Oftmals sind es nur Barrieren, die im eigenen Kopf sind. Schauen Sie auf die Tatsachen ...
20 Jahre nach der Einheit sind Ost-West Partnerschaften in Deutschland immer noch Seltenheit. Nur vier Prozent der Ehen werden zwischen einem Partner aus den neuen Bundesländern und einem aus den alten geschlossen.
Verrückt, nun ist die Mauer beinahe 20 Jahre Geschichte und dennoch gehören innerdeutsche Eheschließungen zur Ausnahme. Woran liegt das wohl? Wenn ich gefragt würde, ob ich ein Ost-West-Ehepaar kenne, müsste ich passen. Liegt aber auch daran, dass ich nicht mit Bestimmtheit die Herkunft aller meiner Bekannten wüsste. Unter meinen Freunden gibt es keine solche Liebeskombination. Gut, Paare ohne Trauschein kenne ich schon einige, bei denen einer von beiden aus dem Osten stammt.
Interessant, dass dem Ost-West-Thema eine andere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Denn das Ja-Wort wird zwischen Norddeutschen Frauen und bayrischen Männern ebenso selten gegeben. Das ist aber kaum eine Schlagzeile wert.
So ganz selbstverständlich ist es also immer noch nicht geworden, wenn sich Ost und West liiert. Nur am Wohlklang oder der empfundenen Disharmonie des Dialektes kann es bestimmt nicht liegen. Dennoch ist die Vorliebe für den Sprachklang nicht zu unterschätzen. Laut einer Studie der Online-Partnervermittlung Elitpartner zum Thema Dialekte wurde Sächsisch als unattraktiv empfunden. Das mag für einige Westohren gelten. Allerdings werden sicherlich aber auch extreme West-Dialekte in den Ohren vieler neuer Bundesländer Gänsehaut erzeugen.
Ein ganz profaner Grund für die seltenen Liebesverbindungen ist die regionale Verteilung. Selbst wenn in den Großstädten schnell das Gefühl aufkommt, dass hier kaum einer in der Stadt geboren ist, in der er lebt und man nur "Fremde" kennenlernen kann, so leben laut Statistischer Landesämter vier von fünf Deutschen nur wenige Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt. Stellt sich die Frage, ob sich dieser Grund durch die boomende Online-Partnersuche auf Dauer verändern wird. Denn auf diesem Weg der Liebesanbahnung gibt es wenige regionale Grenzen, obwohl sich die meisten einen Partner wünschen, der in ihrem Umkreis lebt und vor Fernbeziehungen zurückschrecken. Bei der Partnersuche im Internet trumpfen jedoch andere Kriterien als die Herkunft auf. Bildung, Einkommen, soziales Prestige und Aussehen sind wichtig – egal ob im Osten oder im Westen. "Die meisten Ehen würden heute im gleichen sozialen Milieu geschlossen", so der Berliner Psychologe Thomas Kornbichler, der sich seit Jahren mit Lebensgemeinschaften zwischen Ost- und Westdeutschen beschäftigt.
Und das alles, obwohl man den ostdeutschen Männer und Frauen partnerschaftlich gesehen viel Gutes nachsagt. Männer und Frauen fühlten sich eher als Partner denn als Gegner, verhielten sich kameradschaftlicher miteinander, so der Leipziger Sexualwissenschaftler Kurt Starke. Zudem seien ostdeutsche Frauen kinderlieb und toleranter, wenn es um die Karriere, die berufliche Position und das Einkommen ihres Partners ginge. Männer aus dem Osten wären einer Berufstätigkeit und Karriere ihrer Partnerin sehr aufgeschlossen und bei der Kinderfrage und -erziehung bestände mehr Offenheit. Beide seien sie sexuell aufgeschlossen und bodenständig. Eigentlich ideal und somit doch Anlass, den Blick besonders in den Osten zu richten. Schließlich leiden doch einige gebildete, karriereorientierte und selbstbewusste Frauen darunter, mit dieser Biographie eher einen Partner zu verschrecken als anzuziehen.
Annahmen oder Vorurteile, dass charakterliche Andersartigkeit aufgrund der Gesellschaftssysteme und verschiedene Werte zu Passungsproblemen führen, sollten heutzutage kritisch in Frage gestellt werden. Denn zum einen gleichen sich die Werte und Lebensstile beider Landesteile immer mehr an. Zum anderen ist nun eine Generation im heiratswilligen Alter auf dem Partnermarkt, die durch die DDR nicht mehr bewusst sozialisiert wurde. Mag das Wertethema und die unterschiedlichen politischen Haltungen also für die Generation 40 plus vielleicht noch gelten, so können sich die 30 Jährigen oft kaum mehr an die "alten" Zeiten erinnern. Ähnliche Werte, Einstellungen zu Lebenszielen und Interessen sind ohne Frage eine gute Grundlage für eine harmonische Partnerschaft.
