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Liebe im Büro – ein zweischneidiges Schwert?
Liebe im Büro – ein zweischneidiges Schwert? (Kategorie: Kennenlernen)
Zwischen Drucker und Kopierer anzubandeln, ist zwar praktisch, birgt aber auch einige Gefahren. Büroklatsch und Kompetenzgerangel können die Folgen sein. Wie eine Beziehung am Arbeitsplatz dauerhaft gelingt, lesen Sie hier.

Gelegenheit macht Liebe

Eine Umfrage unter ElitePartner-Mitgliedern ergab: Zwei Drittel der Befragten war schon einmal in einen Kollegen verliebt, 31 Prozent davon jedoch nur heimlich. Jeder Zweite ging einen Schritt weiter und hat sich auf eine Beziehung mit einem Arbeitskollegen eingelassen. Kein Wunder: "Wir verbringen einen Großteil unserer Zeit im Beruf", erklärt Single-Coach Lisa Fischbach. "Deshalb passiert es häufig, dass aus einer losen Bekanntschaft zwischen Kollegen plötzlich mehr wird. Schließlich fällt das Annähern hier leichter, da die Kontaktpunkte und Gesprächsthemen durch das gemeinsame Arbeitsumfeld gegeben sind."

Die heiklen Seiten der Büroliebe

Doch so eine Liebe ist nicht ohne Risiko. Denn wie kann ein Paar die persönliche und die berufliche Ebene miteinander vereinen, bzw. in den richtigen Momenten voneinander trennen? Kathleen (35) und Marius (38) standen vor diesem Problem: "Nach einer Betriebsfeier sind wir uns näher gekommen und ziemlich schnell stand fest, dass daraus etwas Ernsthaftes wird", berichtet der Architekt. Deshalb verheimlichten sie ihre Beziehung zunächst. Doch bald gab es Gerede und deshalb beschlossen die beiden, ihre Liebe offiziell zu machen.
Kein Problem findet auch die Psychologin. Aber ein paar Dinge sollten beachtet werden: "Vermeiden Sie Intimitäten wie Küssen, Kosenamen oder Umarmungen. Und verbringen Sie die Mittagspause auch mit anderen Kollegen. Zudem sollten Sie auf privaten Austausch während der Arbeitszeit weitgehend verzichten. Natürlich können Sie sich unterhalten, jedoch allzu intimes Geplauder oder private Details sollten außen vor bleiben." Kurz: Behandeln Sie den Partner einfach wie einen Kollegen – natürlich nur bis zum Feierabend.

Doppelte Professionalität ist gefragt

Wer sich auf eine Beziehung am Arbeitsplatz einlässt, sollte sich laut Lisa Fischbach bereits zu Anfang fragen, ob er emotionale und berufliche Bedürfnisse trennen kann. "In einer solchen Beziehung können Sie Ihre Leidenschaften nicht wie sonst ungehindert ausleben, sonder müssen sich diszipliniert verhalten." Wenn es heftig geknallt hat, nehmen Sie sich lieber ein paar Tage Urlaub, um Abstand zu gewinnen, statt Ihren Rosenkrieg von Schreibtisch zu Schreibtisch auszutragen.
Kathleen und Marius gelingt das ganz gut. Obwohl sie projektbezogen oft in einem Team arbeiten. "Wir haben klare Absprachen und deshalb funktioniert es meistens problemlos", sagt Marius. Auch die Kollegen akzeptieren die beiden als Team, weil sie wissen, dass sie keine große Sache daraus machen.
Für Kathleen ist es nicht das erste Mal, dass es im Büro gefunkt hat: "Ich war Mitte zwanzig und hatte gerade als Berufsanfängerin begonnen. Da machte mich der Chef an. Ein toller Typ. Aber eben verheiratet." Kathleen hatte begreiflicherweise Bedenken, obwohl ihr Boss ihr eine Beförderung in Aussicht stellte. So ein Verhältnis gleicht dem Spiel mit dem Feuer und kann einem leicht zum Verhängnis werden. Neid, Missgunst, Ausgrenzungen oder Mobbing sind mögliche Folgen, die das Arbeitsklima schwer belasten. Einziger Ausweg: Ein Jobwechsel.

Die lieben Kollegen…

Welche Rolle spielen Vorgesetzte und Kollegen für ein verliebtes Kollegenpärchen? Arbeitsrechtlich ist die Liebe am Arbeitsplatz zwar nicht verboten. Doch der Arbeitgeber kann Mitarbeiter durchaus abmahnen, wenn der Eindruck entsteht, die Leistung werde durch die Liebe beeinträchtigt. Kommt es zum Streit, kann der Vorgesetzte vermitteln und womöglich eine Versetzung in eine andere Abteilung initiieren. Deshalb ist es wichtig, den Chef, wenn Sie Ihre Liebe publik machen, kurz und sachlich zu informieren, damit er im Bilde ist.
Auch die Kollegen sollten Sie pfleglich behandeln. Schließlich sind sie diejenigen, die Ihnen bei aller Verliebtheit zu mehr Bodenhaftung verhelfen können, die dichthalten und Ihnen aus der Klemme helfen, wenn doch einmal etwas falsch läuft. Taktlose Kollegen, die unverschämte Fragen stellen oder dumme Bemerkungen machen, bremsen Sie am besten unbeeindruckt mit ebensolchen schlagfertigen Sprüchen aus.

Wenn es vorbei ist

Wenn die Büroliebe nicht für immer hält, sondern irgendwann zerbricht, wird es womöglich kompliziert. Denn Ihrem "Kollegen" können Sie nicht einfach so aus dem Weg gehen. Der Arbeitsalltag wird zum Spießrutenlauf und jede Begegnung reißt die (Trennungs-)Wunden erneut auf. "Versuchen Sie, so professionell wie möglich zu handeln, auch wenn es um Emotionen geht", rät Lisa Fischbach. "Beziehen Sie auf keinen Fall Kollegen ein, wenn es Konflikte gibt und handhaben Sie Spannungen, Liebeskummer und Trennung unbedingt diskret." Letzter Ausweg, falls es gar nicht geht: Wechseln Sie intern die Abteilung oder gar den Arbeitsplatz.

 

 

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