Sie sind viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs? Dann nutzen Sie die begrenzten Minuten zum Flirten.
Nächster Halt: Mönchhofstraße. Die Zeiten des Schweigens in öffentlichen Verkehrsmitteln sind vorbei. Wer in der U-Bahn flirten will, kann auf die speziellen Möglichkeiten zurückgreifen, die sich in der Umgebung ergeben.
Mein guter Freund Ben (Name natürlich geändert) hat die meisten seiner Bekanntschaften in der U-Bahn kennen gelernt. In München übrigens. Da fragt man sich natürlich: Wie schafft er es, innerhalb kurzer Zeit mit einer unbekannten Frau eine akkurate Beziehungsebene herzustellen? Und: Wie geht es vonstatten, dass die beiden auch noch die Telefonnummern tauschen? Infolge meiner Recherchen habe ich den U-Bahn-Flirter letzte Woche interviewt…
"Natürlich gehört Glück dazu", sagt er. "Eine Frau, die mich interessiert, muss zunächst mal in meiner Nähe stehen oder sitzen." Dann schadet es nicht, einen netten Blickwechsel zu inszenieren. Schließlich entscheidet bereits dieses kleine Geschehen darüber, ob überhaupt ein Flirt in der Luft liegt. Bei einer positiven Reaktion, etwa ein ehrliches Lächeln, das mit einem kurzen Blick auf den Boden verknüpft ist, kann man eine verbale Kontaktaufnahme versuchen. Kommt nichts zurück, soll man es gleich sein lassen. Immerhin kann ich nie wissen, was gerade in meinem Gegenüber vor sich geht, in welcher Lebenssituation es gerade ist. "Manchmal passt es halt einfach nicht."
Hilfreich sind außerdem Äußerlichkeiten, die man bewusst wahrnehmen und berücksichtigen sollte. Vielleicht liest das Gegenüber ein Buch, das man selbst gelesen hat. Oder eine bestimmte Tageszeitung. Aber auch im Kleidungsstil findet man "Aufhänger". Dann kann man es mal mit Komplimenten versuchen, etwa: "Schöne Brille." Ist das Gegenüber interessiert, wird es natürlich auf den Kontaktversuch eingehen und Gegenfragen stellen. Dass es mit dem Zeitrahmen sehr schlecht bestimmt ist, sieht man spätestens daran, wenn der andere spontan seine sieben Sachen zusammenpackt und aufsteht, um an der nächsten Station auszusteigen. Auch für diese Konstellation hat Ben einen Tipp: "Ich drücke ihr ein altes Handy mit Prepaid-Karte in die Hand." Auf den Weg gibt er ihr dann: "Ich ruf dich an!" Nun fragt sich natürlich: Wie viele Handys hat Ben eigentlich?
Also wenn mir der andere sympathisch erscheint, dann lasse ich mich gerne schon mal auf einen Flirt in Bus und/oder Bahn ein. Ich fahr seit 10 Jahren die selbe Strecke zur Arbeit – tagaus, tagein. "Langweilig" ist schon gar kein Begriff dafür. Deswegen ist das doch eine nette Abwechslung und wirkt sich zudem auch noch positiv aufs Selbstbewusstsein aus. Die "Alte-Handy"-Variante erscheint mir dann aber doch ein wenig too much. Ich mein, falls die Chemie wirklich auf anhieb hervorragend sein sollte, kann man immer noch ‘nen Zettel mit Telefonnummer rüberschieben oder direkt mündlich auf einen Kaffee einladen…Wobei es aber irgendwie auch so kitschig süß und romantisch klingt, dass man sowas unbedingt selbst mal erleben möchte!