Groß soll er sein, schlau natürlich, charmant, lustig - und naja, wohlhabend wäre auch nicht schlecht. Die meisten haben bei der Partnersuche ganz genaue Vorstellungen - und genau die stehen uns oft im Weg.
Ein Plädoyer für mehr Offenheit.
Jeder von uns hat einen bestimmten Typ, von dem er sich angezogen fühlt. Das müssen nicht unbedingt optische Dinge sein, manchmal sind es auch bestimmte Eigenschaften wie Unabhängigkeit, Autorität oder Kreativität, die etwas in uns auslösen. Doch was auch immer es ist: Wenn wir uns eng an ein bestimmtes Beuteschema halten, können wir viel verpassen. Das gilt beim Online-Dating noch mehr als beim offline kennenlernen, denn im Internet erfahren wir auf den ersten Blick nur wenige Eckdaten einer Person und können sie bei Missgefallen mit nur einem Klick aus unserem Leben entfernen. Viele der ElitePartner-Paare berichten, dass es erst geklappt hat, nachdem sie sich von einigen Märchenprinz-Vorstellungen verabschiedet hatten. „Überdenken Sie noch einmal Ihre Suchkriterien“, rät Single-Coach Lisa Fischbach. „Oder geben Sie jemandem eine Chance, der Ihnen eine Partneranfrage geschickt hat, und eigentlich so gar nicht in Ihr Raster passt.“
Umkreis: Grenzenlose Suche
Viele möchten am liebsten einen Partner aus ihrer Heimatstadt kennenlernen. Das ist natürlich besonders praktisch, nicht nur für eine erste Verabredung. Manchmal allerdings wohnt der Mensch, der wirklich zu uns passt, etliche hundert Kilometer entfernt. Armin und Steffi z.B. hätten sich fast verpasst, weil Armin seine Suchkriterien auf Niedersachsen beschränkt hatte und unbedingt hier seine Miss Right finden wollte. Steffi war Gott sei Dank offener und suchte ohne räumliche Einschränkung einfach nach den höchsten Matchingpunkten. Mit Armin hatte sie 94 Punkte – und schrieb ihn an. Zum Glück: „Es ist unbeschreiblich schön, jemanden gefunden zu haben, der ähnlich tickt wie man selber. Wir haben uns keine Zeit gelassen und sind mit Lichtgeschwindigkeit in eine neue Liebe gestartet. Im normalen Leben wären wir uns nicht über den Weg gelaufen.“
Auch Agnes und Nicolas führen eine Fernbeziehung: „Wir sehen uns jedes Wochenende, auch wenn wir 320 km voneinander entfernt wohnen. Das ist kein Hindernis für uns“, sagen die beiden. Das muss natürlich nicht immer so bleiben: In den meisten Fällen steht über kurz oder lang das Thema Zusammenziehen im Raum.
Die meisten wollen jüngeren Partner
Gerade das Alter ist ein brisantes Thema bei der Partnerwahl. In den Zwanzigern mag das noch keine Rolle spielen, aber je älter wir werden, desto genauere Vorstellungen haben wir vom Alter unseres Idealpartners. Das birgt allerdings ein Problem: Denn viele Männer und Frauen über 50 Jahren fühlen sich sehr jung und suchen dementsprechend einen jüngeren Partner. "Damit er mithalten kann“, sagt die 58jährige Irma. "Ich bin sehr aktiv für mein Alter und dauernd unterwegs, da kann ich mit einem "Opa" nichts anfangen." Was Irma dabei vergisst: Nicht nur sie selbst wirkt jünger – sondern auch viele Männer ihres Alters. Schließlich könnten heutzutage viele 60jährige glatt für zehn Jahre jünger durchgehen. Mit unserer Großeltern-Generation haben die heutigen 50plusser nichts mehr gemein. Eigentlich eine tolle Sache – nur dass das Phänomen erst einmal in allen Köpfen wahrgenommen werden muss: „Früher waren es nur die Männer, die eine jüngere Partnerin haben wollten“, sagt Psychologin Lisa Fischbach. "Doch mittlerweile fokussieren sich auch Frauen ab einem gewissen Alter auf Jüngere.“ Diese Entwicklung ist schwierig – denn so suchen beide Geschlechter aneinander vorbei, obwohl es massenhaft attraktive Kandidaten in ihrem eigenen Alter gibt.
