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Fremdgänger II: Die Frauen
Fremdgänger II: Die Frauen (Kategorie: Sexualitätsblog)
Frauen gehen aus anderen Gründen fremd als Männer. Das macht es nicht besser...

Auch Frauen gehen fremd. Es wird "statistisch" darüber gestritten, ob sie es im selben Umfang, weniger oder häufiger als Männer tun. Die letzten Zahlen neigen sogar eher zu einem kleinen Vorsprung, denn: Frauen sind verschwiegener! Nun ja, sei's drum – sie tun es.

Interessanterweise gehen beide Geschlechter mit dem Seitensprung ihrer Ehegatten unterschiedlich um. Während Männer, wenn sie von einem Fehltritt ihrer Liebsten erfahren, eher zuschlagen – seit Menschengedenken sind Mord und Totschlag sowie körperliche Misshandlungen eng mit Untreue verknüpft – sind Frauen eher geneigt, zu verzeihen. Ihre Rache findet auf anderer Ebene statt als der körperlichen.

In vielen Kulturen ist außerehelicher Geschlechtsverkehr nicht nur ein Kavaliersdelikt, sondern ein handfestes Vergehen, das strafrechtliche Konsequenzen mit sich bringen kann. Und das nicht nur in Zweit- oder Dritt-Welt-Ländern, in denen untreue Frauen gesteinigt oder geköpft werden. Noch bis vor nicht allzu langer Zeit wurden auch in Deutschland Ehepartner schuldig geschieden, die fremdgegangen waren. Meist wurden und werden nämlich die Fehltritte der Frauen weitaus rigoroser geahndet als die der Männer.

Doch selbst das kann den Ehebruch nicht ausmerzen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, der Mensch sei womöglich genetisch auf den Seitensprung programmiert. Britische Evolutionsbiologen haben in den 90er Jahren Studien in verschiedenen Regionen Englands gemacht. Das Ergebnis: 20 Prozent der Befragten waren Kuckuckskinder. Zahlreiche andere Untersuchungen legen ebenfalls nahe, dass viele Kinder den Ehemännern von ihren Frauen "untergeschoben" werden. So empörend, wie das im ersten Moment scheint, ist es jedoch unter dem evolutionären Aspekt gar nicht: Auf diese Weise sicherten sich unsere Vorfahren die eigene biologische Zukunft, denn ein abwechslungsreicher Genpool war ein Garant für das Überleben der eigenen Gene.

Das "Kuckuckskind-Motiv", wie die Kulturanthropologin Ingelore Ebberfeld es nennt, ist also ein Überbleibsel aus alten Zeiten, doch noch sehr präsent. Dabei geht es gar nicht darum, ob die Frau einen konkreten Kinderwunsch hat. In der Tat gehen Frauen Seitensprünge häufig während ihres Eisprungs ein, und Forscher bewiesen, dass verheiratete Frauen, die eine Affäre hatten, die fruchtbaren Tage für den außerehelichen Verkehr bevorzugten.

Neben der Optimierung des Genpools brachte ein Urzeit-Lover seiner Gefährtin einen weiteren Vorteil: Die Jäger und Sammler von einst gaben den Geliebten etwas von ihrer Beute ab. Eine Frau mit Liebhaber hatte also auch materiellen Nutzen. Auch dieses Motiv wirkt bis heute. Noch immer gehen Frauen Affären dann ein, wenn es ihnen etwas bringt. Und sei es "nur", die größere Aufmerksamkeit und Zuwendung, die ihnen in ihren Ehen fehlt oder eben die intensivere Leidenschaft. Somit stimmt es nicht, dass ausschließlich Männer aufgrund eines biologischen Vermächtnisses fremdgehen. Für Frauen trifft das in etwas abgewandelter Weise ebenso zu.


