Pflanzensaft Kautschuk dauerhaft elastisch macht. 1855 stellt er das erste Gummi-Kondom her, das zwei- bis dreimal so dick war, wie heutige Ausführungen.
Hauchdünn werden die Kondome erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als Julius Fromm einen Glaskolben in Latexlösung taucht. Zwanzig Jahre später stellt seine Firma die ersten maschinell gefertigten Kondome her. Diese sind den heutigen Kondomen sehr ähnlich, jedoch fehlte ihnen das Reservoir zur Aufnahme des Ejakulats. Im Ersten Weltkrieg gehörte das Kondom für deutsche, französische und britische Soldaten zur Standardausrüstung und wurde von der Armee verteilt. Die US-Armee verzichtete darauf, und deshalb litten US-Soldaten häufiger als ihre Kollegen anderer Armeen unter Geschlechtskrankheiten.
Trotz aller Vorteile war der Verkauf von Kondomen bis zur Mitte des Jahrhunderts in vielen Regionen verboten oder nur zu medizinischen Zwecken erlaubt. Im streng katholischen Irland galt diese Regelung sogar bis vor zwanzig Jahren. Und bis heute tut sich die Katholische Kirche mit den Lümmeltüten schwer. Die Swinging Sixties brachten feuchtigkeitsbeschichtete Kondome, die den Gebrauch komfortabler machten. Ab Ende der Sechziger wurden sie mit Spermiziden beschichtet, Aromastoffe für verschiedene Geschmacksrichtungen kamen in den 80er Jahren in Mode.
Welche Peau Divine (göttliche Haut, so der Name für Kondome in Frankreich), für welchen Penis geeignet ist, ist abhängig von der individuellen Ausstattung. Die durchschnittliche deutsche Penislänge misst 14,67 Zentimeter mit deutlichen Abweichungen nach oben und nach unten. Standardkondome sind 18 Zentimeter lang, doch es gibt auch kleinere Größen und King Size-Versionen von bis zu 21,5 Zentimeter Länge. Um den größtmöglichen Schutz zu gewährleisten, sollte man beim Kondomkauf unbedingt auf die richtige Größe achten.
Kondome sind nicht die einzige Möglichkeit, sich gleichzeitig vor ungewollter Schwangerschaft und Geschelchtskrankheiten zu schützen. Es gibt auch noch Femidome (Kondome für Frauen). Bei Kondomen liegt die Sicherheit bei ca. 97% bei korrekter Aufbewahrung und Anwendung; bei Femidomen bei ca. 95%.