Sie können 100 Frauen fragen, von 90 kriegen Sie bestimmt zu hören, dass Männer im Anzug attraktiv sind.
Die Macht des ersten Eindrucks ist unglaublich groß. Innerhalb von Sekunden bilden sich unsere Mitmenschen ein Urteil über uns. Ein Anzug provoziert (meistens) dienliche Vorurteile.
"Kleider machen Leute", sagte meine Oma immer. Auch sie wusste, wie viel die "Verpackung" im Alltag bedeutet. In bestimmten Berufen etwa ist meistens eine entsprechend "typische" Kleidung angesagt. Seriöse Berufssparten – allen voran Finanz-, Wirtschaftswelt und Politik – werden nicht aus Zufall von Personen mit seriösen Kleidungsstücken repräsentiert. Das erwartet der Durchschnittsbürger natürlich auch. (Ob die Betreffenden tatsächlich seriös sind oder nicht, ist eine andere Sache.)
Ein frappantes Beispiel: Würden wir im TV einen Staatsempfang verfolgen, bei dem die Politiker in Jeans und Pulli herumliefen, würden wir verwundert die Augen reiben. Gut, wenn links-alternative Minister anwesend wären, lägen die Dinge anders. Das entspräche möglicherweise unserer Erwartung.
Umgekehrt wird aber, wie oben angedeutet, auch oft vom Kleidungsstil auf Eigenschaften der jeweiligen Person geschlossen, außerdem auf den sozialen Status oder den ausgeübten Beruf. Das liegt daran, dass wir alle (erlernte) Vorurteile haben, die im Alltag, wenn wir auf Menschen treffen, ausgelöst werden. Eine Auswirkung hiervon ist, dass ein ansprechendes Äußeres tendenziell zu gewinnbringenden Vorurteilen führt. Natürlich geschieht das unbewusst. In Bezug auf ein seriöses Erscheinungsbild – zum Beispiel ein Herrenanzug (Sakko, Hemd, Krawatte, Hose) – heißt das: Betreffende werden meistens mit "geschäftlichen Grundtugenden" verbunden, etwa Effizienz, Kompetenz und eben Seriosität (siehe auch das Interview mit der Diplomdesignerin Charlotte Giese in der taz vom 14.05.2009). Umgekehrt landet man mit einem "Lotter-Outfit" gewöhnlich in nachteiligen Schubladen, zumindest im Berufsalltag.
Diese Erkenntnisse sollten Singles berücksichtigen, die auf der Partnersuche sind. Wer am Wochenende in Bars und Diskotheken ein seriöses Äußeres zur Schau stellt, selektiert nicht-wissend die potenzielle Klientel an diesem Abend. Bestimmte Frauen werden positiv beeindruckt, andere negativ, und zwar vorauseilend. Denn der erste Eindruck zählt! Hier stellt sich die Frage: Was will ich überhaupt vermitteln?
Meinen Persönlichkeitsstil? Meine Schattenseiten? Darauf sollte man achten. Denn wer ein offensichtlich "hemdsärmeliges" Outfit trägt, zieht wahrscheinlich auch vermehrt "Kumpel"-Typen an. Ein extrovertierter Kleidungsstil dürfte tendenziell auch extrovertierte Menschen reizen, und zwar positiv.
Sie glauben gar nicht, wie viele interessante Erfahrungen man machen kann, wenn man nur flexibel bleibt. Das kann aber auch nach hinten losgehen. Vor Jahren tanzte ich auf einer Faschingsveranstaltung in Landau mit einer hübschen Frau. Meine Verkleidung: Security-Outfit. Irgendwann fragte mich meine Tanzpartnerin: "Seit wann arbeiten Sie als Security?" Ich musste laut loslachen. Ganz ehrlich: Ich konnte sie nicht davon überzeugen, dass ich ein Kostüm trug, sie hielt es für meine Arbeitskleidung!
…und ausserdem: Die Maenner im Anzug sind einfach SEXY! Finde ich.
Oh da hast du recht. Anzüge haben irgendetwas…….
Ich bin mit und ohne Anzug sexy
Man kann ja die Krawatte auch so tragen!