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Liebe oder Sucht?
Liebe oder Sucht? (Kategorie: Trennungsblog)
Es ist nicht lange her, da habe ich eine Frau getroffen, die sagte, sie sei süchtig nach einem Kerl.

Es war eine recht turbulente Zeit, in der ich sie kannte und schnell stellte ich fest, dass es nicht das Einzige war, wonach sie süchtig war.

Alkohol, Drogen, Aufmerksamkeit, Sex. Alles war für sie eine Sucht. Als der Kerl dann Schluss machte – es war ihm wohl zuviel – da sagte ihre beste Freundin, es wäre ganz natürlich, dass sie sich jetzt so fertig machen würde. Sie hätte ihn halt geliebt. Geliebt? Sie rief ihn nachts an und kroch buchstäblich auf dem Boden hinter ihm her, wenn er sich erbarmte, Zeit für sie zu haben. Sie schrie und drehte durch, wenn er nicht erreichbar war. Klar, sie tat alles für ihn. Wirklich alles. Aber war das Liebe? War das wirklich Liebe? Nun, es ist kein patentierter, geschützter, legal definierter Begriff. Die Liebe. Und mit Sicherheit ist sie nicht das bedingungslos Wunderbarste auf der Welt. Denn auch die größten Idioten und schlimmsten Zicken werden geliebt und fügen Partnern leid zu. Aber zumindest ist Liebe an sich doch etwas Sympathisches, oder? Etwas Positives? Wenn auch am falschen Platz… Selbst, wenn es uns zu einer Unmenge falscher Entscheidungen treibt? Wenn man es so sehr braucht, ist das Liebe? Kann das Liebe sein? Ist das nicht eine Sucht? Nach Aufmerksamkeit, nach Nähe, nach Zweisamkeit. Der Zyniker in mir (ein recht ausgewachsenes Exemplar) sagt jetzt, dass Liebe das vielleicht immer ist. Aber genau da bin ich mir nicht sicher. Liebe hat damit zu tun, dass man sich gut fühlt. Selbst unglücklich verliebt ist irgendwie … wow! Einfach etwas brauchen ist keine Liebe. Dann ist natürlich die Frage, was bleibt? Wie viele Menschen kenne ich, die den Partner lieben, weil sie sich durch ihn sicher fühlen, den Rücken frei haben wollen oder einfach bequem sind? Wie wenige Leute kenne ich, die nach zehn Jahren noch wirklich heiß und innig lieben?

Die Geschichte damals ging nicht so gut aus. Die Frau endete in der Psychiatrie und die machte alles nur noch schlimmer. Ihr Ex erwirkte irgendwann eine einstweilige Verfügung gegen sie, die er gelegentlich mal auflöste, um mit ihr zu schlafen. Sie verschwand irgendwann und ich hoffe, es geht ihr irgendwo besser. Dass sie irgendwann mal wirklich glücklich. Liebe wollen ist toll. Liebe haben, noch besser. Liebe brauchen? Ist das noch Liebe?


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2 Antworten zu “Liebe oder Sucht?”

  • Clara sagt:

    Oh Gott, der Beitrag tut weh.
    Ich muss sagen darin erkenne ich mich selbst absolut wieder. Liebe kann zur Obsession werden und das wird dann irgendwas anderes. Mein Freund floh irgendwann aus der Stadt, weil ich ihn nicht in Ruhe ließ. Der war ein Schwein, aber am Ende wurde ich wohl schlimmer.
    Jetzt . . . zehn Jahre später schäme ich mich fürchterlich dafür.

  • 7E2D9708 sagt:

    Dieser Sachverhalt bei der Frau kann als Borderline-Syndrom bezeichnet werden . Ich hatte seit 11.2009 das gleiche Problem mit einer Frau. Sie hatte mich Tag und Nacht angerufen und war sehr depremiert, wenn ich keine Zeit für sie hatte.I nformationen über meine ehemalige Freundin hatten ergeben, daß sie schon öfter in psychatrische Behandung war.Ich bin froh das sie die Beziehung beendet hatte. Sie hätte mich auch noch mit in Ihren Sumpf hineingezogen (Drogen und Alkohol) und der einzige Mann war ich auch nicht in diesem Zeitraum.