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8 Antworten zu “Fremdgänger II: Die Frauen”

  • Bernd sagt:

    Wer fremdgeht soll aber bitte auch bedenken, dass er damit den größtmöglichen Vertrauensbruch in einer Beziehung begeht, von der sich diese dann selten erholt: Mißtrauen bleibt immer! Es sind mit Sicherheit immer beide Partner daran schuld, weil wie Entwicklung der Beziehung stehengeblieben ist oder der eine Partner sich weiterentwickelt hat und der andere Partner "zurückgeblieben" ist. Aber eines darf der "Fremdgeher" bitte auch nicht vergessen: Die Handlung war und bleibt immer seine Entscheidung, auf die sein Partner kein Einfluss hat. Und es tut dem Partner sehr weh!!!
    Ich habe mich von meiner Frau auf Grund von Fremdgehen auch getrennt und ich würde es immer wieder tun!
    Wenn hier schon die Natur als Begründung so bemüht wird, soltte auch nicht unerwähnt bleiben, dass es viele monogam lebende Tierarten gibt.

  • B sagt:

    Ja, auch ich habe darüber gelesen, dass Frauen mindestens so oft fremd gehen, wie Männer, nur, dass sie eben beim Verheimlichen "geschickter" sind. Die Natur bzw. Evolution darf auch ruhig bemüht werden, wenn es um mögliche Erklärungen geht. So weit sind wir "zivilisierte" Menschen vom Tier noch lange nicht entfernt, wir sind erst vor einigen Tausend Jahren aus Höhlen in klapprige Lehmhütten gezogen…
    Des Weiteren gleichen sich Verhaltensweisen, Empfindungen und Phantasien (auch sexuelle) der Geschlechter einander immer weiter an. Die Trennungsraten steigen an und die sog. "serielle Monogamie" ist das aktuell vorherrschende Beziehungsmodell. Die Konsequenz sind immer mehr "Patchwork-Familien" und Singles.
    Der Grund, dass "Fremdgehen" (per se ein natürliches Verlangen beider Geschlechter), so viel Leid und Schmerz verursacht, ist einerseits sicherlich in einer potentiellen genetischen Benachteiligung des Genguts des/der "Betroffenen" zu suchen, die sich in der heutigen "zivilisierten" Gesellschaft in Form von Eifersucht, Schmerz und Leid bzw. des verletzten Egos zeigt.
    Andererseits sind wir mit dem (nicht lebbaren) kirchlich geprägten Ideal der ewigen Liebe und Treue erzogen worden, welches nun leider kaum mit unseren natürlichen Bedürfnissen vereinbar ist.
    Trotz dieser Einsichten, würde ich mich zugegebenermaßen auch trennen, sollte meine Partnerin fremdgegangen sein.

  • Eaglefly sagt:

    Es ist doch immer wieder interessant, wofür so manche Studien alles herhalten müssen. Sei es in Sachen Umwelt oder wie in diesem Fall zum Thema Untreue. Egal, ob "statistisch" gesehen, Frauen oder Männer mehr fremd gehen.
    Tatsache ist und bleibt, dass derjenige, welcher betrogen wird, gleichzeitig eine vorsätzliche Demütigung erleiden muss. Und das ist nicht nur inakzeptabel, sondern auch unverzeihlich!
    Auch ich hab mich aus eben diesem Grund von meiner Frau getrennt. Der einzige Schutz, so etwas nie wieder über sich ergehen zu lassen, ist genau dieser Verlogenheit und Niedertracht von Anfang an aus dem Weg zu gehen.
    Frauen sind ja das uralte Sinnbild für Harmonie und Liebe.
    Sicher. Genauso, wie die Erde eine Scheibe ist.
    Und entgegen aller klugen Ratschläge (der Mensch bleibt nicht auf Dauer allein und ähnlicher kluger Sprüche) – es funktioniert!
    Man braucht nicht zum wiederholten Mal eine untreue Frau zu verlassen, wenn man sie erst gar soweit an sich heran lässt. Und nach meiner Erfahrung kann man dadurch den Spieß sogar umdrehen, wenn man es nur geschickt genug anstellt. Klingt frustriert – ist es aber nicht. Jeder Mensch hat das natürliche Recht sich zu schützen! Egal wovor. Und das ist auch eine Tatsache.

