ElitePartner Magazin
Kategorie | Partnersucheblog


Liebe unter Verwandten
Liebe unter Verwandten (Kategorie: Partnersucheblog)
Wenn der Cousin mit der Cousine - Ein Tabuthema, welches keins sein muss ...

Das nenne ich, richtig baff erstaunt gewesen zu sein. Gestern hatten wir Teamsitzung in der Praxis, in der ich hier in Hamburg arbeite. Beim anschließenden Klönschnack (wie die Norddeutschen so schön für lockere Plauderei sagen) erwähnte meine Kollegin, dass sie am Wochenende bei einer Hochzeit eingeladen sei.

Eine Cousine von ihr heiratet ihren Cousin. Es wäre auch schon Nachwuchs im Bauch. Einen Moment wurde es ganz schön still im Raum, bis der erste verlegen sagte: "Ach, dass ist ja spannend." Ich musste mich auch einen Moment konzentrieren, um diese Konstellation der Liebe auf mich wirken zu lassen.

Da meldete sich bei mir der Verstand und rief mir erleichternd ins Bewusstsein: Die Heirat zwischen Cousin und Cousine ersten Grades ist in Deutschland und vielen europäischen Ländern schon seit langer Zeit gesetzlich erlaubt ist. Und: Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind mit einer Behinderung zu bekommen, steigt lediglich von 2 auf 4 Prozent, wenn die Eltern Cousin und Cousine sind (die Chance ein gesundes Baby zu bekommen, liegt also bei 96 Prozent). Obwohl völlig im gesetzlich grünen Bereich hat eine Liebe unter Familienmitgliedern schnell den schalen Beigeschmack, verboten oder als eine Art von Inzest verrufen zu sein. Viele Menschen reagieren mit Vorurteilen solchen Paaren gegenüber, sind irritiert oder schockiert und wissen sich nicht zu verhalten. Oft werden sie ausgegrenzt und gemieden. Das liegt sicher zum einen daran, dass eine Partnerschaft unter Familienmitgliedern eher die Ausnahme ist. Meist lässt man Gefühle in einer solchen Konstellation nicht zu oder unterdrückt sie, weil es die eigene Moral verbietet und eine derartige Liebe gesellschaftlich verpönt ist. Trotz solcher Zweifel und Tabus kommt es aber immer wieder zu einer Anziehung unter Familienmitgliedern. Wenn ich zurückblicke, erinnere ich, dass eine Freundin von mir den ältesten von den drei Jungs ihrer Tante vor vielen Jahren im Toskanaurlaub auch ganz anziehend fand. Na, gut, sie war damals 16 und er 19 Jahre ? könnte man also als pubertäre Schwärmerei abtun. Aber nach ihrem Bericht zufolge haben die beiden miteinander geflirtet und sich bei der Nachtwanderung verdächtig eng eingehackt. Doch hat ihre Moral und Erziehung aufkommende Zuneigung schon im Keim erstickt, bevor sie überhaupt die Chance hatte, bewusst zu werden. Ich denke, dass es den meisten so gehen würde: Aufkommende Verliebtheitsgefühle werden eher verdrängt, hat man Angst "unnormal" zu sein und auf viel Ablehnung im sozialen Umfeld zu stoßen.

Ist es daher besser diese Gefühle für sich zu behalten, oder kann es gut sein, sie auszuleben? Ich denke, bei diesem Thema ist besonders viel Sensibilität und Weitsicht gefragt. Ob man eine solche Liebe verleugnet oder leben will, hängt ganz davon ab, wie klar und selbstbewusst man damit umgeht. Ob man seine moralischen Zweifel überwinden kann und das Gegenüber dadurch nicht in eine Krise gezogen wird. Nicht jeder ist stark genug, Ablehnung aus der nahen Umgebung standzuhalten. Das Risiko der psychischen Belastung sollte unbedingt vorher abgewogen werden.

Und wenn der Mut und die Liebe größer als die Zweifel sind, stellt sich immer noch die Frage: Wie geht man damit um, wenn die Umwelt negativ reagiert? Sich gänzlich zurück zu ziehen, führt nur zur eigenen Isolation. Besser ist, seine Liebe selbstbewusst zu zeigen ohne jedoch in eine "jetzt-erst-recht"-Protesthaltung zu verfallen. Ratsam ist, verstärkt die Nähe der Menschen zu suchen, die genug Toleranz haben. Ansonsten hilft es, Berührungsängste anzusprechen, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. In diesem Sinne: Wo die Liebe hinfällt…


Ältere Beiträge
/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

/magazinmagazin/wp-content/themes/elitepartner_rebrush/thumb.php?src=&w=100&h=57&zc=1&q=90
 

Zur Kategorie Partnersucheblog
Zur Magazin Startseite

Artikel kommentieren

E-Mail

wird nicht angezeigt (Pflichtfeld)
Name

wird angezeigt (Pflichtfeld)
Kommentar

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen,
wenn der Inhalt unseriös ist oder sich nicht konkret auf den Artikel bezieht.
Code Eingabe



2 Antworten zu “Liebe unter Verwandten”

  • dyrk sagt:

    in den 80`ern hatte ich mit meiner Cosine auch ein Verhältnis. Wir waren beide Teenis. Verbrachten damals regelmäßig unsere Ferien an der Ostsee und gingen an den FKK-Strand. Es war einfach nur schön. Das Problem an der Sache war, das zu DDR-Zeiten solche Beziehung nicht wirklich geduldet wurden und unsere Familien uns auch nicht unterstützten. So kam was kommen mußte. Jeder von heiratet jemanden anderen und wurde nicht glücklich damit. Heute fahren wir manchmal zusammen weg und erinnern uns an alte Zeiten.:)

  • ulinka sagt:

    In meiner Familie haben wir so einen Fall. Meine Nichte hat meinen Neffen geheiratet. Beides Kinder meiner Brüder. Es war am Anfang etwas befremdlich für mich. Für die ganze Familie möchte ich sagen. Doch die Beziehung läuft sehr gut und unser fremdeln hat sich gelegt. Einer meiner Brüder hat damit zwar immer noch Probleme, doch sie halten sich in Grenzen. Habe Ihren Beitrag mit großem Interesse gelesen. Danke.