Nur ein harmloser Satz auf dem Anrufbeantworter. "Schatz, ich muss Überstunden machen!" Oder ein Post-it am Kühlschrank: "Heute Mädelsabend!" Fremdgehen kennt viele Alibis. Doch was ist der Grund, dass die Hälfte der Deutschen in fremden Laken wühlt - und wie lässt sich ein Seitensprung vermeiden?
Fremdgehen ist ein gesellschaftliches Tabu, zumindest in der Theorie. Wenn Treue Spaß macht, ist es Liebe, so zwitschern verliebte Turteltäubchen und unverbesserliche Romantiker auf der Suche nach großen Gefühlen. Dennoch pfeift die Hälfte der Deutschen in ihren Beziehungen offenbar auf Monogamie und vernascht zwischendurch auch gern mal verbotene Früchte: 50 Prozent lassen sich mindestens einmal im Leben auf einen Seitensprung ein, sagt die Statistik. Aber warum eigentlich? Im Rahmen einer Studie von ElitePartner gab die Mehrzahl der Befragten an: "Es ist einfach so passiert."
Langeweile zwischen Laken
Forscher der Universität Göttingen kamen zu dem Ergebnis, dass sexuelle Unzufriedenheit der Hauptgrund für Auswärtsaktivitäten in der Horizontalen ist. 76 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen suchen die Lust in fremden Federn, weil das Liebesspiel in der eigenen Beziehung nicht oder nicht mehr befriedigend verläuft. Männer und Frauen werden bei der Pirsch durch die Betten also gleichermaßen von sexuellen Motiven getrieben. Der One Night-Stand ist dabei nicht die Regel: Die meisten erotischen Kontakte mit einem anderen Partner erstrecken sich über mehr als einen Monat.
Bestätigung an der Bettkante
In der Promiwelt muten Seitensprünge mittlerweile fast als sportliche Disziplin an: Stargolfer Tiger Woods, Sandra Bullocks Tattoo-Schrauber Jesse James und Wettermann Jörg Kachelmann wilderten in den fremden Federn zahlreicher Gespielinnen. Allein mit sexueller Unzufriedenheit in ihrer 'Hauptbeziehung' lässt sich dieses Phänomen nicht erklären. Diplom-Psychologin Lisa Fischbach weiß: "Mächtige oder prominente Männer erleben einen hohen öffentlichen Druck. Im Privatleben dient selbst eine Beziehung oder Ehe der Imagepflege – da wird für die Öffentlichkeit ein Bild des liebenden Ehemanns und Familienvater mit weißer Weste entworfen. In der Bewunderung von möglichst vielen jungen, schönen Frauen erfahren solche Männer jedoch persönliche Anerkennung. Sie suchen in heimlichen Affären und Bettgeschichten den Reiz des Neuen, den erotischen Kick – und vor allem Bestätigung."
Die Strategie gegen Seitensprünge
Kommunikation und Offenheit ist angesagt – präventiv, versteht sich. Wer mit seinem Partner im Gespräch bleibt, schafft die besten Voraussetzungen für eine zufriedene und erfüllte Beziehung. Offenheit und Neugierde erweisen sich auch beim Sex als gutes Gegenmittel gegen die Lust am auswärtigen Liebesspiel: "Signalisieren Sie Ihrem Partner Ihre Vorlieben und erforschen Sie auch die des anderen – und zwar immer wieder aufs Neue", rät Lisa Fischbach. Denn die gemeinsame Lust am Lieben über Jahre und Jahrzehnte zu erhalten, erfordert Aktivität und Fantasie.
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