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Fünf Tipps: “Lass uns Freunde bleiben”
Fünf Tipps: “Lass uns Freunde bleiben” (Kategorie: Psychologie)
Einer der blödesten Sätze überhaupt: "Lass uns Freunde bleiben." Womöglich nett gemeint, aber geht das überhaupt? Ja, das kann durchaus funktionieren. Wann und warum es bei manchen klappt und bei anderen nicht, lesen Sie hier.

Jennie (36) hoffte, dass es mit Alex (38) niemals zu Ende gehe, obwohl es in der Beziehung nach sechs glücklichen Jahren nun seit einiger Zeit kriselte. Dann machte er Schluss und sagte: "Lass uns Freunde bleiben." Für Jennie ein Ding der Unmöglichkeit: "Ich liebte ihn noch immer. Allein die Vorstellung, ihn zu treffen, ihn aber nicht küssen und berühren zu können, war der Horror." Eine Kumpel-Freundschaft? Für sie undenkbar. Das ist jetzt fünf Jahre her. Inzwischen sind Jennie und Alex gute Freunde, sie treffen sich regelmäßig auch mit ihren neuen Partnern und verstehen sich blendend.

Ex und hopp in die Freundschaft?

Das war natürlich nicht immer so. Nach der Trennung zog Jennie sich erst einmal ganz zurück, wollte keinen Kontakt zu Alex. "Eine verständliche und angemessene Reaktion", findet Single-Coach Lisa Fischbach. "Insbesondere der Verlassene braucht Zeit, um die Verletzung zu verarbeiten. Wenn man sich nach dem Ex-Partner sehnt, ist es nicht gut, ihn ständig zu sehen. Die Beziehung nahtlos in eine Freundschaft zu entwickeln ist nahezu unmöglich, denn zu diesem Zeitpunkt sind noch zu viele unverarbeitete Gefühle und Hoffnungen im Spiel."
Alex machte es Jennie auch nicht gerade leicht. Immer wieder rief er sie an: "Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil ich Schluss gemacht hatte." Aber Jennie wollte nicht die gute Freundin sein, die zusieht, wie er seine neue Freiheit genoss. Dazu war sie viel zu wütend auf Alex. Irgendwann kam es zum Knall, nach einem heftigen Streit herrschte endlich Funkstille. Jennie vermisste ihn zwar noch immer, aber letztlich fand sie einen Weg, um die Beziehung und auch Alex hinter sich zu lassen. Schließlich fand sie einen neuen Freund, mit dem sie bis heute glücklich ist.

Wie es weiter geht…

Zwei Jahre später begegneten sie sich auf einer Feier ganz zufällig wieder. "Ich habe mich ehrlich gefreut, ihn zu sehen", erinnert sich Jennie. "Obwohl mir im ersten Moment ein wenig mulmig wurde." Doch die anfängliche Anspannung verflog schnell und auch, dass beide ihre neuen Partner dabei hatten, tat dem keinen Abbruch. Beide hatten die Vergangenheit hinter sich gelassen und waren bereit, einander ohne Altlasten zu begegnen.
"Wenn zwei Menschen eine Zeit als Paar miteinander verbracht haben, dann gibt es vieles, das sie verbindet", so Lisa Fischbach. "Wenn die Beziehung nicht mehr funktioniert, muss man diese Person nicht gleich aus seinem Leben streichen." Eine Liebesbeziehung basiert ganz ähnlich wie eine Freundschaft auf gegenseitiger Wertschätzung, Respekt und Sympathie. Nur fehlt bei letzterer eben der erotische, körperliche Aspekt. Und weil es auf dieser Ebene vielleicht nicht mehr klappt, die Leidenschaft erloschen ist oder das Zusammenleben nicht läuft, so ist vielleicht noch genügend Potenzial für eine Freundschaft vorhanden.
Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, muss jedes Paar für sich klären. Es gibt Menschen, die können nahezu nahtlos und geschmeidig aus der Beziehung in die Freundschaft wechseln. Meist hängt das aber von der Art der Trennung ab und wie viele Emotionen noch vorhanden sind. Bei anderen, so wie bei Jennie und Alex, dauert es eine Weile, bis beide so weit sind.

So wird's gemacht – fünf Tipps

Eins: Grundsätzliches klären
Beide müssen sich darüber einig sein, dass aus der Liebesbeziehung eine freundschaftliche werden soll und dies auch wirklich wollen. Wenn einer der beiden auf einen Neubeginn für die Liebe hofft, geht es meist schief.  