Diese Voraussetzungen können aber genauso unterschiedlich zwischen Ost und West wie zwischen Süd und Nord oder zwischen Frau und Mann sein. Es gilt, dies immer im Einzelfall herauszufinden. Kann man nur hoffen, dass unsere Bundeshauptstadt, in der die meisten deutsch-deutschen Paare leben, Vorbild für den Rest der Republik wird und anstiftet, über Barrieren im Kopf nachzudenken…
Ob Ossis und Wessis zusammen passen, sollte doch HEUTE, 20 Jahre nach dem Mauerfall, keine Frage mehr sein!
Ich bin 30 Jahre alt, erlebte die Wende somit als Kind, bin seit 3 Jahren Wahl-Berlinerin (wie fast alle hier!) und kann nur sagen, dass es genauso gut/wenig passt wie eine Nord-Süd-Konstellation.
Es ist ja sowieso schon schwer genug überhaupt ein interessantes, in Frage kommendes Gegenüber zu finden und wenn man dann auch noch Ossi/Wessimässig abwägt, wird es kompliziert.
Sicherlich gibt es gewisse kulturelle und gemeinschaftliche Unterschiede, die mir (Wessi) irgendwie fremd scheinen, aber ganz ehrlich: als waschechte Norddeutsche kann ich auch nicht sonderlich viel mit Karneval oder Oktoberfesten anfangen.
Die Veranstaltungen sind mir fremder als Ossis, die zur Trabi-Safari in Berlin einladen.
Gestehen muss ich allerdings, dass ich als Kind die DDR gehasst habe.
Alles war grau in grau, Kohlegestank lag in der Luft, keine richtigen Strassen, alles schien ödelig und billig, an den Stränden FKK und dann noch dieser doofe Dialekt.
Meine Eltern reisten mit uns Kindern nach der Wende oft in die neuen Bundesländer und ich täuschte so lange schlimme Krankheiten vor, bis sie mich irgendwann einfach tatsächlich zuhause liessen.
Das empfand ich als grosses Glück.
10 Jahre später reiste ich erstmalig freiwillig mit Freunden an die Ost-Ostsee und war unglaublich beeindruckt, was sich alles verändert hatte.
Danach war ich offener, fuhr häufiger in die neuen Bundesländer und was soll ich sagen: ich wohne HEUTE in der DDR!;-)
Nun gut, Prenzlauer Berg ist zwar im Osten Berlins, aber westlicher als so manche Weststadt!
Ossis treffe ich hier zwar wenige, aber ich bin dem Gesamtthema gegenüber viel offener geworden und würde eine partnerschaftliche Ost-West-Konstellation nicht ausschliessen.
Warum auch?
Teil 2
Gibt es doch viele positive Eigenschaften, von denen wir Wessis uns
Hat mal jemand untersucht, wie weit entfernt die später zusammen lebenden (resp. verheirateten) vorher gewohnt haben? Bei aller Globalisierung und Online-Partnersuche ist der Mensch offenbar im Innersten nicht wirklich für große Entfernungen geschaffen und weiterhin ein regionales Wesen. Da wird wohl der eigentliche Grund liegen. Osnabrück ist von Potsdam eben genauso weit entfernt, wie Nürnberg von Osnabrück…
Also mein Partner ist Wessi, ich Ossi. Er ist auch noch 8 Jahre jünger und als Einzelkind aufgewachsen ohne Vater – ich mit zwei Geschwistern in einer mecklenburgischen Großfamilie mit über 100 aktiven Verwandten und zwei sich liebenden Eltern.
Witziger Weise habe ich in München studiert, er hat seine Karriere als Volontär im Osten begonnen. Als wir uns kennenlernten, war ich bekennender Tchiboholiker und hatte Nutella und Hägendasz im Haus, er aß Nudossi und trank bevorzugt Rondokaffee aus dem Osten.
Es gibt sehr viele Unterschiede, aber vor allem gibt es bei uns beiden sehr viel Bereitschaft zum Lernen und Annehmen. Und diese Unterschiede sind ja auch enorm spannend.
Wer die ehemalige Grenze als Grund für nichtfunktionierende Ossi-Wessi-Beziehungen sucht, der muss sich wohl fragen, wie weit es mit seiner Toleranz her ist.