Deshalb gibt auch Gretchen Walters aus der ElitePartner-Kundenbetreuung den Tipp: "Geben Sie Gleichaltrigen unbedingt eine Chance! Und schalten Sie umgekehrt gleich Ihr Foto frei, wenn Sie jemanden in Ihrem Alter anschreiben. So kann er auf den ersten Blick sehen, dass Sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören."
Was ist mir wirklich wichtig?
Überdenken Sie auch andere Ausschlusskriterien, die Sie haben. Lehnen Sie vielleicht von vornherein Kontakte ab, weil Größe oder Figur nicht passen oder derjenige bereits Kinder hat? Probieren Sie es einfach mal aus und stimmen Sie einem Date mit einem solchen Kandidaten zu. Im schlimmsten Fall ist es nicht der Richtige, im besten Fall werden Sie positiv überrascht. Vielleicht hilft es auch, wenn Sie sich an Ihre Ex-Partner zurückerinnern: Hätte jeder von ihnen Ihrem strengen Anforderungskatalog standgehalten? Oder konnte einer sie mit anderen tollen Eigenschaften überzeugen, die seine 1.75 Meter in den Schatten stellten oder seine Zigaretten vergessen ließen?
Katja ist das beste Beispiel für mehr Offenheit: "Eigentlich war er gar nicht mein Typ", sagt die 36jährige über ihren neuen Freund. "Ich mochte Sven, aber es hat anfangs kein bisschen gefunkt." Zudem entsprach er gar nicht ihren Suchkriterien, denn er ist ihr mit seinen 1.80 Meter eigentlich zu klein. Außerdem hatte Katja für sich Raucher ausgeschlossen. So tauchte Sven zwar nicht in ihren, Katja aber in seinen Partnervorschlägen auf – und so ergab sich der Kontakt. Sven war es auch, der nach dem ersten Treffen nicht locker ließ und sie unbedingt wieder sehen wollte. So entwickelte sich langsam aus Sympathie echte Liebe. Mit Happy End: Die beiden sind inzwischen über ein Jahr verheiratet. Das Rauchen will er sich spätestens mit dem ersten Nachwuchs abgewöhnen.
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12 Kommentare (älteste zuerst)Die riesige Auswahl an Partner(innen)vorschlägen, fordert dazu heraus, nach persönlichen Vorstellungen zu ,,sieben
Wenn der komplete erste Absatz keine Prinzipienreiterei ist, was genau bitte ist er dann ? Menschen, aufgrund jeweils eines einzigen Kriteriums in vorgefertigte Schubladen zu packen und das noch ins Netz zu setzen lässt sich an Selbstgefälligkeit wohl kaum überbieten. Oder hat sich da jemand lediglich am Sarkasmus eines Harald Schmidt ( in dessen Bestzeiten..) versucht und ich habe es nicht bemerkt?!?
Den ersten Text von Hans – Joachim finde ich sehr aufschlussreich, unglaublich aus welcher Perspektive Männer die Sache mit der Liebe und Partnerfindung sehen. Wirklich erheiternd…. Ich bin also nicht die einzige die ähnlich denkt…
Meine Damen, jetzt haben Sie es dem Hans-Joachim aber gegeben. Kriterien anwenden und Vorurteile haben – da hat frau doch Mann wieder einmal demaskiert. Aber – wie wäre es, wenn Sie ihre Weise mit den paar Buchstaben im Profil so viel besser umzugehen, einmal einstellen würden? Ich verspreche auch, ich kommentiere es nicht wieder – es sei denn, sie forderten mich ausdrücklich dazu auf.
Ich finde den Beitrag von Hans-Joachim wirklich gut. Gleicht diese Einstellung doch meiner. Es sind keine Vorurteile und ist auch keine Prinzipienreiterei. Es ist Erfahrung. Wie jeder damit umgeht, ist doch ihm selbst überlassen. Ich muss gestehen, so eine ehrliche Aussage macht einen Mann für mich erst attraktiv. Und mal ehrlich – ist eine Verurteilung dieses Beitrags nicht total mit Vorurteilen behaftet?