Zwei: Was wollen Sie wirklich
Machen Sie sich Gedanken darüber, ob und wie Sie damit umgehen können, mit ihrem Ex-Partner nur befreundet zu sein. Zu einer Freundschaft gehört nämlich auch, dem anderen womöglich bei amourösen Wirrungen zur Seite zu stehen.  

Drei: Langsam angehen lassen
Damit aus einer Ex-Liebe Freundschaft werden kann, braucht es Zeit. Überstürzen Sie nichts. Wenn erst einmal Abstand vonnöten ist, dann ist das auch angemessen. Viele brauchen einen markanten Schlussstrich unter der Liebesbeziehung, um dann erst offen für eine Wieder-Annäherung zu sein.

Vier: Rücksicht nehmen
Wer mehr unter der Trennung leidet, sollte sich den Raum nehmen, den er braucht. Der Ex-Partner sollte dafür Verständnis haben und Rücksicht nehmen, so schwer es ihm vielleicht auch fallen mag. Derjenige, der verletzt wurde oder der emotional involvierter ist, bestimmt das Tempo.

Fünf: Nichts erzwingen
Freunde bleiben, das gelingt nicht immer. Manchmal sind die Verletzungen zu groß, um einander auf dieser Ebene begegnen zu können. Wenn es nicht geht, dann eben nicht. Dann hilft nur noch Loslassen und es so zu akzeptieren, wie es ist. Vielleicht verändert es sich mit der Zeit.


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4 Antworten zu “Fünf Tipps: “Lass uns Freunde bleiben””

  • Apollo sagt:

    4 Kommentare (älteste zuerst)Das ist in der Tat ein blöder Satz und noch mehr ein blöder Gedanke.
    "Gute Freunde bleiben"? Wie denn? War nicht gerade das das Ergebnis der Trennung, daß und weil man das NICHT MEHR sein konnte? Und nun nach der Trennung findet man sich. Es ist alles wieder schön. Man freut sich. Essenz der modernen Freundschaft scheint eine metaphysische zu sein: Nach der diesseitigen wirklichen Freundschaft beginne nun die jenseitige wahre Freundschaft.

    In meinen Augen ist dieser Trend etwas für seichte Gemüter.

  • ** sagt:

    Natürlich geht das, es funktioniert jedoch nur, wenn sich beide einig sind, dass es "nur Freundschaft" ist, und beide mit der Beziehung abgeschlossen haben. Ich verstehe mich mit meinem Expartner nach der Trennung viel besser, können über alles reden, was wir in der Beziehung nicht konnten, wir haben uns als Paar verloren, doch als Freunde gefunden, er kennt meine und ich seine Macken, doch wir müssen nicht mehr damit leben, ;-) )

  • Sonnenschein sagt:

    Also, ich glaube, dass das funktioniert. Mein Ex und ich sind seid 2 Monaten getrennt und wir waren uns ziemlich schnell einig, dass wir Freunde bleiben wollen. Er hat mich zwar verlassen, aber nach der schlimmsten Trauerphase mußte ich mir eingestehen, dass wir einfach im Zusammenleben nicht mit einander harmonieren. Andererseits merke ich in den Gespräch, die wir seid dem geführt haben, dass die gemeinsame Gesprächsbasis, auf der wir uns 4 Jahre gut verstanden haben, nicht verschwunden ist, sondern jetzt wo die Belastung weg ist, wieder viel stärker zum Vorschein kommt. Ich würde mir wünschen, dass wir diese Basis in eine Freundschaft überführen können, da wir das beide wollen. Das wird aber zu mindest von meiner Seite noch ein wenig Zeit brauchen. Wenn es klappt, kann ich nur sagen, ich freue mich auf diese Freundschaft. Also drückt mir die Daumen.

  • Amelie sagt:

    Wie geht eigentlich der neue Partner damit um, dass seine/ihre aktuelle Liebe die Gemeinsamkeiten mit dem Ex ("weißt du noch…") pflegt? Problematisch: Bei Problemen in der aktuellen Beziehung zum Ex laufen ("dieses Problem hatten wir so nie… ach, es war ja nicht alles schlecht damals bei uns…") Nein danke. Ex ist Altlast, bitte vor neuer Beziehung ablegen!