Aber seien wir tolerant mit den Grenzbeziehungsgegnern
Richtig Matthias, und 20 Jahre nach der Wende werden mit dieser Frage nur die ewig alten Klischees bedient. Herzlichst Petra
Eine Beziehung von Dorsten nach Berlin, das sind einfache Strecke 550 Kilometer, ist schon alleine durch die Entfernung zum Scheitern verurteilt, da von keiner Seite ein Wohnortwechsel in Betracht gezogen wird. Ist es vielleicht in der ersten Zeit noch "exotisch" und fühlt sich sehr stark und beschwingt, wird die Realität die beiden Liebenden schnell einholen. Lieber ein schnelles Ende als ein schlimmes Leiden später. Eine solche Entfernung hält keine Beziehung auf Dauer aus.
Ich bin 39 Jahre alt und kann aus Erfahrung sprechen. Seit 1989 wohne ich in Hamburg. Also 20 Jahre hier und 20 Jahr dort.
Daher kenne ich die Menschen beider Teile Deutschlands inzwischen recht gut.
Die Unterschiede zwischen den Menschen sind vielfältig. Gerade bei meiner Generation, sozusagen der letzten DDR-Generation, liegen diese im Gedankengut, in den Wertevorstellungen und im Umgang miteinander.
Erstaunlicher Weise sind Ossis diesbezgl. sehr sensibel und erkennen diese signalisierenden Punkte beim Gegenüber sofort und wissen diesen einzuordnen.
Ich war als Ossi mit einer Wessi-Frau verheiratet. Bin geschieden mit einem Kind.
Ossis sind bodenständiger, häuslicher, familienorientierter, sozialer.
Viele wissen und kennen Folgendes bereits:
Ossi-Mann und Wessi-Frau geht nicht.
Wessi-Mann und Ossi-Frau geht.
Diese allgemein bekannte Regel ist doch bemerkenswert, oder?
Statistisch gesehen, halbiert dies den Erfolg der Ost-West-Beziehungen.
Ich hoffe, dass die Voreingenommenheiten und Unterschiede mit den nachrückenden Generationen verschwinden werden. Leider aber, wird dieser Prozess des Zusammenwachsens einseitig dominiert…
Viele gute Eigenschaften der Ossis gerade im sozialen Umgang miteinander gehen verloren.
Ich wünsche allen Lesern viel Erfolg und Mut zur Ost-West-Beziehung.
Oh Beate, Du hast wirklich Nerven. Macht dich dass nicht stutzig, dass Du in der ehemaligen DDR, im Prenzlberg, nur wenige Ossis triffst? Es sind Leute wie Du, die Berlin kaputtmachen. Leute die einfach mal "Wahlberliner" werden, weil ja alles so toll und hipp ist. Leute, die keinen blassen Schimmer haben wie Berlin war bevor nur noch "Wahlberliner" dort jeden Mietpeis zahlten und als die Strassen noch von echten Berlinern bevölkert wurden. Hast Du Dir schon mal Gedanken gemacht, wo die echten Berliner geblieben sind? Wenn sie eine Wahl hatten, arbeiten Sie in Ostdeutschland. Wenn Sie keine Wahl hatten, arbeiten sie in Westdeutschland und gründen dort Stammtische für Ossis. Das halbe WE verbringen sie in der Bahn oder auf der Autobahn und treffen sich in der alten Heimat. Im restlichen Ostdeutschland sind die jungen Leute weggegangen weil dort die Industrie systematisch zerschlagen wurde. Es gibt keine Arbeit mehr. Also geht dort auch kein Wessi hin. Fazit: In Berlin sind keine Ossis mehr weil ihr Berlin kaputtmacht (mal abgesehen von Marzahn und Hellersdorf), im Westen bleiben die Ossis unter sich, weil sie das gleiche Schicksal teilen und im Osten sind keine Wessis. Wie sollen da Beziehungen entstehen??? Diese Tendenz wird sich in Zukunft nur verstärken. Es wird alles immer schlimmer!!!
Timo, Schwarzsehen hilft ganz sicher. Schuldzuweisungen auch. Harald, ich bin sogar 5 Jahre älter als du, meine Kinder aus erster Ehe sind noch in der DDR geboren worden, aber ich fühle mich nicht anders als die "Wessis". Vielleicht weil ich Buddhist bin und nie ideologiebezogen fühle. Ich war auch in der DDR nie gegen den Westen und bin im Westen nie gegen den Osten gewesen. Ich bin ja auch Deutschland nie gegen Norwegen oder Frankreich gewesen. Warum auch. Lokalpatriotismus ist gefährlich, vor allem wenn er einem Land wie der DDR dient, das gar nicht mehr da ist und sooo toll letztdenlich doch nicht war.
