"Das Drumherum spielt während des Flow-Zustands keine Rolle. Zeit und Raum verflüchtigen sich."
Jeder weiß: Flirten gehört zu den kleinen Glücken des Daseins. Der sogenannte Flow auch. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
Bei einem meiner letzten Männerabende im Biergarten waren zwei Singles aus meinem "erweitertem Bekanntenkreis" dabei. Ich kenne sie nur vom Sehen. Die beiden machten insgesamt einen eher niedergeschlagenen Eindruck. Sie saßen da mit hängenden Schultern, wechselten nur wenige Worte und bestellten ein Bier nach dem anderen.
Die netten Damen Anfang 20 am Nachbartisch nahmen sie gar nicht war. Ich wette: Nur ein Small Talk mit dem anderen Geschlecht hätte die spontan Stimmung aufgehellt. Warum? Flirten macht glücklich – man kommt in den Flow. Was ist Flow?
Das Flowkonzept geht auf den Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi (wird Tschikßentmiha:i ausgesprochen) zurück, der nach 20-jähriger Forschungsarbeit 1990 sein Grundlagenbuch Flow: Das Geheimnis des Glücks veröffentlichte.
Flow – das ist, ganz allgemein gesagt, ein seelischer Zustand, in dem das Erleben "schwerelos fließt". Man kann das Wort Flow auch übersetzen mit: Ruhiges Dahinströmen. Um gleich einem Irrtum vorzubeugen: Flow gibt es nicht umsonst. Ohne Engagement, Anstrengung und Konzentration geht flowmäßig gar nichts.
Wer ein Flow-Erlebnis hat, geht in einer Tätigkeit völlig auf. Sie wird um ihrer selbst willen ausgeführt. Dafür ist die eben erwähnte Konzentration unabdingbar. Der Betreffende richtet seine Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Aufgabe und ist dabei hoch motiviert. Nach Fertigstellung des jeweiligen Projekts hat er ein Ziel erreicht, genauer gesagt, etwas zustande bekommen.
Das Drumherum spielt während des Flow-Zustands keine Rolle. Zeit und Raum verflüchtigen sich. Man wird sozusagen eins mit der Aufgabe. Alltagssorgen und -ängste sind nicht mehr existent. Die Aktivität darf weder unter- noch überfordernd sein. Wenn die Tätigkeit beendet ist, fühlt man sich zufrieden und glücklich, weil uns das Gehirn mit der Ausschüttung von Dopamin und bestimmten Opioiden (körpereigene "Drogen") belohnt. Es gilt die Faustformel: Wer häufig Flow-Erlebnisse hat, fördert seine Lebensqualität.
Was hat Flow nun mit dem Thema Flirt zu tun? Kurz gesagt: Sehr viel! Denn Flirten ist auch eine Aktivität, die sich selbst durch Glückshormone belohnt. Und weiter: Das Flirtgespräch, das Gegenüber – diese beiden Dinge dürfen nicht unter- oder überfordern. Auch Zeit und Raum spielen beim Flirten keine Rolle. Hieraus folgt: Sehen Sie den Flirt als eine Art "Aktivität" an, die Sie erwiesenermaßen glücklich macht. Diese Tatsache können Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie Zeiten erleben, in denen die Dinge nicht ganz rund laufen.