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Fest der Liebe: Kleine Gesten öffnen Türen
Fest der Liebe: Kleine Gesten öffnen Türen (Kategorie: Partnersucheblog)
Was ist nur los mit unserer Mitmenschlichkeit? Oder sollte ich besser sagen: Nächstenliebe? Warum scheint es so, als ob viele einfach nicht mal nett und höflich sein können. Die Rechnung ist doch so einfach: Lächeln und freundlich sein kostet kein Geld, in den meisten Fällen bekommt man sogar mehr zurück.

Da sind sie wieder diese Tage. Grau in grau, kalt und regnerisch. Schwer beladen mit den Einkäufen, den Regenschirmen von Passanten auf dem Gehweg mit Müh’ und Not ausgewichen, betrete ich einen Lebensmittelladen und halte freundlich die Tür für meinen Nachfolger auf, ein nett aussehender Mann Ende Vierzig. Trotz Last und Umstände sage ich freundlich mit zugewandter Gestik „Bitte schön“. Was ernte ich? Nichts, kein Danke, keinen Blick. Taubstumm wirkt der Mann nicht, geistig verwirrt ebenfalls nicht. Ich sehe nicht wie ein Schreckgespenst aus, dass es ihm möglicherweise die Sprache verschlagen hat.
Ein Alltagsbeispiel von vielen. Kennt jeder. Ich finde solchen zwischenmenschlichen Umgang bedauerlich. Alle jammern, wie kalt unsere Gesellschaft geworden ist. Stimmt, ist sie auch! Woran liegt das denn in großen Teilen? Nein, nicht an der bösen Politik und an der fiesen Wirtschaftskrise. Es gibt zig gute Gründe, um diese Schuldzuweisungen als Erklärung heranzuziehen oder als Alibi, selber nicht nett sein zu müssen. Man ist zu gehetzt, um freundlich zu sein. Schuld ist natürlich das ausbeuterische Verhalten der Firma, für die man unentgeltlich Überstunden machen muss. Oder ebenfalls gern genommen: „…weil die anderen ja auch nicht besser und freundlicher sind. Warum sollte ich es dann sein?“

Warum? Weil es einem selber gut tut und Größe zeigt. Irgendwer muss doch anfangen. Wenigstens im Kleinen. Es gibt tausend Gründe, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, die negative Entwicklung auf die moralische Verflachung in unserer Gesellschaft zu schieben, auf die verloren gegangenen Tugenden, auf das gewaltfördernde Internet und die böse Aggressionsvermittlung im Fernsehen. Mag alles richtig sein. Ist aber doch aber kein Grund, es nicht selber besser zu machen. Vor der eigenen Tür, im nahen Umfeld, bei Nachbarn und Kollegen. Wann haben Sie das letzte Mal im Treppenhaus ein verbindlicheres Wort mit den Nachbarn gewechselt? Wann haben Sie das letzte Kompliment an eine Verkäuferin verteilt, die Ihnen im Weihnachtsstress nett gesonnen war? Oder wann hielten Sie das letzte Mal ein wenig geduldiger als sonst, den älteren Herrschaften die Tür im Warenhaus auf? Oder ließen jemanden in der Kassenschlagen vor, weil er deutlich weniger als Sie im Korb hatte?

Wer hier auf alle Fragen antwortet: „In den letzten zwei Wochen“ ist rehabilitiert. Nun steht das Fest der Liebe in wenigen Tagen an. Huhu, nein, nicht das Fest der großen und vielen Geschenke! Das Fest der Liebe heißt, den Liebsten Aufmerksamkeit und Zuwendung zu schenken. Das kann mit einem Geschenk zum Ausdruck gebracht werden. Aber man kann nicht mit einem riesigen Gabentisch ausgleichen, was man ein Jahr vernachlässigt hat. Ein Couponheft mit 10 Hilfen im Haushalt – einlösbar auch zur Sportschau oder zehn Mal nicht Meckern, wenn mal wieder die Zahnpastatube achtlos zerquetscht und nicht zugeschraubt auf dem Waschbeckenrand liegt.
Das Fest der Liebe sollte uns anregen, das Umfeld im nächsten Jahr ein bisschen wärmer zu gestalten. Und wenn es nur um ein oder zwei Grad ist. Wenn das jeder machen würde, dann hätten wir eine sensationelle zwischenmenschliche Erderwärmung. Und dies ganz umweltverträglich. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen besinnliche Festtage, die die Herzen berühren und in denen es Gelegenheit gibt für viele kleine nicht materielle Geschenke.

Zudem möchte mich auch zum Jahresende bedanken. Bei allen Lesern meines Blogs, den lebendigen Kommentarschreibern und meinen Kollegen aus der Redaktion, die Woche für Woche die Technik hinter diesen Zeilen bedienen. Ihnen allen friedliche Weihnachten!


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