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Eine Frau – wie meine Mutter
Eine Frau – wie meine Mutter (Kategorie: Partnersucheblog)
Unser Empfinden für die Attraktivität potenzieller Sexualpartner ist zu einem großen Teil angeboren.

Letzte Woche war ich mit einer Kollegin Sabine abends aus: Erst in einer Bar, dann tanzen. Da sie Single ist, kamen wir irgendwann auf die Frage zu sprechen, welche Männertypen sie gut findet. Sie zeigte mir ein paar Männer ihres Geschmacks.

Interessant, die waren sich alle äußerlich nicht unähnlich. Da fiel mir ein, dass die beiden Ex-Freunde, die ich von ihr kannte, auch eher in die Kategorie "dunkler Typ" fielen.

Warum haben manche Männer nur Interesse an blauäugigen, blonden, schlanken Frauen und Frauen wie Sabine ein Faible für Männer, die auch in Italien als Landsleute durchgehen könnten? Laut Psychologie Heute und Erkenntnissen vieler Studien ist unser Empfinden für die Attraktivität von Gesichtern potenzieller Sexualpartner zu einem großen Teil angeboren. Aber eben nur zu einem Teil. Ob wir es hören wollen oder nicht, die Präferenz bei der Partnerwahl ist offenbar auch vom gegengeschlechtlichen Elternteil geprägt, wie das Team um David Perrett von der Universität St. Andrews herausfand: Bei Männern war die Augenfarbe der Mutter und bei Frauen die Augenfarbe des Vaters der beste Anhaltspunkt, um die Augenfarbe des jeweiligen Lebensgefährten vorherzusagen. Auch für das Bevorzugen von blond, rot, schwarz oder brünett gilt der elterliche Einfluss. Für die Vorlieben der Männer ist nur Mutters Haarfarbe entscheidend, für Frauen ist das Haarkleid beider Eltern prägend.

Bezüglich des Alters konnte der Psychologe David Perrett eine weitere These bestätigen: Demnach findet man Personen attraktiv, die etwa so alt aussehen wie die Eltern zur Zeit der eigenen Kindheit, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society (7. Mai 2002). Die Erklärung für diese schicksalhaften Bestimmungen ist natürlich wieder in einer evolutionären Funktion gefunden: "Die Vorliebe für Gesichter, die denen der eigenen Eltern ähneln, dient wohl dazu, einen genetisch ähnlichen Partner auszuwählen," so David Perrett.

Na, da sind wir ja erleichtert, wenn unser rigides Beuteschema, was uns bei der Suche nach der Liebe immer wieder ein Schnippchen schlägt, nun eine wissenschaftliche Legitimation erhält. Ist doch leichter als zu hinterfragen, warum es einigen nicht gelingt, über den Tellerrand zu schauen und warum es unbedingt eine blonde Mähne sein muss. Bereits Freud spekulierte, dass man sich eher in Personen verliebt, die den eigenen Eltern ähnlich sehen. Und was ist mit denjenigen, die ganz anders wählen, vielleicht sogar ganz konträr? Die haben sich offensichtlich von den Eltern erfolgreich abgenabelt, bewusst ihre familiäre Prägung überwunden oder lassen sich mehr vom zweiten Blick und den inneren Werten faszinieren. Interessant diese Forschungen, aber auch amüsant. Dennoch ein guter Anlass, sein eigenes Beuteschema zu hinterfragen, vor allem wenn es sich immer wieder ganz schön dominant in den Vordergrund drängt und den Weg verstellt…


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4 Antworten zu “Eine Frau – wie meine Mutter”

  • HilmarBettenha sagt:

    SUPER! Kann ich nur bestätigen!

  • UteMariaKell sagt:

    Bin nicht ganz einverstanden. Habe mich jetzt in einen Mann verliebt, der zu allem total konträr ist, lediglich, das mit der Augenfarbe stimmt (habe aber festgestellt, dass die blaue Augenfarbe generell überwiegt – hätte lieber einen dunkeläugigen Partner, da ich selbst dunkeläugig bin).

  • karin sagt:

    Eine sehr interessante These. Die in meinem Fall wirklich zu trifft.

  • Anneliese sagt:

    Als Frau, die Ihren Seelenpartner sucht, zählt zuerst die Stimme + die Wortwahl, dann das Gesicht, Zähne und Hände.

    – Augenform und Augenfarbe – sind eigentlich nicht so wichtig, jedoch sollte mein Traummann "sparkling" eyes haben, funkelnde, neugierige Augen, einen lächelnden bis lausbubenhaften, aber auch milden Blick.