Ist Hans Joachim inzwischen eigentlich vergeben? Oder hat sich doch eine gefunden, die seinen knallharten Auswahlkriterien entsprochen hat?? Ich kann ihn aber gut verstehen. Es ist sicher eines jeden Recht, seine Erfahrungen umzusetzen in die Kriterien der weiteren Partnersuche. Dass H-J diese ehrlich (und humorvoll-selbst-ironisch) preisgibt, ehrt ihn, finde ich. Im Übrigen mache ich es selber so…also ebenfalls ganz ehrlich: es gibt gewisse K.O. Kriterien, da kann Frau Fischbach sagen was sie will!!
Es wäre hilfreich nach PLZ/Umkreis/Entfernung suchen zu könen, denn Bundesländerweit ist für mich, der an der Grenze von BW zu Hessen und RP lebt schwirig, weil viel BW-ler 300 km weit weg sind, und ich also BW, Bay, Hessen, RP mit in die Suche aufnehmen muss und dann 100000 Ergebnisse bekomme….
Jedem das Seine
. Menschen mit allzu fester Weltanschauung sind eher selten offene Gesprächspartner. Ich fände es sehr sinnvoll, wenn man bestimmte Ausschlußkriterien eingeben könnte, die es bisher noch nicht gibt, wie "Hunde" oder "will Kinder". Wenn beides definitiv nicht in Frage kommt, entfallen etwas 95 % aller Partnerschaftsvorschläge.. die nichts als Zeiträuber sind. Eine gutes Neues Jahr Ihnen alle!
hört ihr euch eigentlich mal selber zu? "akademiker und singles mit niveau" muss ja nicht sofort heißen, dass man hochgestochen daherlabern muss. lasst euch alle mal den spruch "ich weiß, dass ich nichts weiß" durch den kopf gehen.ein bisschen mehr bescheidenheit, wenn ich bitten darf.
Hallo,
ich finde die Vorschläge von Frank und Lilli klasse. Mir geht es als Nordhessin ähnlich mit Niedersachsen und Co., während Südhessen so weit weg liegt…
Ja und die Ausschlusskriterien. Bis ich mal kapiert habe, dass die Männer um die 50, die in meinem Alter sind, alle Kinder haben wollen und eine Dreißigjährige suchen… Als ich in einer E-mail mal vorschlug, meine Auswahlkriterien mit denen der Vorschläge abzugleichen, ich also keine Vorschläge mehr von Männern bekomme, die nicht nur nicht auf meiner Schiene laufen, sondern in einem komplett anderen Verkehrsystem (z.B. Flugzeug), wurde mir erwidert, das sei so gewollt und es hätten sich auf diese Weise schon ganz spannende Kontakte ergeben. Ja, kann ich mir gut vorstellen: Bruchlandungen und Entgleisungen…
Liebe Grüße
Martina
Ich bin seit einem Monat hier an Bord, meine anfängliche Euphorie hat beträchtlich nachgelassen. Daß mann/ frau erst einmal lernen muss die ganze Bandbreite der Kriterien – ähnlich wie bei einer Bewerbung – richtig zu lesen und zu deuten, ist offensichtlich und unausweichlich.
Parameter werden von Individuen individuell rezipiert, interpretiert und dann reproduziert, da wird logisch keine allgemeine Gruppengültigkeit entstehen. Ob ich mich in jemand verliebe, ist nicht abhängig davon, ob sie raucht oder im Urlaub gerne nach Venedig fährt. Das einzige was gar nicht geht, ist ein Pferd im Schlafzimmer, ich habe eine massive Allergie
Ich gebe Rainer aus München absolut recht. In ein Internetprofil kann man sich nicht verlieben. Respekt, Freundlichkeit, Zeit und Neugierde sind, zumindest nach meinen Erfahrungen, bei den Erstkontakten sehr wichtig. In unserer Zeit der Internetchats, flüchtigen Onlinekontakten, Bloggs, Twitter, unzähligen Partnerportalen kommt die persönliche, freundliche und verbindliche Sprache leider zu kurz. Ich bin nun mittlerweile länger hier an Bord und merke, je persönlicher und spezifischer der Kontakt aufgenommen wird, um so geringer ist die Resonanz. Als Mittvierzigerin ist mir die zum Teil flappsige Sprache befremdlich. Ernsthaftigkeit, Respekt, Charme und Witz zeigen sich nicht im Standardprofil. Nur im realen aktiven Leben kann sich eine Freundschaft oder sogar Liebe entwickeln, dazu sollte man ruhig geduldig vielen "Profilen" und damit Menschen eine Chance geben, zu zeigen, wie wertvoll sie wirklich sind. HG Kerstin