Phantasien haben nicht unbedingt etwas mit realen Wünschen zu tun.
Hand aufs Herz: Haben Sie Ihre erotischen Fantasien schon einmal einem anderen Menschen anvertraut? Nein? Dann sind Sie nicht allein: Die wenigsten von uns haben dem Menschen, mit dem sie Tisch und Bett und auch sonst alles teilen, von ihren geheimsten sexuellen Träumen erzählt.
Hobbypsychologen mögen versucht sein, dies als Zeichen zu werten, dass der Beziehung womöglich etwas fehlt. Aber dem ist nicht so. Im Gegenteil: Eine Studie verglich Frauen, die eine Therapie wegen sexueller Störungen machten mit Frauen, die ein erfülltes Sexleben hatten. Und das Ergebnis: Ausgerechnet in der zweiten Gruppe gaben sich wesentlich mehr Frauen ihren erotischen Träumen und Vorstellungen hin. Eine weitere Erklärung untermauert dieses Ergebnis weiter, denn Frauen haben allgemein eher eine Neigung zu Tagträumen, so dass ihre erotischen Fantasien wohl mehr damit zusammenhängen, als mit einem unerfüllten Sexualleben.
Homosexuelle oder aggressive Fantasien haben nichts mit tatsächlichen Wünschen zu tun. Viele Frauen stellen sich in ihren Träumen beispielsweise gern eine lesbische Begegnung vor. Dennoch sind sie keineswegs homosexuell veranlagt und verleugnen ihre Wünsche. Gerade die Szenarien, die weit von unserer Lebenswelt entfernt sind, wirken besonders Lust bringend. Und: Die inneren Bilder helfen uns, die Beschränkungen der Realität zu überwinden oder auch nur auszuhalten.
Sinnliche Träumereien dienen aber nicht nur der Flucht aus dem Alltag, so das Ergebnis einer Befragung. Knapp ein Viertel der Interviewten bezeichneten ihre Fantasien als eine Art Stimmungsaufheller. Besonders interessant ist der Aspekt der absoluten Privatheit. Dieses Kopfkino spielt sich dort ab, wo niemand sonst Zutritt hat, und genau das macht es so sinnlich und anregend – denn es ist geheimnisvoll und gehört nur uns allein. Werfen Sie also alle Bedenken, Schuldgefühle oder Scham über Bord und geben Sie sich lustvoll Ihren ganz persönlichen Fantasien hin!
Das sehe ich nicht unbedingt so. Dinge zu träumen heißt für mich geheime Wünsche zu haben. Sich zu wagen, diese auch tatsächlich umzusetzen, auszuleben, ist viel spannender und erfüllender als heimliche Träume, die nur Träume bleiben. Diese führen m. A. nach eher dazu, sich insgeheim nach neuen Partnern zu sehnen, weil wir unerfüllte Sehnsüchte mit uns herumtragen…
Kann die Meinung von Analizzi nur unterstreichen.
Ist alles sehr interessant…und….jeder hat in irgend einer Weise Recht!!!
….aber; wenn Träume Wirlichkeit werden sollten, sind die Träume weg.
Dies hält uns eigentlich davon ab, die Fantasien (ist mir angenehmer als das Wort "Träume") wirklich umzusetzen.
Die Vielfalt der heutigen Medienwelt offeriert uns ja täglich "das Greifen nach Fantasien", dem wir uns fast nicht mehr entziehen können; jedenfalls nicht so einfach!
Ich bin davon überzeugt, dass das "Kopfkino" in den wenigsten Fällen tatsächlich umgesetzt wird.