Ein Flirt beinhaltet keinerlei Versprechen: Entspannen Sie sich und haben Sie Spaß.
Letzte Woche habe ich für den Dreh einer neuen Folge des Single-TVs von Elitepartner.de eine junge Frau im Single-Coaching begleitet. Ihr Anliegen war es, mehr über ihr Flirtverhalten zu erfahren, wie Signale richtig gesandt und interpretiert werden.
In einer Übung zum Blickkontakt wurde ihr indes bewusst, wie schnell Kontakt entstehen kann. Damit kam bei ihr die Sorge auf, die Geschwindigkeit des Kennenlernens nicht mehr kontrollieren oder aus dem Flirt aussteigen zu können. Doch das sollte keinen Grund ausmachen, Kontakte zu vermeiden. Besser ist es, zu wissen, wie man Körpersprache gezielt einsetzen kann, um Einladungen aber eben auch Ausladungen deutlich "auszusprechen".
Das Schwierige am Flirt ist nicht der Anfang, sondern das Ende. Tatsächlich lassen sich vor allem Frauen oft nicht auf das kleine Abenteuer eines spontanen Flirts ein, weil sie das Gefühl haben, ab einem bestimmten Punkt nicht mehr aussteigen zu können. Männern kann es ebenfalls passieren, dass ihr Interesse für ihr Gegenüber während eines Flirts erlahmt, sie jedoch nicht wissen, wie sie dem Ganzen höflich ein Ende bereiten sollen. Schließlich ist es durchaus eine Art Spagat, dem anderen zu verstehen zu geben, dass man für eine Fortsetzung der Begegnung nicht genug Interesse hat, und dabei das eigene und das Gesicht des Gegenübers zu wahren. Aus diesem Grund ist es hilfreich, zu wissen, wie vor allem mit den Mitteln der Körpersprache das Tempo einer Begegnung bestimmt werden kann. Ich benutze dafür gerne die Begriffe "Gas geben" und "bremsen lernen", die mein Kollege Holger Lendt in dem Zusammenhang geprägt hat. Weil wir das als ein ganz entscheidendes Handwerkszeug beim Flirten ansehen, legen wir darauf in unserem Seminar Fit2Flirt viel Aufmerksamkeit.
Bitte vergessen Sie niemals: Ein Flirt beinhaltet keinerlei Versprechen. Wenn Sie sich mit jemandem eine halbe Stunde nett unterhalten oder einen Drink genommen haben, folgt daraus nicht automatisch, dass einer der Gesprächspartner ein Recht am anderen erworben hat. Richten Sie sich daher nicht nach dem Tempo oder den Erwartungen Ihres Gegenübers, schließlich hat jeder Mensch individuelle Maßstäbe, und Sie sollten sich vor allem an Ihren eigenen orientieren.
Die Distanz und das Annäherungstempo regeln sich überwiegend unbewusst durch unsere Körpersprache. Zum einen können Sie selbst auf solche Signale Ihres Gegenübers achten, um herauszufinden, wie es ihm mit dem Kontakt geht. Sie können aber auch ganz bewusst und gezielt Signale senden, um das Tempo zu regulieren.
Wer "Gas geben" möchte, der kann auf folgende Einladungen achten: freundliches Lächeln, viele Blicke in die Augen, eine offene Körperhaltung, körperliche Zugewandtheit, Kopf leicht schräg legen, Nesteln an der Kleidung, Spielen mit den Haaren, Verringern des Abstandes oder flüchtige Berührungen. Wer Paare beim Flirten beobachtet, kann genau diese Flirtsignale beobachten, weil sie bei einem harmonischen Flirt automatisch ablaufen. Bewusst eingesetzt, schaffen sie mehr Nähe.
Wer mehr Distanz herstellen möchte, sollte sich gegensätzlich verhalten. In einem Gespräch in die Luft oder auf den Boden zu schauen, signalisiert Desinteresse. Ebenso ausladend wirkt eine abweisenden Körperhaltung wie das Verschränken der Arme vor der Brust, Kopf nach hinten bewegen, Mimik und Gestik einfrieren lassen, den Abstand zum anderen vergrößern. Wortkargheit eignet sich zusätzlich, um einen Kontakt zu ermüden. Ihnen stehen sehr machtvolle Signale zur Verfügung – also nutzen Sie sie! Damit können Sie einen unerfreulichen Kontakt meistens schnell abkühlen und wieder den nötigen Abstand gewinnen. Falls solch eindeutige Signale aber immer noch nicht verstanden werden, der sollte den Korb konkret, möglichst charmant und ohne unnötige Verletzung aussprechen. Mit Worten wie: "Ich merke, du möchtest dich gern weiter unterhalten/das Gespräch vertiefen/mich mehr kennenlernen. Das ist nett, danke, aber ich möchte gerne den Abend allein verbringen/das Gespräch hier beenden/ das bis hier belassen." Wichtig ist dabei, eindeutig zu kommunizieren, dass heißt den Inhalt auf allen Ebenen (Stimme, Körpersprache und Inhalt) mit gleicher Bedeutung rüber zu bringen. Wer obigen Korb mit einem sehr charmanten Lächeln formuliert, wird gerne missverstanden.