Wer hätte das gedacht: Bei sibirischen Minusgraden, unter strahlend blauem Himmel, auf spiegelblanker Eisfläche lässt es sich richtig gut flirten! Die Hamburger Alster ist seit ein paar Tagen zugefroren. Seit das Eis offiziell betreten werden darf, wimmelt es auf der Alster gerade zu von Schlittschuhläufern.
Gut so! Denn wer das bunte Treiben gesehen und erlebt hat, weiß was für ein Vergnügen ein Spaziergang von Ufer zu Ufer oder gar eine Runde Schlittschuhlaufen macht. Die Freude ist ansteckend und öffnet die Menschen. 1997 war die Alster das letzte Mal zugefroren, es handelt sich hierbei also um ein echtes Jahrzehntereignis. Selbst in der Nacht herrscht reges Treiben auf dem Binnensee: Mit Taschenlampen oder Fackeln ausgestattet geht es auf die Eisfläche. Die Schlittschuhläufer haben meist eine Lampe auf dem Kopf.
Da soll mal einer sagen, im Sommer lässt sich besser Flirten. Gut, Kälte lässt einen öfters hinter Schal, Mantel, Mütze und hochgeklappten Kragen verschwinden und die Kontaktbereitschaft sinkt, wenn man nur ganz fluchs und ohne kalte Füße von A nach B möchte. Doch Ereignisse wie die zugefrorene Alster sind ideal, um sich im Kontakt zu üben. Wer sich auf die Schlittschuhe stellt und ein paar Kreise dreht, bekommt schnell Gelegenheit, andere Fahrer anzulächeln. Einfach schon, weil die Bewegung auf der Eisfläche Spaß macht und man ganz automatisch freudig drein schaut. Dieses eigene Lächeln wird oft erwidert.
Und wie hilfsbereit die Leute sein können, hatte ich schon fast vergessen: Ich beobachtete eine Frau Mitte Dreißig, die sicher das erste Mal mit ihren eben nagelneu erworbenen Schlittschuhen auf dem Eis stand. Sie machte einen reizenden, unbeholfenen Eindruck. Schwupps bot sich ein galant brausender Könner an, sie ein wenig zu stützen. Geschickt! Sie nahm es freudig an, streckte gleich ihre Hand seiner Schulter entgegen.
Ähnliche Erfahrung machte ich selbst. War ich noch zwei Tage vorher in Eppendorf auf einer Eisfläche des nicht gekehrten Gehweges rücklings auf den Boden geknallt, ließ das keinen der Passanten im Umfeld nur mal hochgucken. Als ich jedoch auf der Alster ein bisschen zu schnell für mein Können umher fuhr, und beim Bremsen auf dem Bauch landete, konnte ich gleich vier Hände zählen, die mir hoch helfen wollten. Da hatte ich wirklich Entscheidungsschwierigkeiten. Und die nette Begegnung endete bei einem Glühwein, den der junge Herr im Rucksack gleich mit dabei hatte. Mit zwei Tassen. Das nenne ich gute Vorbereitung oder eben Gentleman.
Bewegung lockert innerlich und äußerlich. Gerade das ungewöhnliche Erleben verbindet. Der Spaß an der Sache öffnet und fördert die Kontaktbereitschaft. Ich kann also jedem nur raten: Nutzen Sie die Chance, auch bei eisigen Temperaturen ein wenig zu Flirten! Zudem sind solche Events auch eine ideale Möglichkeit, sich mal wieder mit Freunden zu verabreden. Auch für ein ausgefallenes erstes Date eignet sich ein Schlittschuhlauf auf der gefrorenen Alster. Toll daran ist, dass man sich spielerisch näher kommen kann. Als Stütze wird die Hand angeboten. Oder man hakt sich ein, wenn es nett läuft. Auf jeden Fall ist es viel lockerer als ein Kaffee in einem Bistro. Und natürlich besonderer!
Ganz großartig war es am Samstag auf der Alster. Bei den Glühweinbuden war richtig viel los, Sonne und die Stimmung haben die Menschen geöffnet.
Wer solche Chancen nicht nutzt, egal ob für einen Flirt oder einfach nur ein bisschen Schwatzen, ist selber schuld.
Beste Grüße
Frank
Hallo zusammen,
ich bin 57 Jahre, habe mir ebenfalls das Vergnügen gegönnt. Auch wenn ich keinen Mann fürs Leben gefunden habe, hatte ich aber ein sehr nettes Kennenlernen auf dem Eis. Nur leider war der schmucke Mann 82. Das war mir dann zu alt.
Clara
Liebe Leute,
Bewegung macht jeden lockerer und bringt einen in Schwung. Da fällt es jedem leichter, unverbindlich in Kontakt zu kommen. Schließlich liefert das Drumherum jede Menge Gesprächsthemen, an die man anknüpfen kann.
Also los…