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Interview: “Was ist eigentlich Geborgenheit?”
Interview: “Was ist eigentlich Geborgenheit?” (Kategorie: Psychologie)
Prof. Dr. Hans Mogel leitet den Lehrstuhl für Psychologie der Universität Passau. In seinem Buch "Geborgenheit - Psychologie eines Lebensgefühls" ergründet er die Vorstellungen von Geborgenheit und wie sie sich im Laufe unseres Lebens wandeln.

Geborgenheit, so erklärt der Experte im Interview, ist ein zentraler Lebensinhalt und das Erleben betrifft sowohl unsere psychischen als auch unsere körperlichen Kräfte. Für viele Menschen ist das Geborgenheitserleben stark abhängig von einem Partner. Doch auch Singles können sich durchaus geborgen fühlen.

Herr Prof. Mogel, Sie sagen, der Mensch sei ein Geborgenheitswesen, das von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter Geborgenheit sucht. Was genau ist eigentlich Geborgenheit?

Geborgenheit ist ein positives Lebensgefühl, das entsteht, wenn wir Sicherheit, Wohlbefinden, Wärme und Glück empfinden.

Warum ist dieses Gefühl für uns Menschen so wichtig?

Weil es die positiven Lebensvorgänge aktiviert und alle förderlichen Erlebnisinhalte enthält, die unser Leben wirklich lebenswert machen.

Für viele Menschen hängt Geborgenheit stark mit einem Partner zusammen. Wie kann ich auch als Single Geborgenheit empfinden?

Indem ich mein Leben individuell förderlich gestalte, sodass ein Gefühl der Erfülltheit dominiert und Zufriedenheit aufkommt. Man kann durchaus auch in sich selbst geborgen sein.

Bedeutet eine Partnerschaft eigentlich automatisch, dass ich dort Geborgenheit finde?

Das erhoffen sich die meisten. In der Tat erfordert es jedoch Anpassung und gegenseitigen Respekt. Man muss einander auf Augenhöhe begegnen und fähig sein, die individuellen Besonderheiten des Partners zu tolerieren. Natürlich soll man sich auch so zeigen können, wie man ist. Aber wenn man sich nicht auch zurücknehmen kann, geht es schief.

Warum sind so viele Menschen trotz einer Partnerschaft so unglücklich?

Ihnen fehlt meist das gegenseitige Einvernehmen, das einfach nicht gelingt. Damit meine ich die konstruktive Lösung von Problemen auf der Basis selbstloser Zuneigung.

Wie kann es denn gelingen? Was muss in einer Partnerschaft gegeben sein, damit beide glücklich sind und sich geborgen fühlen?

Gegenseitige Akzeptanz, Toleranz, Vertrauen und Zuneigung in allen erdenklichen Lebenslagen. Am besten für die Geborgenheit in der Partnerschaft ist, eher mehr zu geben als zu nehmen. Geben ohne Erwartungen, mit einem Wort: Liebe als Basis für Glück!

Professor Mogel, wir danken für das Gespräch!
 

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