Waschsalon, Supermarkt, Bus - es gibt einige Orte, die als Flirt-Hochburgen regelrecht gefeiert werden. Nur ein Mythos oder können Singles hier tatsächlich gut auf Tuchfühlung mit dem anderen Geschlecht gehen? Unser PR-Team hat für Sie die einschlägigen Orte im Selbstversuch genauestens unter die Lupe genommen!
Im dritten Teil unserer neuen Serie war Forums-Managerin Tanja Koppers für Sie im Bus unterwegs. Rollende Flirtlochation oder doch eher anonymes Fortbewegungsmittel? Die Antwort lesen Sie hier!
Das ist der Mythos
Man sagt ja häufig, dass der Bus nicht gerade ein guter Ort ist, um eine neue Liebe zu finden. Dient er doch eigentlich nur der reinen Zweckerfüllung: Transport von A nach B. Heute werde ich die Probe aufs Exempel machen und im Selbstversuch testen, ob man auf der "Busreise" doch in den prickelnden Genuss eines kleinen Flirts kommen kann.
Herr der Lage werden
Ich versuche, mich selbst zu der menschenverachtenden Uhrzeit von 8:15 Uhr in Flirtstimmung zu bringen und denke an Urlaub, Strand, Meer, die Beachbar … funktioniert eigentlich ganz gut. Der Extra-Espresso heute Morgen tut sein Übriges dazu. Beim Betreten des Busses scanne ich die Mitfahrer schon einmal nach potentiellen Flirtpartnern ab. Schwierig! Die Leute im Bus sind bunt gemischt, vor allem viele schulpflichtige Kinder zu sehen. Ich erspähe einen jüngeren Mann um die 30, der mit seinem Rucksack zu mir gewandt vertieft in der Hamburger Morgenpost, unter Kennern einfach MoPo, blättert. Interessiert luge ich in die Zeitung. Irgendwie ertappt schaut er hoch. Die Gelegenheit nutze ich und frage: "Heute irgendwas Spannendes? Ich bin noch nicht zum Nachrichten hören gekommen." Er grinst und hält mir die Schlagzeile vor die Nase: Mit einem Bein im Model-Biz. "Wirklich erstaunlich, ganz selbstbewusst, ich glaube für mich wäre das nichts", sage ich und werfe ihm flirtende Blicke zu. Er ist scheint nicht uninteressiert zu sein, doch irgendwie irritiert und noch nicht ganz wach um angemessen zurückzuflirten und murmelt nur ein "Ja für mich auch nicht" und blättert weiter. Schade, aber ich sehe es sportlich und schaue mich erneut um.
Hier flirtet es sich am besten
Ein Platz im Mittelteil des Busses ist mit Sicherheit besser als ein Sitzplatz. Hier kann man sich sehr gut einen Überblick verschaffen und hat über scheinbar ruckelnde Busbewegungen mehr Chancen "zufällig" jemanden anzustoßen und die Möglichkeit, über eine anschließende Entschuldigung ins Gespräch zu kommen. Gut sind auch immer die Plätze im Kinderwagenbereich, weil hier erfahrungsgemäß neben Müttern mit Kinderwägen auch oft Männer mit Trollis und größeren Taschen stehen – perfekte Gesprächsvorlagen. Hier erspähe ich auch schon einen neuen potentiellen Flirtpartner, der mit seinem Köfferchen und einer großen Laptoptasche bewaffnet im Kinderwagenbereich lehnt. "Sie sind ja schwer bepackt, wo soll's denn hingehen?" Fit und freudig überrascht geht er auf meine Steilvorlage ein und erzählt von einem Sommerurlaub auf Fuerteventura. Nettes Gespräch, netter Typ, nur leider muss ich nun aussteigen. Gute Ausbeute finde ich: Zwei Kontakte auf einer Busfahrt.
Tipps für den Small Talk
Ich resümiere und finde, dass mitgeführte Gegenstände wie Zeitungen, Trollis, Kinderwagen, Walkmanns oder Laptops eine gute Gesprächsgrundlage bieten. Fragen nach den aktuellen Schlagzeilen, dem geplanten Urlaub oder dem Song, der gerade auf dem IPod läuft, bieten eine Menge Stoff für interessanten Small Talk – auch für längere Busfahrten. Eine gute Möglichkeit subtil etwas über das Gegenüber zu erfahren.
Flirtspruch
Im Bus ist schon ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt, denn: Ein Ortswechsel wegen peinlicher Situationen ist wegen zu erwartendem Platzmangel oft nicht möglich.
Für Mutige: "Was halten Sie davon an der nächsten Station auszusteigen und mit mir einen Kaffee trinken zu gehen?"
Für Schüchterne: "Fährt dieser Bus hier tatsächlich in die Innenstadt?"
Das geht aber auch besser
Rückblickend hätte ich es vielleicht doch etwas geschickter angehen können und den Ball bei der MoPo-Schlagezeile mit einem guten Konter zurückspielen können. Aber man muss ja schließlich erst einmal warm werden und sich selbst überwinden. Am Nachmittag oder in den Abendstunden sind die Flirtchancen mit Sicherheit auch um einiges höher, dass man nicht nur auf gestresste, unausgeschlafene Menschen trifft. Die Schulkinderdichte dürfte dann auch geringer sein.
Die Moral von der Geschicht'
Am wichtigsten ist ein Lächeln und ein unverkrampftes Herangehen an die "Sache". Gerade im Bus, in dem es oft hektisch zugeht, kann es schon herbe Abfuhren hageln. Platznot und Luftmangel tragen nicht gerade zu einem flirty Ambiente bei. Hier sollte gelten: Reaktion nicht persönlich nehmen und Sportsgeist zeigen. Für eher schüchterne Kandidaten bietet es sich an, auffällige Gegenstände mitzuführen oder doch etwas lauter die Lieblingsmusik zu hören und über Blickkontakt Signale zu senden. Mein Fazit: Flirten im Bus kann definitiv den Tag versüßen, aber nur in der richtigen Laune.
Übrigens: Den Typen mit der MoPo fand ich eigentlich ganz süß. Werde ich in Zukunft wohl mal wieder öfter Bus fahren…
Nächste Woche: Flirtlocations im Test, Teil 4: Flirten beim Gassi gehen
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