Was die Kleidung über den Menschen aussagt.
Heute ist das Mode-Angebot so groß wie nie. Die Modediktatur ist einem riesigen, persönlichen Spielraum gewichen. Deshalb würde es ganze Bücher füllen, alle Möglichkeiten aufzuzählen, welche Kleidung zu welcher Gelegenheit passt.
Durch Kleidung bringen Sie nicht nur Ihre Stimmung, Ihr Lebensgefühl, Ihren Geschmack und Stil zum Ausdruck. Sie werden entsprechend Ihrer Aufmachung auch sofort kategorisiert und etikettiert.
Vom Kostüm zum Hawaiihemd
Nehmen wir das Beispiel Straße. Aus den 50er Jahren stammt folgendes Bild: Sie zeigt sich im Straßenkleid, das ein sportlich-elegantes Complet, ein Kostüm oder ein Kleid mit passendem Mantel sein kann. Er geht im Straßenanzug. Einem Universalkleidungsstück, das umso vielseitiger verwendbar und damit praktischer ist, je unauffälliger es in Farbe, Muster und Schnitt gehalten wird.
Dagegen eine Fußgängerzone 2008: Jeans in allen Farben, teils mit dekorativen Rissen. Ob darin eine Frau oder ein Mann steckt, ist oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Man erblickt kurze Hose, kurze knieumspielte Röcke, Parkas, Jogginganzüge, T-Shirts, Lederhosen und Hawaiihemden. Alles das gilt heute als normal. Zwar kann das bewusste Tragen falscher Kleidung in vielen Situationen als Provokation empfunden werden. Auf der Strasse müsste jemand aber schon nackt daherkommen, um zu provozieren.
Anderes Beispiel: Man geht ins Theater. Vor Jahren gab es noch ein einheitliches Bild: Die Herren erschienen dort im dunklen Anzug oder Smoking. Die Damen trugen ein festliches Abendkleid. Heute ist die Kleidung im Theater fast so bunt gemischt wie auf der Straße. Aber bestimmte gesellschaftliche Veranstaltungen sind mit festgelegten Vorstellungen darüber verbunden, welche Kleidung zu welcher Gelegenheit zu tragen ist.
Alle offiziellen Bekleidungsvorschriften beziehen sich nur auf die Herrenbekleidung. Offenbar ging und geht man davon aus, dass die Dame dann schon das Entsprechende anzuziehen weiß.