Lieber Timo,
ganz ehrlich, mir kommen gleich die mitleidvollen Tränen!
Jetzt sind wir "Wahlberliner" an allem Schuld! Na klar!
Weil wir bösen, bösen Menschen aus Hamburg und München, wo die Mieten die höchsten der Replublik sind, euch armen Ossis die Preis ruinieren!
Stimmt, wir, die wir Berlin ja ach so sehr lieben, machen dir good old Berlin kaputt! Schon klar!
Ich sag dir mal was: Die Mauer fiel vor 20 Jahren!!!
Und in 20 Jahren ändert sich in jeder Stadt was, nicht nur in Berlin, mein Lieber!
Da es aber eine geteilte Stadt war, ist hier natürlich die grösste Veränderung zu sehen und zu spüren, stimmt. Und Veränderungen sind nicht immer positiv, da teile ich an der Stelle deine Meinung! Was mich aber echt ankotzt (
Teil 2
Bei Axel Springer, ebay, Sony uswusw!
Berlin ist eine Medienstadt, in der ua auch Werbung, Film- und Fernsehen zuhause sind.
Heisst, interessant für viele kreative Köpfe, die Karriere machen wollen.
Wenn dir das nicht gefällt, zieh doch bitte nach Greifswald oder Wismar, denn so viel Engstirnigkeit und Unaufgeschlossenheit Neuem gegenüber wie du an den Tag legst, passt nicht in eine Weltstadt.
So und jetzt mal Klartext: ich komme aus Hamburg!
In Hamburg beschwert sich umgekehrt kein Mensch über Ossis/Berliner/Kölner/Kleinkleckersdörfler, die einem Jobs/Studienplätze/Whg klauen!
Hamburg empfängt jeden und heult dabei nicht.
Wir geniessen die Vielfältigkeit und die die Unterschiedlichkeit der Menschen, das Stadtbild, das sich auch dort sehr verändert hat!
Weil – und hier sind die guten Nachrichten – WIR begriffen haben, dass wir inzwischen EIN DEUTSCHLAND sind! Da juckt es niemanden, ob der Nachbar aus Ausgsburg, Bielefeld oder Rostock kommt. Auch nicht, ob er aus der Türkei oder Russland stammt. Wir sind weltoffen, obwohl HH immer Kühle nachgesagt wird.
Man würde auch nicht auf die Idee kommen, die betuchteren Menschen der Stadt dafür verantwortlich zu machen, dass Mietpreise in Alster- und Elbnähe sehr, sehr hoch sind.
Fahr mal an die Nordsee oder auch nach HH, wenn du denn in den Westen fährst, und schau mal wieviel Ossis da in der Gastronomie und im Hotelgewerbe arbeiten!
Ich habe noch keinen HH, Sylter oder Touri getroffen, der sich darüber beschwert, dass er Kollegen, Inselbewohner aus der Ex-DDR hat.
Deine Antwort auf meinen Text kannst du bitte direkt Gregor Gysi senden, der wird dir beistehen oder noch besser: Helmut Kohl gleich auf CC setzen und ihn für alles verantwortlich machen.
Teil 3
Was hat sich die böse Politik nur dabei gedacht, die liebe Mauer zu stürzen!?
Ja, gemein, gemein…
Ob ich mich wundere am Prenzlauer Berg keinen Ossi zu treffen? Sagte ich, dass ich auf der Suche nach einem bin? Nein.
Ich wohne in Berlin. Und Berlin ist bunt. Punkt.
Und wo ich hier wohne, ist zum Glück noch immer meine Entscheidung!
(Hey und ob du es glaubst oder nicht: es gibt hier Ossis, Kollege!)
Wenn du dich in Wedding und Marzahn wohler fühlst, weil du lieber unter deines Gleichen bist, bitte!
Gott sei Dank ist die Stadt ja gross genug, dass wir 2 uns (hoffentlich) nie über den Weg laufen werden!
Ach so und noch was: keine Sorge, die bösen Wahlberliner bleiben nicht für immer in deiner Stadt!
Sie nutzen die Stadt nur als Zwischenstation (wie jede andere Stadt auf der Welt auch) und kehren oftmals geheilt zurück nach Hause oder ziehen weiter.
Aber das kannste ja nicht wissen, weil du die Wende und das Positive daran verpennt hast!
Also bitte aufwachen!
