Es ist gar nicht mal so wichtig, was gesagt wird - sondern, wie es gesagt wird.
Ein großes Flirtthema ist – das Ansprechen. Flirtexpertinnen und –experten geben hierzu unterschiedliche Tipps. Worauf kommt es wirklich an?
„Hey, ich schreibe gerade ein Telefonbuch – Deine Nummer fehlt noch?“ – „Mir ist gerade aufgefallen, dass ich Dir noch nicht aufgefallen bin!“ – Sie kennen solche Sprüche, liebe Leserin, lieber Leser. Das Ganze geht natürlich noch eine Prise extremer, das wissen Sie.
Bei der Angelegenheit Gesprächseinstiege gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen, man sollte ruhig ein bisschen „aus dem Rahmen fallen“, die anderen sind der Auffassung, dass die „Einfachheit“ siegen würde.
Aus wissenschaftlicher Sicht können beide Methoden den Weg zu einem Small Talk ebnen. Fest steht aber: Derjenige, der den verbalen Kontakt aufnimmt, darf nicht zu sehr aus dem Rahmen fallen. Der Grund liegt darin, dass wir alle im Laufe unserer Sozialisation gelernt haben, was bei der Alltagskommunikation „üblich“ ist und was nicht. Erfahrungen wurden also im Laufe der Zeit zu Erwartungsmustern, und zwar zu unbewussten Erwartungsmustern.
Das heißt, unsere früh erworbenen „Kommunikationsmaßstäbe“ spielen auch im Hier und Jetzt eine große Rolle. Entspricht eine Eingangsfrage nun gar nicht unserem Erfahrungshorizont, steht der Flirterfolg auf tönernen Füßen.
Hieraus folgt, dass man im Allgemeinen eher die „normale“ Ansprechvariante wählen sollte. Außerdem: Was soll der Andere auf gewagte Einstiegsfragen (siehe oben) antworten. Oder: Wie kann man von der abgehobenen Ebene wieder auf ein „normales Gespräch“ switchen?
Schon in den 1960er Jahren haben Verhaltensforscher in den USA entsprechende Studien in Pubs und Bars durchgeführt. Sie wollten untersuchen, welche Sprüche beim Flirt „eher gut“ und welche „eher schlecht“ ankommen. Heraus kam (ich habe es ja schon angedeutet): Einfachheit siegt.
Wer etwas über Hirnforschung weiß, kommt ohnehin schnell zu der Erkenntnis: Es ist gar nicht mal so wichtig, was gesagt wird (wenn es im „gesellschaftlichen Rahmen“ bleibt). Denn bereits schon beim ersten Blickkontakt kommt der andere zu einer emotionalen Einschätzung, die den ersten Eindruck entsprechend positiv oder negativ prägen kann. Innerhalb von Sekunden ist schon viel entschieden. Dann kann auch ein extravaganter Einstiegssatz in der Regel nichts mehr kitten.
Fazit: Bleiben Sie auf der „normalen Schiene“, stellen Sie einfache Fragen, auf die der Andere leicht reagieren kann. Nutzen Sie auch die gerade erlebte Situation, sie liefert viele „Aufhänger“.