"Hallo, ähm, ja, haha, tja, nun..." – so oder so ähnlich klingen Flirtversuche, die in der Regel ganz schnell in die Hose gehen. Peinlich. Gibt es "die eine" richtige Flirtmethode?
Klare Antwort: Nein! Es gibt schlicht und einfach keinen "ultimativen Satz“ oder „den richtigen“ Flirteinstieg. Denn meistens wird vergessen: Bereits vor dem ersten verbalen Flirtversuch, bereits beim ersten Blickkontakt, entscheidet sich, ob der Andere auf der Beziehungsebene interessiert ist. Emotionen – der erste Eindruck – biografische Vorerfahrungen – die eigene Stimmung – das alles hat maßgeblich Einfluss auf die Flirtbereitschaft des Anderen, und zwar in allen Situationen, in denen ein Flirt in der Luft liegt.
Als Flirtliebhaber habe ich die Sache also nur ein stückweit selbst in der Hand. Ich kann lediglich positive Grundlagen schaffen, was allerdings keine schlechte Ausgangsposition ist. Auf den ersten Eindruck kann ich auch gut Einfluss nehmen. Das heißt, die Schokoladenseiten sind leicht zu betonen; modische Kleidung, die im Allgemeinen „in“ ist, kommt in der Regel auch gut an. So wird man eher in die „richtigen Schubladen“ einsortiert. Bekanntlich neigen wir alle mehr oder weniger zum Schubladendenken.
Auch beim unvermeidlichen „ersten Satz“ – einer der beiden muss ihn irgendwann aussprechen – kann man Vieles richtig machen. Aber, wie erwähnt, eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.
Sicherlich häufig angebracht sind Bemerkungen zur aktuellen Situation. Aber auch „unscheinbare Fragen“, die ein unverfängliches Gesprächsangebot implizieren, können zu einem netten Small Talk führen. Drei Beispiele: „Na, die Bahn hat natürlich wieder Verspätung“ (an einer Haltestelle); „Also ich trinke ja lieber Spätburgunder“ (an der Theke); „Läuft hier noch andere Musik?“ (in einer Lounge/Disko).
Ihnen ist es vielleicht aufgefallen: Die beiden ersten Beispiele haben einen eher indirekten Charakter, sie klingen nicht explizit auffordernd. Der Andere kann auf solche Interventionen, die geradezu unscheinbar in den Raum gestellt werden, eingehen – aber er muss nicht. Diese „Freiheit“ kann für den Gesprächspartner in spe reizvoll sein. Er (oder sie) muss jetzt aktiv werden. Leicht kann er (oder sie) eine Unterhaltung beginnen: „Ja, die Bahn, ein Thema für sich, oder?“ – „Spätburgunder? Kennen Sie sich mit Wein aus?“
Die dritte Intervention („Läuft hier noch andere Musik?“) fordert den Anderen direkt zu einer Reaktion heraus. Okay. Aber dafür ist das Risiko auch größer („Nein, hier läuft nur diese Art von Musik! Und: Tschüss!“).
Trägt man alldem Rechnung, wird klar, dass „harmlos“ klingende Gesprächseröffnungen in der Regel eher zum Erfolg (Small Talk) führen als offensive („Na du? Mir ist aufgefallen, dass ich dir aufgefallen bin!“). Probieren Sie einfach mal beide Methoden aus, Sie werden zweifellos viele interessante Erfahrungen machen.