Beate, du wirst aber auch ganz schön getriggert von dem Thema, oder? Wenn du Berlin noch aus der DDR-Zeit kennen würdest, also das Ostberlin, dann würdest du jetzt ganz gelassen reagieren. Es war nämlich ein Haufen Dorftrottel mit Sprachfehler, der nur rund um den Alex und auf der Museumsinsel nicht so sehr zu merken war.
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Wenn jemand diese Berliner Vergangenheit wiederhaben will, dann disqualifiziert er sich selbst als intelligenten Gesprächspartner
Ich bin damals nur zum Einkaufen hingefahren, weil es im Rest der Republik deutlich weniger Konsumartikel gab als in Berlin. Die Berliner hatten nämlich ne Menge Privilegien….klar, dass sie die heute vermissen. Allerdings standen sie ihnen damals genauso wenig zu wie heute.
Und dass es mehr Nichtberliner als Berliner in Berlin gibt, liegt daran, dass das eigentliche Berlin nur ein Dorfkern ist. Schon vor 300 Jahren kamen Nichtberliner hin und das ging bis heute so weiter. Also immer schön die Füße stillhalten mit Lokalpatriotismus….er ist nämlich unlogisch in einer Stadt, die kaum echt lokale Bevölkerung hat.
Erst mal zum Artikel, um den es hier ja geht: Solchen Unfug kann nur eine Wessi-Frau schreiben, die keine Ahnung und die DDR nie erlebt hat. So viel Anmaßung tut weh.
Beate, vielen Dank für Deine Ausführungen. Du hast es erkannt: Was soll das alles nach 20 Jahren? Sehr gut geschrieben und auch brillant auf Schwätzer Timo gekontert. Danke.
Dani muss ich vollkommen Recht geben, ich kenne dieses Einkaufen in Berlin von früher…Dorf stimmt.
Ein Wort zu Harald: Wessi-Mann+Ossi-Frau geht, Ossi-Mann+Wessi-Frau geht nicht. Was ist denn das für ein Quatsch. Wo lebst Du: im Mittelalter? Ich selbst erlebe gerade das Gegenteil von dem, was Du da von Dir gibst. Man soll nie pauschalisieren, denn auf die Menschen kommt es an. Wenn man sich liebt und versteht, ist die Herkunft vollkommen egal.
Aber allgemein: es wird immer Unterschiede geben zwischen Ost und West sowie Süd und Nord. Das wird sich nie ändern und das war schon lange so, bevor BRD und DDR existierten. Jetzt müssen wir nur noch warten, dass Diejenigen aussterben, die heute immer wieder in Deutschland die Mauer wieder reintreiben wollen.
Hallo zusammen,
danke Frank für dein Feedback. Aber hey, haste Probleme mit Wessi-Frauen? Ich fühle mich zwar ganz gut verstanden, aber der Artikel ist – wie ich finde – sehr gut und bringt das Thema, was leider doch noch 20 Jahre danach aktuell ist, sehr sachlich und kritisch auf den Punkt. Und Frank, bitte differenzieren, die Autorin erfindet das Rad der Weisen nicht neu oder behauptet willkürlich, sondern fasst – wie eine gute Redakteurin – ein Thema an, untermauert es mit Expertenzitaten und bezieht sich auf faktische Angaben.
Dass das Thema immer noch eine Zeile wert ist, liegt an der Entwicklung, vielen vermauerten Köpfen, aber sicher nicht an Frau Fischbach.
Also, lass deinen Unmut nicht an der falschen Stelle ab.
Und Frank, mit deinem Kommentar zu Harald gibst du Frau Fischbach in ihrem Artikel Recht. Sie sagt doch auch, dass es viel mehr auf das richtige Gegenüber ankommt als auf die richtige Region. Also, besser lesen, ist mein Rat an dich.
Beate
Ich find’s bemerkenswert, wenn sich einige hier eine Verallgemeinerung ihrer ganz persönlichen Erfahrungen erlauben. Noch dazu am Beispiel Berlin, der Stadt, die schon immer irgendwie Ausnahme war.
Ich möchte von mir ganz persönlich sprechen: Als Ossi (w, 30) habe ich die letzten 12 Jahre im Westen verbracht und fast ausschließlich Westmänner kennengelernt. Eine Beziehung zu ihnen war gut möglich, führte aber früher oder später stets zu Grundsatzdiskussionen insbesondere zur Rolle der Frau in der Familie.
Die Behauptung Frau Fischbachs "so können sich die 30 Jährigen oft kaum mehr an die "alten" Zeiten erinnern." ist in meinem Falle schlicht falsch. Zufällig waren sowohl die Bezugspersonen meiner Kindheit als auch die gesamte Umgebung noch sehr stark durch die Vergangenheit in der DDR und durch die Auseinandersetzung mit dem geeinten Deutschland geprägt.
