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Männer leiden anders, Frauen auch
Männer leiden anders, Frauen auch (Kategorie: Liebeskummerblog)
Männer haben schnell eine Neue? Frauen trauern intensiver?

Meine Kollegin Helga Felbinger und ich hatten die Idee einen Fragebogen an meine Klienten zu schicken, um zu erfahren: Wie leiden Frauen? Und wie leiden Männer?

Die Überraschung zuerst: Männer sind, um es einmal flapsig zu sagen, besser beziehungsweise sensibler als ihr Ruf. Jedenfalls, wenn sie Liebeskummer haben. Sie leiden nicht nur länger, als aus vielen gängigen Studien hervorgeht, sondern lassen sich auch mehr Zeit als bisher angenommen, ehe sie eine neue Liebe eingehen.
Das heißt aber nicht, dass ihr Sexualleben automatisch auf Null heruntergefahren wird, wenn ihre Partnerin sie verlassen hat. Ganz im Gegenteil: Unsere Fragebögen, in denen es sich ja schließlich um authentische Antworten handelt, belegen, dass Männer durchschnittlich drei Wochen brauchen, bis sie wieder eine Frau im Bett haben. Mit Liebe hat das wenig zu tun, mit Selbstbestätigung dagegen eine ganze Menge. Und: Je jünger der Mann, umso kürzer die Phase, in der er intensiv trauert. Un­ter den 20- bis 30-Jährigen war kaum jemand, der länger als ein Jahr gebraucht hatte, um wieder in festen Händen zu sein. Frauen schließen häufig zusammen mit der Liebe für eine lange Zeit auch mit dem Kapitel Sex ab. Die wenigsten können sich durch körperliche Leidenschaft über den Verlust des Partners hinwegtrösten. Im Gegenteil. Bei vielen werden durch schnell wieder ausgelebte Sinnlichkeit alte Wunden erneut aufgerissen. Die Zeit des Trauerns wird dadurch eher verlängert als verkürzt. Auch bei ihnen gilt: Je höher das Alter, desto länger der Kummer.

Hier nun eine besonders schöne Erkenntnis: Sämtliche Män­ner und Frauen, die nach ihrem Kummer eine neue Beziehung eingegangen sind, gaben an, dass diese glücklicher ist als die er­ste. Fast alle glauben, diesmal einen Dauerbrenner gelandet zu haben.
Routine und berufliche Pflichten, so geht aus den Antworten unseres Fragebogens hervor, helfen vielen Männern und Frauen dabei, den Kummer wenigstens stundenweise in die zweite Reihe zu verdammen. Im ersten Trennungsschock sind für Män­ner körperliche Aktivitäten, Sport und Reisen, für Frauen Ge­spräche mit Freundinnen und Verwandten sowie Therapien be­sonders wichtig.
Einig sind sich Männer und Frauen in der Beobachtung, dass Liebeskummer auf den Magen schlägt. Beide Geschlechter ga­ben an, dass sie im ersten Schmerz nicht essen konnten und stark an Gewicht verloren haben. Die meisten konnten außerdem nicht schlafen. Fast alle litten unter Depressionen, Selbstzweifeln und massiven Verlustängsten.

Lesen Sie nächste Woche, wie die Befragten auf schlimmstes Herzbrennen reagiert und was sie dagegen unternommen haben. Der Übersichtlichkeit halber haben wir die Antworten, bei de­nen wir uns aus Platzgründen auf die signifikantesten beschrän­ken mussten, nach Geschlechtern getrennt.


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