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Flirten mit Köpfchen – aber bitte ohne Über-Ich
Flirten mit Köpfchen – aber bitte ohne Über-Ich (Kategorie: Flirtblog)
Die Schüchternheit ablegen und einfach Flirtversuche starten

Der "innere Kritiker" kann uns so manchen Flirt versauen, sogar schon vorauseilend. Doch es gibt Wege, den Schweinehund auszutricksen, um passende Alltagssituationen auszunutzen.

Wer sich selbst besser verstehen will, kommt um den Begriff "Über-Ich" nicht herum. Und um Tiefenpsychologie im Allgemeinen sowieso nicht.
In der emotion (3/2009) finden wir eine gute Zusammenfassung und auch aktuelle Erkenntnisse zum Über-Ich. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um eine innerpsychische Instanz, die unsere Normen und (moralischen) Wertvorstellungen beinhaltet.
Sigmund Freud ist bei seiner Arbeit Anfang des 20. Jahrhunderts erstmals auf das Über-Ich gestoßen. Bis vor wenigen Jahren galten seine Theorien aus Sicht von Akademiker-Psychologen als kalter Kaffee; sie haben auch das Über-Ich belächelt. Ein Irrtum.
Innovative Neurowissenschaftler wie Antonio Damasio oder Marc Solms haben durch Experimente das Über-Ich genauer lokalisiert: Es ist im Stirnhirn verortet (obwohl natürlich klar ist, dass nicht ein einziger Bereich im Gehirn für lediglich eine "Sache" zuständig ist). Beispielhaft wird von einer weiblichen Testperson berichtet, die aufgrund eines Autounfalls schwere Gehirnverletzungen davongetragen hat. Genauer gesagt, ihr Stirnhirn wurde beschädigt. Folge: Völlige Gewissenlosigkeit!
Lange Rede, kurzer Sinn, liebe Leserin, lieber Leser. Werden wir konkret: Jeder von uns hat ein Über-Ich, das vor allem aus verinnerlichten Vorschriften und gesellschaftlichen Verboten aller Art besteht. Maßgeblich bei der Über-Ich-Entwicklung sind natürlich die Eltern. Tun – oder denken – wir etwas, das unserem Über-Ich widerspricht, fühlen wir uns nicht wohl in unserer Haut. In solchen Fällen haben wir dann meistens Gewissensbisse.
Ein weiterer Haken – und jetzt kommen wir zur Sache: Manche haben so ihre Problemchen, "einfach so" jemanden anzusprechen, um etwa mit ihm zu flirten, weil "man das nicht macht"; natürlich nur aus der Perspektive des Betreffenden. Das Gewissen ist ja individuell. Betreffende haben schon den Impuls, den anderen kennenzulernen. Dieser Impuls ist angeboren, stammt also, psychoanalytisch gesprochen, aus dem "Es". Doch das Motiv wird zeitgleich(!) von einem rigiden Über-Ich bekämpft, und zwar gefühls- und gedankenmäßig.

Was tun? Betreffende sollten sich zunächst einmal bewusst machen, dass eventuell lediglich spießige Bezugspersonen für die eigene Schüchternheit verantwortlich sind. Das hilft schon mal beim Überwinden. Eine andere Idee: Überrumpeln Sie Ihr Über Ich, indem Sie in verheißungsvollen Situationen schnell handeln, also den Flirt in spe sofort ansprechen. Extreme Fälle dürfen auch – und dieser Tipp wird deren Über-Ich jetzt erzürnen – auch mal ein Gläschen "zischen", bevor sie die Stadt unsicher machen. Bekanntlich ist das Über-Ich in Alkohol löslich. Daher kommt übrigens auch der Spruch, dass Betrunkene vorwiegend die Wahrheit sagen; und auch Kinder (aber nur, wenn ihr Über-Ich noch nicht ausgereift ist).


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