Ich suche nun bevorzugt Ost-Männer oder Westdeutsche, die länger im Osten waren (und damit meine ich nicht Berlin..) und das Wertesystem dort aus eigenem Erleben kennen. Ich habe einfach keine Lust mehr, meine Kindheit, den Lebenslauf meiner Eltern oder meinen Blick auf die Welt erklären oder gar rechtfertigen zu müssen.
Denn da gebe ich Frau Fischbach recht "Ähnliche Werte, Einstellungen zu Lebenszielen und Interessen sind ohne Frage eine gute Grundlage für eine harmonische Partnerschaft." Und genau das könnte zwischen vor 1985 geborenen Ostdeutschen und Westdeutschen das Problem sein..
Also nachdem ich die hitzige Debatte hier gelesen habe (zugegebenermaßen nur in Teilen, denn manches ist doch gar zu personengebunden), fühle ich mich eigentlich nur bestätigt: Ob Ossi mit Mauererfahrung oder Wessi mit historisch überkommener Geschlechterauffassung, ob Fischkopp mit drögem Gemüt oder Bajoware mit Haudrauf-Mentalität – sie alle sind LOKAL geprägt. Selbst die, die viel herumgereist sind, denn sie waren auf ihren Reisen ja auch mal irgendwann IRGENDWO. (Nebenbei: Ab WANN ist man eigentlich Ossi, Wessi, Nordi, Südi??)
)
Die Frage kann also nicht lauten "Ossi – Wessi: Passt das?", sondern vielmehr: "Weit entfernt – geht das?"
Offensichtlich geht’s manchmal (Glückwunsch!), aber meistens gibts wohl dann doch irgendwelche grundsätzlichen Probleme.
Der Mensch ist eben für kleine Mengen und kleine Entfernungen gemacht
Harald, Timo, Beate, Dani, ich gehe davon aus, dass Ihr Euch abgesprochen habt, in Wirklichkeit zu einer ambitionierten Laienspielgruppe aus Eisenhüttenstadt gehört und uns allen ganz wunderbar anschaulich zeigen wollt, wie tief die Vorurteile und Klischees des einen Teils über den anderen auch nach zwanzig Jahren noch in Euch stecken. Die einen betroffen, die anderen selbstgerecht.. Unglaublich.. Dank an Euch! Wirklich ganz ganz grosses Kino!!!
DD
Uuupsi! Hab vor lauter Aufregung durch das Spektakel meinen eigenen Text ganz vergessen. Dieser sei hiermit nachgetragen..
Ich kann den Beitrag von Frau Fischbach nur unterstützen. Ja, es ist ein Thema und wird es vermutlich noch eine Weile bleiben. Und es wird sich wohl auch nicht einfach ‘aussterben’ lassen. Denn es ist kein alleiniges Ost-West-Thema. Es lässt sich hier nur so schön einfach abgrenzen..
Ist es nicht vielmehr eine Frage der mangelnden Neugier/Toleranz mit der man/frau auf seinen Partner zugeht? Sollten wir uns mit der gefälligen Hülle nicht zufrieden gebend irgendwann die Eröffnungsfrage stellen: wer bist Du..?! Was kann einem besseres widerfahren als ein Patner der mit eigenen Erfahrungen, Ansichten, Interpretationen das eigene Spektrum erweitert?! Ich sag nur: wo die Liebe hinfällt. Der ist es erstmal vollkommen egal ob Grossstadt oder Allgäu, Chef oder Sekretärin, hell oder dunkel, West oder Ost.. Und was ist wenn aus der Beziehung konsequenterweise eine Familie werden soll? Wir hätten unseren möglichen Kindern gleich viel mehr anzubieten. Das Beste vom Ganzen
Leute, seht das Potenzia!. Fragt, seid neugierig, interessiert Euch mehr für Eure Partner, seine Befindlichkeiten. So entsteht Leidenschaft..oder Klarheit.
oder beides..
@Nele, @Matthes, wann bauen wir unsere erste Wandzeitung zu dem Thema?
