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Grenzenlose Lust und Liebe – Bisexualität
Grenzenlose Lust und Liebe – Bisexualität (Kategorie: Sexualitätsblog)
Bisexualität - können sich manche Leute einfach nicht entscheiden und wollen sich so viele Optionen wie möglich offen halten?

Sind wir nicht alle ein bisschen bi? Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, und Alfred Kinsey, der berühmte Sexualforscher, fanden schon. Während Freud annahm, jeder Mensch durchlaufe eine Phase der Bisexualität und entscheide sich dann für Homo- oder Heterosexualität, fand Kinsey während seiner Befragungen heraus, dass sich ein Großteil der männlichen und ein beachtlicher Teil der weiblichen Probanden auf hetero- wie homosexuelle Aktivitäten einlassen würde.
Tatsächlich gibt es bei Pubertierenden zahlreiche gleichgeschlechtliche Kontakte, oft aus reiner Neugier. Die Jugendlichen wollen spielerisch ihre Sexualität ausprobieren und experimentieren mit unterschiedlichen Neigungen, die meisten jedoch entscheiden sich dann für eine Richtung, der sie dann „treu“ bleiben.

In alle Richtungen experimentierfreudig

Bisexualität bedeutet, von beiden Geschlechtern angezogen zu werden. Aber dabei kann die Anziehungskraft durchaus unterschiedlich groß sein, und es gibt zahllose Varianten: Eine Frau, die nach einer langen Partnerschaft mit einem Mann eine lesbische Beziehung hat. Oder ein Mann, der obwohl verheiratet, gelegentliche Sexualkontakte mit anderen Männern hat. Es kann auch vorkommen, dass ein schwuler Mann erotische Fantasien von Frauen hat.
Im Gegensatz zu Kinseys Zahlen, der auch die neugierigen Experimente Jugendlicher in seiner Befragung berücksichtigte, ergab eine Studie zum Sexualverhalten der Bundesbürger, dass sich nur 3,4 Prozent der Männer und 4,5 Prozent der Frauen als bisexuell bezeichnen. Eine Umfrage unter Studenten ergab etwas höhere Zahlen. So schwer wie die Grenzen der Bisexualität, so schwer ist auch ihr Wesen statistisch zu fassen.

Von allem ein bisschen mehr

Tatsächlich haben Bisexuelle mehrere Optionen. Studien belegten, dass sie mehr Sex und mehr erotische Fantasien haben und sich häufiger selbst befriedigen als Heterosexuelle. Daraus kann man schließen, dass für sie Sex insgesamt einen höheren Stellenwert hat. Insgesamt ist die Bisexualität von der Wissenschaft nur wenig erforscht. Ob es die Gene sind, Hormone oder die sexuelle Orientierung im Gehirn festgelegt wird, darüber streiten sich Forscher. Aufgrund ihrer Nicht-Festlegung sind bisexuelle Menschen schwer zu kategorisieren, was die Forschung erschwert.
So irritierend die Bisexuellen für die Wissenschaft sind, so stoßen sie auch in der Gesellschaft häufig auf Vorurteile, da sie die gängigen Moralvorstellungen überfordern, indem sie Partner beiderlei Geschlechts in Betracht ziehen. Während sie oft von heterosexueller Seite die Vorurteile und Klischees entgegengebracht bekommen, die auch Homosexuelle zu spüren bekommen, so stehen sie bei den Homosexuellen wiederum in Verdacht, eigentlich auch homosexuell zu sein, sich aber lediglich nicht trauen, dies auszuleben.


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