Eine gewisse Zeit trauern ist gut - danach muss man aber wieder am öffentlichen Leben teilnehmen, um nicht im Selbstmitleid zu zerfließen.
Wenn Beziehungen scheitern, darf und soll getrauert werden. Natürlich darf und soll geflirtet werden, auch wenn der innere (depressive) Schweinehund sein Veto einlegt.
Tja, liebe Leserin, lieber Leser, kürzlich hat es wieder im Freundeskreis gescheppert. Genauer gesagt, ein bekanntes Paar hat sich getrennt. Die beiden, Anfang 20, waren fünfeinhalb Jahre zusammen, haben Freud und Leid miteinander geteilt. Am Ende hieß es: "Wir haben uns auseinander gelebt." So.
Die Gründe, wieso Partner sich entfremden und schlussendlich getrennte Wege gehen, sind zahlreich. Und meistens sind sie auch viel tiefschichtiger, als die obligatorischen Pseudo-Erklärungsversuche der Beteiligten vermuten lassen. Mal ganz davon zu schweigen, dass – was ja menschlich, allzumenschlich ist – die meisten in solchen Fällen dazu neigen, den Anderen eher als verantwortlich an der Misere zu sehen.
Wenn es heißt "Wir haben uns in beidseitigem Einvernehmen geeinigt", dann impliziert das meistens wahrheitsgemäß: Einer der beiden leidet, und zwar mehr als der Andere.
Eine Trennung zieht stets eine ganze Palette an unliebsamen Gefühlen und Emotionen mit sich. Klar. Was kann man da tun?
Ich möchte Ihnen ein paar Anregungen geben:
1. Wird der gemeinsame Haushalt aufgelöst, suchen Sie lieber das Weite, wenn Ihr Partner sein Mobiliar abschlägt und die Koffer packt. Dieser Anblick schürt das Leiden, genauer gesagt, den Trennungsschmerz, der vor allem von unserem "inneren Kind" gespürt wird.
2. Vergeben Sie Ihrem sozialen Umfeld – es wird Ihnen gut gemeinte Ratschläge geben, die allesamt nichts bringen. "Die Zeit heilt alle Wunden" oder Ähnliches. Sie wissen schon. Umgeben Sie sich lieber mit Personen – falls es solche in Ihrem Umkreis gibt -, die imstande sind, Ihnen einfühlsam zuzuhören. Dadurch können Sie Ihre Beziehung noch mal Revue passieren lassen und sie "verarbeiten".
3. Trauern Sie! Kultivieren Sie ruhig Ihre depressive Verstimmung. Schmeißen Sie die Briefe und Geschenke des Ex-Partners weg; das befreit. (Ich spreche aus Erfahrung!) Schließen Sie sich drei Tage lang zu Hause ein, konsumieren Sie Herz-Schmerz-DVDs und bestellen Sie Fast Food. Aber nach dieser Zeit ist Schluss mit Unlustig!
4. Auf zu neuen Ufern! Wahrscheinlich müssen Sie sich überwinden. Es geht darum, wieder am öffentlichen Leben teilzunehmen. Das ist wichtig. Der Mensch ist nicht für die Isolation gemacht. Kontaktieren Sie auch Freunde und Bekannte, die nichts mit dem Ex zu tun haben. Dies dient der Ablenkung und dazu, einen Neuanfang zu starten. Gehen Sie shoppen, werfen Sie sich in Schale und betreten Sie erhobenen Hauptes wieder den Partnermarkt. Natürlich schadet es auch nicht, sich bei ElitePartner anzumelden…
…Nun ja ,wenn alles so einfach wäre, dann könnten wir uns verhalten wie Tiere….klappt es mit der/dem Einen nicht, wenden wir und kurzerhand der/dem nächsten zu……nachdenk……
Sehe ich genauso wie Martin. Eine Abfolge einer gewissen Reihenfolge gibt es nicht. Ich spreche da aus Erfahrung. Habe einen großen Freundes- und Bekanntenkreis und bin sehr oft unterwegs und abgelenkt. Und dann hat man einige Tagen oder auch Wochen die wirklich toll sind und es einmem richtig gut geht. Dann auf einmal kommt es wieder….. dieser Schmerz…. dieses Gefühl…..! Ist wie ein Wolf der tagelang lauert und sich von hinten anschleicht. Und man fragt sich jedesmal wieder "Warum auf einmal leide ich jetzt wieder so". Nach ein paar Tagen ist es wieder weg.
Ich hoffe die Zeit kommt bald, wo der Wolf mir den Rücken kehrt und in die andere Richtigung läuft.
Hallo Martin, anscheinend hast Du im Moment Liebeskummer, es wird dich nicht trösten, aber ich auch. Das einzige was mich wundert ist, daß Du als Mann sowas schreibst, ich kenne es von Männern nur so, wie in diesem Artikel leider beschrieben. Max. 3 Tage "trauern" ( ha,ha) und dann nichts wie auf zu neuen Ufern.
Niemand sagt, dass es einfach ist … nur hat es keinen Sinn, einem abgefahrenen Zug hinterherzurennen. Man muss erkennen, wenn ein Lebensabschnitt abgeschlossen ist und ein neuer beginnt. Das Ende dieses Abschnitts können wir meistens nicht selbst bestimmen, aber wenn es da ist, nehmen wir uns Zeit, Abschied zu nehmen, die Erfahrungen zu ordnen, einzupacken und mitzunehmen und dann gehen wir offen und zuversichtlich weiter. Denn es erwarten uns neue Herausforderungen und interessante Menschen. Das ist, was unser Leben ausmacht. Aldous Huxley hat einmal gesagt: "Expierience is not what happens to you. It is what you do with what happens to you."
Wenn der Ehemann im Alter immer eifersüchtiger wird und man nirgens mehr alleine hingehen darf, dann ist das sehr belastend. Als Frau will man sich doch attraktiv fühlen; Kucken darf man.
Vollkommen richtig. Ist man mal vom Pferd gefallen muss man auch wieder aufsteigen. Es klingt natürlich viel leichter, als es in der Situation selbst dann ist. Auch ein Mädelsabend mit den besten Freundinnen kann ernorm helfen.