Hallo Beate,
prima, wie Du über Timo herfällst. Eine gute Bestätigung für die Theorie, daß Ossi-Mann mit Wessi-Frau nicht geht. Übrigens gilt das auch für alle anderen Männer in Bezug auf Wessi-Frau (Ausnahmen bestätigen die Regel). Ihr (die deutschen Frauen) seid so verbohrt auf eure "Rechte", daß ihr jede Beziehung im Keim erstickt. Zugegeben, vorübergehend könnt ihr ganz nett sein, wenn ihr einen Kinderwunsch hegt. Ist der erfüllt, werdet ihr wieder "normal". Das Verhältnis der zerstörten zu den funktionierenden Ehen spricht eine deutliche Sprache. Auch daß Alleinerziehende fast ausschließlich Frauen sind, ist kein Zufall – am Interesse der Väter für ihre Kinder liegt es jedenfalls nicht.
Ossi-Frauen waren – besonders kurz nach Maueröffnung – noch klar im Kopf. Da war eine Beziehung gut möglich. Dabei waren die Frauen der DDR durchaus gleichberechtigt. Genau das ist der Unterschied zur Situation heute: Frauen sind nicht gleichberechtigt, sondern genießen weit bessere Rechte als Männer. (Das reicht ihnen aber noch nicht. Sie behaupten weiterhin, benachteiligt zu sein.) Der Schwachsinn, der früher die Männer bevorzugte, gilt heute für Frauen. Mein "Lob" an die Gesetzgeber!
Ich kann nur hoffen, daß nie ein Mann auf Deine hübschen Augen reinfällt – liebe Beate. Da bleibt ihm einiges erspart.
Und nun laß Deinen Zorn noch an mir aus. Vielleicht wird dann ein zufriedener Mensch aus Dir – ich glaube allerdings kaum.
@tom: Geht los!
)
Thema "Mein schönstes EP-Erlebnis" mit Kulturteil natürlich!
oder vielleicht "Von Freunden lernen", "Zeitungs"-Ausschnitte haben wir ja jetzt genug
Einen wunderschönen guten Tag liebe Beate,
wenn Du alles in Hamburg so genießt (ich frage mich wie das geht, wenn man gar nicht dort wohnt) macht es doch wenig Sinn nach Berlin zu ziehen. Du hast doch schon als Kind den Osten Deutschlands gehasst. Nur blöd, dass sich die Dinge so entwickelt haben, dass ein guter Yuppi nun mal unbedingt in Berlin "gelebt" haben muss. Wie Du schon selbst festgestellt hast bleibt ihr ja meist unter euch. Aber es gab auch eine Zeit NACH der DDR und VOR dem Yuppitum. Damals wohnten dort noch Berliner und die neuen Einflüsse von außen wurden bis zum Exzess praktiziert. So etwas kannst Du heute lange suchen. Insofern hat sich die Stadt enorm verändert; nicht nur im Mietspiegel. Wenn Du wirklich glaubst andere Städte hätten sich kaum verändert, rate ich dir mal eine Reise nach Dessau, Leipzig oder dem von dir erwähnten Wismar zu unternehmen. Und dann mal den aufpolierten Stadtkern verlassen und die Randbezirke besuchen. Vergiss die Taschenlampe nicht: in diesen Geisterstädten wo niemand mehr wohnt wird nachts schon lange kein Licht mehr eingeschaltet. Aber positiv denken: Vielleicht ist das auch besser so, wenn man dort nicht mehr alles sieht. Man würde ja sonst aus seiner heilen Welt gerissen und auf den harten Boden der Tatsachen geworfen werden.
Ob und welche Sprüche man als Ossi im Westen vorgetragen bekommt kannst Du aus Deiner Perspektive wahrscheinlich nur schwer einschätzen. Aber glaub mir es ist wirklich nicht so, dass es das nicht gibt. Da sind sich die Menschen in Ost und West ähnlicher als es viele gern hätten. Das im Westen viele Ossis arbeiten ist mir nicht neu. Das war ein wesentlicher Bestandteil meines ersten Kommentars. Man muss sich nur fragen warum, etwa weil z.B. Sylt eine bunte, kosmopolitische, multikulturelle Medieninsel ist oder aus Mangel an Alternativen? (Fahr nach Wismar bevor Du voreilig antwortest!)
Nimm dir Deinen eigenen Rat zu Herzen, lies besser und denk ab und zu mal nach. Und lach mal wieder!!!
Ich gebrauche mal das Vokabular Ossi und Wessi, obwohl es eigentlich aus dem Sprachgebrauch vertrieben werden soll, ist aber in den Köpfen der Menschen beider Seiten noch vorhanden. Als Wossi kann ich immer wieder bestätigen, dass bei vielen Menschen die "Weltoffenheit" vor der Haustür endet. Alle kennen sie die Welt, aber die Menschen in der Nachbarschaft, sind ihnen unbekannter als die in fremden Ländern. Sicher ist das sehr pauschal gefasst, aber die Tendenz ist spürbar. Ich lebe seit 13 Jahren mit Unterbrechung in den neuen Bundesländern, war liiert und kann manche Kommentare hier leider nur unterstreichen. Eine gewisse Selbstgefälligkeit ist uns Wessis schon gegeben, da uns für ein unbekanntes Umfeld die Sensibilität fehlt. Die Menschen, die um das Verständnis des anderen bemüht waren, haben die andere Seite kennengelernt.
