Die Musik ist nicht jedermanns Sache, eher durchschnittlich bis schlecht, teilweise sogar hart an der Grenze des Ertragbaren. Dazu die häufig abstrusen Bühnenshows, changierend zwischen kreischender Hysterie und pathetischer Peinlichkeit: Ja, es ist wieder Eurovision-Zeit.
Natürlich macht das Private Viewing im Freundeskreis höllischen Spaß: Wir können uns mal wieder für eines der angetretenen Länder fürchterlich fremdschämen und beschließen heimlich, den nächsten Urlaub aus nostalgischer Schlager-Solidarität in Moldawien oder der Ukraine zu verbringen.
Ein echter Ausgehtipp für Singles und Flirtwillige ist jedoch das Public-Viewing: In vielen Städten bieten Lokale unterschiedlichster Couleur die Übertragung auf Großbildleinwänden an.
Kaum ein Event ist besser geeignet, um mit dem Nebenmann oder der Nebenfrau eine unverfängliche Plauderei zu beginnen à la: "Mit dieser Frisur schaffen es die Serben niemals. Obwohl der Song gar nicht so schlecht ist.", oder "Hast du verstanden, was dieses Flügelgetier von der maltesischen Sängerin wollte?"
Auch über die Punktevergabe lässt sich wunderbar mit Wildfremden spekulieren! Hannoveraner treffen sich natürlich bei der offiziellen Lena-Unterstüzungsparty, in Hamburg tobt auf der Reeperbahn das Schlager-, Verzeihung, das Songfieber. Flirten, Tanzen, Feiern, Mitfiebern – all das bringt am kommenden Samstag Fans und Nicht-Fans zusammen. Das sollten Sie sich wirklich nicht entgehen lassen! Und auch, wenn Lettland oder Portugal nicht gerade Stimmungslieder ins Rennen schicken, so ist doch noch "unsere" Lena mit ihrem Gute-Laune-Liedchen im Spiel und spätestens beim französischen Beitrag des Hüftschwingenden Kongolesen gibt es auch für Tanzmuffel kein Halten mehr. Flirtchancen: 12 Points!