Das erste Date: Sara und Marco sind sich vor wenigen Stunden zum ersten Mal begegnet. Es knistert gewaltig, man könnte fast sagen: Sex liegt in der Luft.
Der Blitz hat eingeschlagen. Jetzt gilt: Schutz vorm Gewitter suchen und abwarten – oder es hautnah erleben und sich emotionalen Gefahren aussetzen.
"Donnerwetter, gehst du ran!"
"Ich gebe mich gerne dem Moment hin.", erzählt uns Nike (33). Sie ist eine attraktive, selbstbewusste und offene Frau, der es leicht fällt, neue Menschen kennenzulernen. "Ich lasse mich schnell begeistern, von Ideen, von Situationen und eben auch von Männern." So kommt es vor, dass sie im Rausch einer Partynacht mit einem Unbekannten schläft. "Da ist vielleicht ein bisschen Alkohol im Spiel, wir flirten, wir finden uns toll – und dann passiert es einfach."
Mehr als nur einen Kuss
Ihre Freundin Sibylle (41) kann sich nicht vorstellen, sich einem fremden Mann so schnell zu öffnen: "Nike lässt es ganz schön krachen. Ich gebe mich nicht so ohne Weiteres her, schon gar nicht beim ersten Date." Nike sagt: "Ich habe nie das Gefühl, dass ich mich mit Sex 'verschenke'. Ich lebe einfach meine Bedürfnisse." Laut unserer Umfrage ist diese Sichtweise eher selten: Nur fünf Prozent der Frauen würden mehr als einen Kuss zulassen, bei den Männern sind es zehn Prozent.
Währung Sex
Erziehung und Erfahrungen prägen den Umgang mit der eigenen Sexualität. Besonders Frauen neigen dazu, eine Liebesstrategie zu entwickeln ? und hegen die Vorstellung von Sex als Währung. "Ich möchte, dass der Mann mich schätzt. Wenn ich mich schnell hingebe, finde ich das billig. Und ich bin davon überzeugt, dass das Interesse des Mannes sinkt.", sagt Sibylle. Nike kann das nicht bestätigen: "Meine langjährigen Beziehungen begannen alle intim und spontan. Ich finde es falsch, mich zu zieren und taktierend in eine Beziehung zu starten." Diplom-Psychologin Lisa Fischbach sagt: "Frauen sollten sich weder in die eine noch in die andere Ausrichtung künstliche Grenzen setzen. Folgen Sie einfach Ihrem Gefühl und bleiben Sie sich selbst treu. Lassen Sie sich nicht zu mehr hinreißen, als Sie wirklich wollen. Wichtig: Wenn Sie sich für Sex beim ersten Date entscheiden, sollten Sie diesen Akt nicht als Auftakt für eine Beziehung werten. Möglicherweise gibt es kein Wiedersehen." Die körperliche Liebe ist auch kein Vorschuss für tiefe Gefühle. "Schneller Sex bindet nicht, eine Beziehung entsteht in jedem Fall erst langsam über intensives Kennenlernen.", konstatiert Lisa Fischbach.
Wer das Laken teilt, teilt nicht automatisch die Erwartungen
Zurück zu Sara und Marco: Sara ist heute Abend etwas unvernünftig, sie hat ein Glas Sekt zuviel getrunken. "Was soll's", denkt sie: Sie ist frisch getrennt und genießt den Augenblick, die Aufmerksamkeit, die Bestätigung. Was sie nicht weiß: Marco ist seit drei Jahren Single und hat gerade eine herbe Enttäuschung erlebt: Ein hoffnungsvoller Kontakt zu einer Frau hat sich nicht vertieft. Dabei wünscht er sich endlich wieder eine Beziehung. Er ist Sex nicht abgeneigt, sie forciert ihn. Die beiden werden in dieser Nacht das Laken teilen. Doch die Erwartungen teilen sie nicht. Sara wird noch aus Marcos Leben verschwinden, bevor er am nächsten Morgen aufwacht. Eine weitere Enttäuschung. "Sich körperlich einzulassen, findet für viele auch auf emotionaler Ebene statt. Wer sich einem anderen Menschen intim offenbart, macht sich verletzbarer." Können Sie einen One Night Stand vor sich selbst vertreten und den Augenblick genießen, dürfen Sie sich von Ihren Gefühlen treiben lassen. Steht der Wunsch nach einer Beziehung im Vordergrund, schadet es jedoch nicht, einen Gang zurückzuschalten und einander etwas langsamer näher zu kommen.
Diese Artikel können Sie auch interessieren:
>> Test: Habe ich Sex-Appeal?
>> Lust auf einen Kaffee? Wie Frau zum Date garantiert Ja sagt
>> Nackte Tatsachen
>> Fatale Nebenwirkungen
>> Erster Sex: Wie entledigt Mann sich galant seiner Socken?