Die beiden Models zeigten offen ihre Abneigung, was ihm jedoch nicht viel ausmachte.
Laut Studien sind Männer sehr schlechte Menschenkenner – vor allem wenn es um die Interpretation der weiblichen Körpersprache beim Small Talk geht.
Klarer Fall, eigentlich eine Binsenweisheit. Diese tragische Tatsache ist vielen Frauen wohlbekannt. In meinen Flirtkursen haben zahlreiche weibliche Singles von entsprechenden unliebsamen Situationen gesprochen. Diese Situationen hatten meistens folgenden Tenor: Er spricht sie an, die Umgebung ist hierbei irrelevant. Relevant ist: Er tut dies, obwohl sie permanent negative Signale sendet, etwa die kalte Schulter zeigt, kontinuierlich Blickkontakt vermeidet usw.
Tatsächlich kann eine solche männliche Wahrnehmungsstörung einmünden in ein gedankliches Extrem à la "Du willst es doch auch". Die potenziellen Folgen dieses Schemas sind bekannt. In diesem Fall haben wir es dann mit einer so genannten Projektion zu tun.
Gestern wurde mir dieser Mechanismus mal wieder vor Augen geführt. War interessant. Ich folgte der Einladung eines befreundeten Fotografen, der Bilder eines Paares beim Flirten für ein Frankfurter Stadtmagazin machte. Er wollte meine Meinung berücksichtigen. Ort des Geschehens: im Obergeschoss eines gehobenen Restaurants.
In petto hatte er zwei Models. Eine attraktive Brünette Mitte 20 – und einen athletisch wirkenden Ashton-Kutcher-Typ in circa demselben Alter. Er schoss ein paar Bilder von ihr alleine, und wir, meine Frau und ich, gaben ein paar Hilfestellungen. "So, die Hand etwas höher, ja, gut so."
Jedenfalls, die beiden Models verstanden sich nicht so gut, die "Chemie" fehlte fast völlig. Und als dann die beiden miteinander flirten sollten, war es dann soweit. Ihre Körpersprache verriet offen ihre Abneigung (gemeint ist das weibliche Model) – was ihm jedoch nicht viel ausmachte. Schien es gar nicht zu bemerken. Wir mussten die junge Frau dann doch ein bisschen motivieren, sich nicht andauernd zurückzulehnen, wenn er ihr – aus ihrer Wahrnehmung – zu nahe kam. Alle zwei, drei Sekunden sagte ich schmunzelnd: "Carmen…Abwehr, Abwehr, Abwehr."
Irgendwann überwand sie sich – und die Bilder waren im Kasten. Meine Frau und ich sprachen dann noch im Anschluss an das Shooting bei einem Cocktail über das, was da passiert war.
Also, das Beispiel spricht, wie gesagt, für einen allgemeinen Trend unter Männern, und ich kann allen flirtwilligen Kerlen nur raten: "Achten Sie auf nonverbale Reize!"
Einfach super, nur leider kapieren es die Männer nicht bzw. ich habe die Erfahrung gemacht: Man kann es ihnen noch so oft sagen, aber es hapert bei der Umsetzung. Ich vermute mal aus Angst.
Alles Liebe
So ein Quatsch! Durch das ablehnende Verhalten der Frau wird ja wohl beim Mann der Jagdinstinkt geweckt und sie wird dadurch nur umso interessanter für ihn! Warum wird so vieles immer nur aus Sicht der Frau dargestellt? Auch mal ein bisschen Verständnis fürs andere Geschlecht haben, macht das Leben leichter..
Ich kann Nadine nur zustimmen (Der Kommentar von Helga "Maenner kapieren es nicht" zeugt von recht wenig Menschen- bzw Maennerkenntnis).
Erstens stellt sich fuer mich immer die Frage, ob ein Flirt ein Quiz sein muss und es nicht moeglich sein soll, dem anderen einfach zu sagen, was man will. Zweitens reagiert jede Frau / jeder Mann wohl unterschiedlich. Was der/die eine als klare Ablehnung interpretiert sehen moechte, muss fuer den anderen noch lange nicht das Gleiche bedeuten. Und welcher Mann gibt schon so schnell auf, wenn sein "Jagdinstinkt" geweckt ist?