  • Nitida sagt:

    Natürlich ist es demütigend und schmerzhaft, wenn man erfährt, dass man betrogen wird! Vor allen Dingen, wenn man ein Mann ist. Darum: Safer Sex und Verschwiegenheit, dann kann man geniessen und es tut niemandem weh.

  • Drakkar sagt:

    Fremdgäner(in)
    Es beruhigt mich, Ihre Kommentare zu lesen. Nachdem ich 36 Jahre verheiratet war, ging meine Frau (49 Jahre) mit einem jungen Mann (22 Jahre, türkisch) nach Paris! Habe versucht, ihr zu verzeihen! Ehrlich! Aber dür mich ist es unmöglich. Und jetzt bin ich allein.

  • Stefan sagt:

    @Drakkar:
    Du hast Deine Frau geheiratet als sie 13 war? Hmm, sie mir nicht böse, aber da fehlte Ihr vielleicht auch was in Ihrer Jugend…
    Aber ich schließe mich den anderen Männern an: Habe auch vor kurzem meine Freundin verlassen, weil sie fremd gegangen ist, zum Glück waren wir erst seit kurzem zusammen d.h. ich kann das mehr oder weniger abhaken. Ich hatte schon Freundinnen, die treu waren und sowas ist einfach unbezahlbar.

    @Nitida:
    So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen, wie kannst Du das genießen, deinen Lebensgefährten zu betrügen und zu demütigen. Wem willst Du das erzählen? Achja, er weiss es ja nicht .. Ich könnte kotzen.

  • ortwin sagt:

    Man könnte sagen: Gelegenheit macht Diebe. Ich unterscheide zwischen Sex und Liebe. Wenn Sex und Liebe in meiner Ehe stimmen, komme ich nicht auf ein anderes Gleis. Eine Frau, die in ihrer Ehe nicht die sexuelle Befriedigung findet, die sie braucht, wird ausbrechen, auch dann, wenn sie ihren Mann liebt.
    Soll nun die Frau ihr ganzes Leben, nur weil sie verheiratet ist und bleiben möchte, auf das verzichten,was sie nun mal in der Ehe erwartete?
    Jeder soll doch mit seinem Körper machen, was ihm beliebt. Wo beginnt denn überhaupt Fremdgehen?
    Doch schon da, wo ich ein großes Verlangen nach einem anderen Partner verspüre. Soll ich denn heiraten, um mich dann wieder scheiden zu lassen, nur weil es im Bett nicht mehr klappt?
    Im Laufe seines Lebens wird man nicht nur in dieser Angelegenheit seine Vorstellungen ändern. So ist es jedenfalls mir ergangen. Es bleibt aber dabei: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß. Und da sind nunmal die Frauen uns Männer etwas überlegen. Vielleicht auch deshalb, weil das Vertrauen der Männer etwas größer ist. Ich könnte fortfahren,mache aber jetzt damit Schluß zu sagen, das ich in meinem Leben, jetzt 68 Jahre alt, auch auf Grund meines Berufes, sehr viele Menschen und Schicksale erlebt habe. Ich bin trotz allem immer noch verheiratet.

  • MartinWeber sagt:

    Seit wann gibt es die Ausrede, das Fremdgehen besser für den Genpool sein soll? Heiraten alle Frauen in England ihre eigenen Brüder, oder wie ist das zu verstehen? Was ist an dem Genpool des eigenen Mannes schlechter als an anderen Männern? Und wird eine Frau verhungern müssen, weil sie nicht fremdgegangen ist und von der "Beute" des Lovers, die in Form eines Käsebrötchen vom Supermarkt im Kühlschrank liegt sonst nichts abbekommen würde? Oder gehen Frauen mittlerweile nicht mehr selber arbeiten, um sich ein Brötchen gegen den drohenden Hungerstod leisten zu können? Oder leiden schweren Hunger weil der Mann vergessen hat einkaufen zu gehen? Welche weibliche Person schreibt hier so eine "Rechtfertigung" für das Fremdgehen rein?!?