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Liebesglück auf Rezept?
Liebesglück auf Rezept? (Kategorie: Partnersucheblog)
Die Wissenschaft wird nicht ruhen, bis sie das komplexe Phänomen der Liebe entschlüsselt hat. Viele Teilaspekte sind bereits unter die Lupe genommen. Jedoch bleibt das große Ganze immer noch ein Geheimnis.

Ein häufig verbreiteter Irrtum ist beispielsweise, dass Hormone verantwortlich fürs Verlieben sind. In dieser kausalen Formulierung ist der Zusammenhang nicht korrekt. Die Hormone feuern aus dem Hypothalamus und der Nebenniere, wenn wir uns verliebt haben. Dann sorgen sie in der Tat für weiteres Verstärken der Gefühle, für den wunderbaren Tunnelblick, der nur noch den Partner sieht und alle anderen Versuchungen ausblendet, und die rosarote Brille, die die neue Eroberung über jeden Makel erhaben macht.

Ein besonderes Hormon bei Verliebten ist das Phenylethylamin, kurz PEA. Die Wirkung bekommen Paare beim Übergang von Verliebtheit in Liebe zu spüren. Das Hormon befindet sich außerhalb des Körpers in kleinen Mengen in Nahrungsmitteln wie Schokolade oder  Bittermandelöl. Verliebte befördert das Hormon in himmlische Zustände, mit Nebenwirkungen wie Bauchflattern, feuchten Händen und temporären Konzentrationsschwächen. Nur verständlich, dass man einem solch verheißungsvollen Liebesglück neurochemisch auf die Schliche kommen will. Daher arbeiten Amerikanische Forscher an synthetischen Phenylethylamin-Pillen. Sie lassen Langzeitpartner PEA schlucken, um zu schauen, inwieweit sie diese in die Euphorie erster Verliebtheit versetzen können.
Interessant ist nämlich, dass sich die Nervenenden im Gehirn an die erhöhten PEA-Werte nach spätestens vier Jahren Zweisamkeit gewöhnen. Das fand jedenfalls der australische Chemiker Peter Godfrey von der Monash-Universität in Melbourne  heraus. Dann ist neurochemisch die Phase der Verliebtheit vorüber und der Zeitpunkt gekommen, an dem Partner etwas tun müssen, um ihre Liebe lebendig zu erhalten.

Doch die Hormone allein können keine Partnerschaft vor einer Trennung bewahren. Sie mögen teilweise künstlich Gefühle erzeugen können, die ohne die Substanz nicht erlebt werden würden. Doch eine Langzeitstudie im Großraum San Francisco an 50 Paaren, die mindestens neun Jahre zusammen waren, befand, dass Liebende nur zusammenbleiben, wenn sie immer wieder die Balance finden zwischen Idealisierung und Realität ihrer Liebe, sich unterstützen, einander Geborgenheit geben und dabei ihren Humor nicht verlieren. Mit der Zeit sinkt in fast jeder Partnerschaft der Stellenwert von Sexualität. Was aber nicht heißen soll, dass guter Sex für viele Paare nicht sehr wichtig sein kann und das Miteinander befriedigend gestaltet. Aber der Spaß zwischen den Laken steht bei Langzeitpaaren nicht mehr ganz obenan.  Wichtiger wird das Gefühl von Gemeinsamkeit und Vertrauen.

Noch steht der Nachweis der PEA-Pille aus. Aber eins ist jetzt schon gewiss. Sie wird keine Beziehungen retten können, die bereits in den Brunnen gefallen sind. Vielleicht mag sie hier und da als Booster wirken. Doch es gehört so viel mehr zu einer erfüllenden Liebe als biochemische Prozesse.


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