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Gleich und Gleich – über die Risiken und Vorteile
Gleich und Gleich – über die Risiken und Vorteile (Kategorie: Partnersucheblog)
Gleich und gleich gesellt sich gern. Oder werden sich Paare über die Zeit einfach ähnlicher?

Nicht nur gleich und gleich gesellt sich gern, nein, es kann sogar noch gleicher werden! Wenn zwei sich lieben, nähern sich ihre körperlichen Merkmale einander an. Das hat Vorteile, aber auch Risiken.

Beobachtet man so manches Paar, was seit viele Jahren zusammen ist, beschleicht einen das Gefühl, dass sie sehr gut, zu gut miteinander abgestimmt sind. Damit meine ich nicht die gleichfarbigen Partnerlook-Wanderanoraks in rotschwarz und die dazu kombinierten gleichen Rucksäcke sowie Sonnenhüte. Auch nicht das gemeinsame Nutzen der Lesebrille oder die Tatsache, dass er ihre Damenhandtasche übergangsweise trägt. Es sind mehr die Parallelen zwischen Paaren, die sich im jahrelangen Zusammenspiel erst entwickeln oder bereits bestehende weiterentwickeln. So behaupten US-Forscher, dass die meisten Menschen im wahrsten Sinne des Wortes von ihren Beziehungen gezeichnet sind. Die Wissenschaftler attestieren Paaren spätestens zur silbernen Hochzeit Gesichtszüge, die sich weit mehr gleichen, als die zweier zufällig ausgewählter Menschen.

Wirklich überraschend erscheint mir das nicht. Als Grund wird das ständige Einfühlen der Partner ineinander herangezogen. Dies führe zum Nachahmen der Mimik. Dadurch würden Ausstrahlung, Kopfhaltung und Falten mit der Zeit ähnlicher. Hört sich plausibel an. Schaut man sich Personen im intensiven Gespräch an, sieht man häufig, wie der Zuhörende in Gestik und Mimik dem Sprechenden folgt, vor allem, wenn es um lebendige und emotionale Inhalte geht. Vorraussetzung ist also für angenäherte Gesichtszüge, dass sich langjährige Paare immer noch nach vielen Jahren Beziehung und Ehe oft und intensiv ins Gesicht schauen. Somit sind gleiche Gesichtszüge auch ein Qualitätsmerkmal einer Beziehung. Natürlich nur im positiven Sinne. Sonst sind die Mimiken eher versteinert. Zum Beispiel können wir häufig Paare beobachten, die stumm wie Fische im Restaurant nebeneinander sitzen und dies sogar bis zum Dessert durchhalten. Ob das wohl die gleichen Mechanismen zwischen Hund und Herrchen sind? Dort kommt es ja auch zu zufälligen Ähnlichkeiten, wie die Psychologen Nicholas Christenfeld und Michael M. Roy von der University of California in San Diego nachgewiesen haben.

Ebenso spannend das voneinander Lernen, wenn es um die Nachtruhe geht. Der Schlafforscher Jürgen Zulley hat herausgefunden, dass sich in den ersten Jahren einer Beziehung der Schlafrhythmus angleichen kann. Nach der Aussage des Forschers gibt derjenige den Takt an, der auch in der Partnerschaft die Hosen anhat. Von Vorteil also, wenn sich der eher introvertierte Schlechtschläfer in den dominanten Gutschläfer verliebt. Das kann sich positiv auf den Schlaf auswirken. Jedoch nur, wenn der Gutschläfer nicht schnarcht. Denn die nächtliche Geräuschkulisse und Unruhe kann hingegen wieder zum Schlafräuber werden. Dies ist oftmals Grund für getrennte Betten im Alter. Vernünftig, denn Schlafmangel ruiniert auf Dauer die Nerven und die ungewollte nächtliche Störung führt zu Verärgerung beim Wachliegenden und wird zur Belastung für die Partnerschaft.


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