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Interview: “So werden Sie Ihren Traummann wieder los”
Interview: “So werden Sie Ihren Traummann wieder los” (Kategorie: frisch-verliebt)
Bestsellerautorin Henrike Heiland hat ein neues Buch geschrieben, in dem Sie die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die ihren Traummann so schnell wie möglich wieder los werden will. Vielleicht liegt es daran, dass die Hamburgerin aus dem Krimi-Genre kommt?

Nein, sie hat einfach realistische Vorstellungen und findet, dass man erst einmal ein glücklicher Single sein muss, um sich wirklich verlieben zu können.

Frau Heiland, was haben Sie eigentlich gegen Traummänner?

Gar nichts. Träume sind doch was Schönes und Wichtiges. Schwierig wird's nur, wenn die Realität einen einholt. Und die wenigsten bestehen die Schein-oder-Sein-Prüfung. Das gilt für Frauen wie Männer gleichermaßen.

Ihre Heldin ist ziemlich ernüchtert, nachdem ihr Traummann bei ihr einzieht.

Ich wollte eine Lanze für die Singles brechen. Das Single-Leben hat sehr viele Vorzüge, und ich finde es fürchterlich, dass das Single-Dasein so stigmatisiert wird. Denn genau das führt ja dazu, dass sich Menschen in eine Beziehung stürzen, die ihnen nicht gut tut, oder dass sie an etwas krampfhaft festhalten, was schon lange schlecht ist. Eben nur, um nicht allein zu sein. Dabei ist die wichtigste Erfahrung für jeden Menschen die Erkenntnis, dass er oder sie alleine sehr gut zurechtkommt. Erst, wenn man das weiß und keine Angst mehr vorm Alleinsein hat, kann das was mit der nächsten Beziehung werden.

Eigentlich ist ja das Happy End Maß aller Dinge. Bei Ihnen nicht.

Doch! Es gibt ein Happy End! Aber es besteht eben nicht darin, dass am Ende der schöne reiche Mann geheiratet wird und die Heldin sanft lächelnd die Hand auf ihr Schwangerschaftsbäuchlein legt. Mir geht es darum zu sagen: Happy sind wir erst, wenn wir wissen, was uns wirklich gut tut.

Aber Singles gelten schon meist als unvollständig und bemitleidenswert.

Ich habe keine Ahnung warum das so ist. Der Partner als Statussymbol? Der Gruppenzwang, weil fast alle im Bekanntenkreis jemanden haben und Pärchenabende wirklich lästig sind, wenn man allein dort aufkreuzt? Ich finde es absolut falsch, das Single-Dasein als etwas Negatives hinzustellen. Nehmen wir mal den 45jährigen Junggesellen, über den alle sagen: Hach, der Arme, hat die Richtige noch nicht gefunden. Aber wenn er doch glücklich ist? Wer sagt denn, dass er unglücklich sein muss? Das weiß nur er. Und wäre er besser dran, seit 20 Jahren verheiratet zu sein und mit seiner Frau mittlerweile nur noch das Nötigste zu sprechen, weil sie sich nichts mehr zu sagen haben? Ich weiß nicht. Manche Menschen kommen alleine besser zurecht. Manche brauchen zwanghaft einen Partner, über den sie sich definieren. Da weiß ich doch, was besser ist.

Haben Sie bereits Rückmeldungen von Ihren Leserinnen bekommen?

Ja. Die meisten begannen mit "endlich" und gingen weiter mit "genau so ist es". Letztens wurde ich bei einer Lesung vom Moderator gefragt, warum die Heldin den Traummann wieder loswerden will. Im Saal waren ca. 250 Leute, vermutlich die Hälfte Frauen. Ich fragte, ob Frauen anwesend seien, die noch nie den Gedanken hatten: "Ich bin diesen Kerl so leid!" Keine einzige hat sich gemeldet. Und das ist auch nicht schlimm, das gehört zu jeder Beziehung dazu. Eltern fluchen ja auch über ihre Kinder und umgekehrt. Die große Schwester findet die kleine Schwester blöd. Und so weiter. Daran muss man arbeiten, sich vielleicht auch abarbeiten. Aber wenn die Gedanken dieser Art überwiegen, sollte man die Konsequenzen ziehen, statt sich bis ins Altersheim anzugiften oder anzuschweigen.

Und was sagen die Männer?

Ich habe erstaunlich viel Rückmeldung von Männern bekommen. Die waren natürlich neugierig, weil irgendwer im Netz mal geschrieben hat, ich hätte nach einigen Krimis nun ein Männerhassbuch geschrieben. Wahrscheinlich wollten sie spionieren. Und dann waren sie positiv überrascht – vor allem darüber, dass das Buch nicht so kitschig ist, wie sie dachten. Sie mochten alle die Heldin und ihre beste Freundin sehr und haben sich gleich in sie verliebt. Viele sagten: "Die Frau hat Würde und Stil, sie zieht ihr Ding durch, das gefällt mir."

Glauben Sie selbst an die Liebe?

Natürlich. Aber nicht um jeden Preis.

Liebe Frau Heiland, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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