CDs kann man aufteilen. Töpfe, Bücher und Möbel auch. Aber Freunde?
Trennungen sind immer auch ein Auseinaderrechnen von Dingen. Eventuell zieht man auseinander. Wem gehört was? Kinder müssen eventuell bei einem der Partner leben. Geld muss aufgeteilt werden, wenn es gemeinsame Konten gab. Wem gehört was? Und Freunde? Freundeskreise? Müssen die auch aufteilt werden?
Fast alle sich trennenden Paare sagen nein. Die könnten neutral bleiben. Es sind ja auch immer die Freunde des anderen Partners. Die haben nichts damit zu tun. Aber wie so oft ist das, was die "meisten Leute" sagen, nicht unbedingt die Wirklichkeit. Es ist nicht so, dass eine Freundschaft mit beiden Getrennten unmöglich ist. Es ist nur so, dass ich das in der Praxis nicht so oft gesehen habe. Zuerst beteuern alle ihre Freundschaft zu beiden. Dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Am Ende bilden sich immer zwei Freundeskreise heraus. Es ist eigentlich gar nicht so verwunderlich. Wer will schon, dass der Kumpel mit seiner attraktiven Ex mal einen Kaffee trinkt? Wer will, dass der Ex auf eine Party der besten Freundin geht? Die ganzen anderen Freundinnen, die ihn immer für einen Traummann hielten, sind ja da. Und jetzt sind das schließlich auch seine Freundinnen. Und er ist Single.
So was muss nicht mit Problemen enden. Aber man vermutet sie doch dauerhaft, oder? Befürchtet sie. Es tut sicher nicht gut, in diesem emotional anstrengenden Zustand der Trennung auch noch darüber nachdenken zu müssen. Also teilt man Freunde wie alles andere? Als wären sie eine CD Sammlung? Nein, denn eigentlich sind es die Freunde, die hier eine Entscheidung treffen müssen. Man kann ja nicht einfach über sie verfügen. Und da kann man plötzlich böse Überraschungen erleben: Ganze Horden von Freunden wenden einem den Rücken zu. Nach einer Trennung ist man plötzlich isoliert. Noch mehr alleine als vorher. Das Gerede beginnt. Nächste Woche denken wir deshalb über diese Menschen mal nach.
Trennungsverlierer.