Die Aussage Ü30 hat noch eine direkte Beziehung zu den alten Strukturen und die Jüngeren nicht, halte ich für sehr blauäugig. Für eine Psychologin mit entsprechenden Geschichtskenntnissen, u.a. der Entnazifizierung und der entwicklungspsychologischen Seite vollkommen haltlos. Weiterhin bin ich der Meinung, wer nicht die andere Seite eingehender betrachtet hat, kann sich gar kein Bild über dieses Thema machen. Viele Menschen sind durch Mangel an Arbeit und wegen besser bezahlter Jobs von Ost nach West gegangen. Dieser Antrieb muss nicht immer eine Ost-West-Partnerschaft fördern. Der eine hatte schon den sozialen Status, der andere musste sich diesen erst erkämpfen. Da entstehen Konflikte, die ein Grundsatzproblem in gemischten Beziehungen sind. Zu dem gehören unterschiedliche Kindheiten mit anderen Werten.
Wie soll das ohne viel Geduld funktionieren? Wer hat heute noch diese?
Mich wundert diese Seltenheit der gelebten Wieder- bzw. Neuvereinigung nicht. Vielleicht sollte sich jeder von uns mal überprüfen, wie "flexibel" er menschlich wirklich ist.
"Ossi-Frauen waren – besonders kurz nach Maueröffnung – noch klar im Kopf. Da war eine Beziehung gut möglich. Dabei waren die Frauen der DDR durchaus gleichberechtigt. Genau das ist der Unterschied zur Situation heute: Frauen sind nicht gleichberechtigt, sondern genießen weit bessere Rechte als Männer. (Das reicht ihnen aber noch nicht. Sie behaupten weiterhin, benachteiligt zu sein.) Der Schwachsinn, der früher die Männer bevorzugte, gilt heute für Frauen. Mein "Lob" an die Gesetzgeber!"
Lieber Hagen, ob es hilft, sich auf einer Partnersuchseite als derart altmodisch und weltfremd zu outen, sei dahingestellt. Aber ist ja anonym hier, da fallen einige aus der Rolle
Dass Frauen heute besser gestellt sind als Männer, ist mir allerdings absolut neu und ich als Frau wäre sehr froh darüber. Leider ist es aber so, dass immernoch für gleiche Arbeit geringere Gehälter gezahlt werden, Führungsposten nur von Männern besetzt werden, solchen wie du nehme ich an, die sich gegen weibliche Bewerber entscheiden, weil sie keine Kollegin wollen, die…Zitat Hagen: nicht klar im Kopf… ist.
Du Armer. Aber glaub mir, die Welt dreht sich weiter, sie verändert sich auch weiter….ob du das verstehst oder nicht. Und die DDR ist vorbei….ich als Ossi weiß das und es macht mir nichts aus….weil ich flexibel bin und weil sie so übergut nun doch nicht war. Jedes System hat Macken….und gute Seiten. Man muss nur mal genau hinsehen….aber das strengt vielleicht an bei beginnender Weitsichtigkeit?
Ich war letztes Wochenende zu einer Party eingeladen und nach einiger Zeit stellte ich fest, dass ich der einzige Ossi-Mann war sozusagen der "Quoten-Ossi" – was sicher nicht die Absicht des Gastgebers war (es gab noch eine Frau aus Rostock). Dabei fand die Party in Berlin-Friedrichshain statt – jetzt zwar ein "Party-Kiez" – aber im Grunde her ein typischer Ost-Stadt-Teil. Dabei waren Menschen aus Nord bis Süd aus den Gebieten der alten Bundesrepublik da, also von Schleswig bis Bayern alles beisammen.
Ich würde mir wünschen, dass in weiteren 20 Jahren die Unterschiede weg sind.
Wenn ich wählen könnte, würde ich mich wahrscheinlich eher für eine Ost-Frau entscheiden, weil es für mich mehr Gemeinsamkeiten gibt als mit einer Frau aus der "westlichen Hemisphäre", auch wenn diese aufgrund des Alters kaum den "Osten" erlebt hat – aus den im Artikel von Fr. Fischbach genannten Gründen.