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Monogamie nie? Die offene Beziehung
Monogamie nie? Die offene Beziehung (Kategorie: Sie sucht sie)
Das Klischee sagt, Frauen lieben und Männer hassen sie: Die monogame Beziehung. Aber die offene Partnerschaft ist keine schwule Erfindung, auch lesbische Paare probieren neue Beziehungsformen aus.

100 Prozent Treu – für immer?

Wenn die Zweiklassen-Behandlung gegenüber der Ehe zwischen Mann und Frau einen Vorteil hat, dann den, dass die Community gezwungen ist, ihre Partnerschaftsmodelle zu hinterfragen und vielleicht außerhalb heterosexueller Normen neu zu definieren. Die Vielfalt der Community spiegelt sich schließlich auch in den Beziehungsformen wieder, die sie lebt. Gerade bei schwulen Männern heißt es: Monogame Beziehungen sind selten und nicht gewünscht. Dafür erwarten lesbische Frauen hundertprozentige Treue. Immer.

Statistiken sind manchmal gut, um die eigene Sicht der Dinge bestätigt zu wissen – jedoch von einer nicht greifbaren Masse. Beziehungen benötigen aber keine übergreifende Norm, denn sie definieren sich individuell über die jeweiligen Partnerinnen. Niemand muss sich sagen lassen: Alle unsere Freundinnen tun dies und das, deshalb müssen wir das ebenso machen.

Neue Erfahrungen zu dritt

Manche Experten wie der britische Attitude-Beziehungsdoktor Joe Kort argumentieren auf Basis evolutionspsychologischer Theorien, die besagen, dass nach etwa einigen Jahren in jeder Partnerschaft der Höhepunkt der sexuellen Anziehungskraft erreicht ist und danach absinkt. Er empfiehlt deshalb, spätestens dann das Thema anzusprechen und vielleicht zunächst zu dritt gemeinsam neue Erfahrungen zu machen. Nach vier bis fünf Jahren Nestphase hätte sich dann eine Partnerschaft meist so gefestigt, dass eine offene Beziehung möglich sei.

Vermutlich lässt sich behaupten, dass auf zwei Frauen, die Treue für unabdingbar halten, eine Frau kommt, die sich sexuell nicht auf eine Partnerin festlegen will. Draus folgt: es kann nicht einen Weg geben, der zu jeder passt und jedes Paar muss sich individuell damit auseinandersetzen und dies für sich definieren.

Drei wichtige Regeln für die offene Beziehung:

Wer sich auf eine offene Beziehung einlässt, wagt ein Risiko. Fraglos profitieren manche Partnerschaften davon, andere aber zerbrechen daran. Einige Regeln gilt es also zu beachten, um die Gefahren zu minimieren.

1. Definieren Sie Ihre eigenen Regeln
Ob Sie sich über Abenteuer informieren oder nicht, ob Sie gemeinsam einen Dritten in Ihre Beziehung lassen oder ob Sie eine „Einmal ist keinmal“-Vereinbarung treffen: Sie allein beurteilen, welche Regeln Ihnen gut tun und welche Sie belasten.

2. Hinterfragen und ändern Sie diese Regeln
Sie stellen fest, dass die Praxis Ihnen nicht so gut tat wie in der Theorie? Dann sprechen Sie das an. Sie haben beide das Recht, Regeln anzupassen. Vielleicht belastet es Sie doch, wenn Sie alles wissen, vielleicht möchten Sie doch gar nichts erfahren? Wichtig ist, dass Sie sich an Ihre Regeln immer halten und Sie erst ändern, nachdem Sie darüber gesprochen und sich einvernehmlich geeinigt haben.

3. Ehrlichkeit ist Grundvoraussetzung
Sie haben Angst, Ihre Partnerin zu verletzen? Dann liegen Sie damit vermutlich richtig. Wissen können Sie aber nur, wenn Sie darüber gesprochen haben. Ohne Vertrauen ist eine offene Beziehung wie ein Flur: eine offene Tür lässt frische Luft herein, zwei offene Türen führen zu Durchzug.
 

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