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Kanadier verschickt 3.700 Such-Mails
Kanadier verschickt 3.700 Such-Mails (Kategorie: Liebeskummerblog)
Manche gehen die Partnersuche sehr aktiv und kreativ an. Richtig so!

Liebe Leser, aus eigener Erfahrung (Single Widerwillen) gebe ich Ihnen heute einige Tipps, um aus dem Liebestief langsam wieder raus zu kriechen. Das Leben lehrt uns, dass eine Menge Selbstdisziplin und Kraft dazugehört, sich selbst wieder zu mögen und sich aus der Opferrolle zu befreien. Wenn wir verliebt sind, können wir Berge versetzen. Keine Auf­gabe ist so schwierig, dass wir sie nicht lösen können.

Unser Po­tenzial, über uns selbst hinauszuwachsen, ist am größten, wenn es um den geliebten Partner geht. Für ihn entwickeln wir Kreati­vität, Fantasie und notfalls Selbstdisziplin. (Oder haben Sie die drei, vier Kilos die Sie schon immer gestört haben, etwa nicht im Überschwang der ersten Verliebtheit mühelos abgespeckt, um Ihrem Schatz noch besser zu gefallen?)

Wir lassen uns 1000 Dinge einfallen, um dem geliebten Menschen eine Freude zu machen. Er muss nur neben­bei einen Wunsch äußern, und schon setzen wir Himmel und Hölle in Bewegung, um ihn zu erfüllen. Egal, wie aus­gefallen er sein mag. So beobachtete ich einen meiner Lieblingsverleger, einen viel beschäftigten, erfolgreichen Mann, zufällig einmal dabei, wie er mit Engelsgeduld liebevoll 24 winzige Päckchen packte, weil er seine Verlobte mit einem selbst gebas­telten Adventskalender überraschen wollte. Anfang des Jahres wurde eine kurze, aber bemerkenswerte Agentur-Meldung von vielen Tageszeitungen ge­druckt: Der liebeskranke Kanadier Marc Lachance hatte sich auf Kuba in eine junge Belgierin verliebt und beim Abschied vor lauter Aufregung vergessen, sie nach ihrem Nachnamen und ihrer Adresse zu fragen. Nur, dass sein Schwarm Sabine hieß, wusste er. Das Ende vom Lied: Der Kanadier verschickte 3700 Liebesgrüße – an alle Bel­gierinnen mit dem Namen Sabine, die er im Internet hatte finden können. Ob er Erfolg hatte, war nicht vermerkt. Aber da der Meldung ein Urlaubs­foto von ihm und seiner verlorenen gegangenen Geliebten beige­fügt war, können wir davon ausgehen, dass sich Marc und Sabine wieder in den Armen liegen.

Die Beispiele zeigen: Das Gefühl, zu lieben und geliebt zu werden, setzt ungeahnte Kräfte frei, die wir – zumindest am Anfang – ganz in den Dienst der Partnerschaft stellten. Schön und schade zugleich. Schön, weil die Phase der Leidenschaft durch die Bemühungen noch himmelstürmender wird. Schade, weil das größte Potenzial an Bereitschaft, die Partnerschaft glanzvoll und tragfähig zu machen, bereits ver­pufft ist, wenn erste Abnutzungserscheinungen auftreten. Dann sind wir meist schon ein wenig müde geworden. Und finden nicht immer den Dreh, uns wieder so zu motivieren wie am Anfang, als jedes noch so win­zige Missverständnis zum Festival der Versöhnung führte.

Aber: Hat uns der Liebeskummer fest im Griff, werden diese Energien erneut frei. Wieder sind wir voller Kreativität, Fantasie, Veränderungsbereitschaft. Aber diesmal in ei­gener Sache. Und das ist gut so. Wenn die Erstarrung und der erste Schock nachlassen, ist der Moment gekommen, gesunden Egoismus zu entwickeln und jene Dinge anzugehen, die bisher nur ein vager Traum waren und wieder und wieder verschoben wur­den, weil sie mit der Beziehung unvereinbar waren. Mal ehrlich, wollten Sie nicht schon lange einen Salsa-Kurs machen? Oder Seidenmalerei betreiben? Oder mehr auf Ihrer Gitarre zupfen? Ihre Freundinnen aus der ersten Klasse zu einem Wiedersehen zusammentrommeln? Die Jazzgymnastik, die Sie seinetwegen aufgege­ben hatten? Tun Sie's! Das möbelt Sie auf, lenkt Sie ab und stärkt Ihr Selbstvertrauen.


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