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Kategorie | Liebesfilme


DVD-Tipp und Interview: All Inclusive
DVD-Tipp und Interview: All Inclusive (Kategorie: Liebesfilme)
Missverständisse, krampfige Versöhnungsrunden, delikate Sündenfälle...

Klares Wasser, weißer Sandstrand und Palmen in der Sonne. Angelockt vom exotischen Luxus Bora Boras begleiten drei Pärchen ein befreundetes Paar ins tropische Schlaraffenland und Urlaubsresort mit dem bezeichnenden Namen Eden.

Dass dort allerdings keineswegs nur Erholung, sondern auch ungewollte Eheberatung auf sie wartet, wird ihnen leider erst viel zu spät klar. So gibt es anstelle von Jetski, Sonnenbad und Cocktails reihenweise Paarübungen, Konflikttherapie und Sex-Tipps – und wer nach Beziehungsproblemen sucht, der findet sie wohl auch…

Mit der Knaller-Comedy All Inclusive schickt Hauptdarsteller und Ideengeber Vince Vaughn ein komödienerprobten Star-Ensemble um Jason Bateman, Kristen Bell, Kristin Davis, Jon Favreau & Jean Reno in einen vermeintlichen Traumurlaub – gespickt mit heiklen Missverständnissen, verkrampften Versöhnungsrunden und delikaten Sündenfällen.

Interview: “All Inclusive – Paartherapie im Urlaub. Ein sinnvolles Konzept?”

Im Film All Inclusive machen einige Paare Urlaub in einem tropischen Ferienparadies. Mit inbegriffen ist eine Paartherapie. Die Psycho- und Paartherapeutin Regina Broszeit verrät im Interview, ob dies ein nachahmenswertes Konzept ist.

Ist die Paartherapie unter Palmen eine Idee mit Zukunft? Einige der Paare machen diese Therapie nicht freiwillig.

Eine Therapie zielt auf Entwicklung und Veränderung ab, die vom Patient, bzw. Klient bestimmt wird. Der Klient bestimmt also, woran er arbeiten möchte, deshalb ist ohne Auftragsklärung keine Therapie möglich, obwohl sich der Auftrag auch im Laufe der Therapie verändern kann, das ist ein Bestandteil des Prozesses. Aber eine Therapie kann nicht zwangsweise und unfreiwillig auferlegt werden. Natürlich muss ich als Therapeut auch überprüfen, ob ich diesen Auftrag annehmen kann.

Also funktioniert eine Paartherapie nur auf freiwilliger Basis?

Es kommt durchaus vor, dass z.B. Frauen ihre Partner dazu verpflichten möchten, zur Therapie mit zu kommen. Die Vorbehalte der ?mitgebrachten Männer? lösen sich meist dann auf, wenn ich als Therapeut dafür sorge, dass ein Rahmen entsteht, indem beide sich öffnen können. Dies berücksichtigt die Sichtweise des einen ebenso wie die des anderen, auch wenn diese sich auf ein und das gleiche Problem im Erleben ganz unterschiedlich darstellen kann.

Einige Paare machen die Therapie unfreiwillig. Ihnen werden die Probleme mehr oder weniger eingeredet. Gibt es einen solchen Trend? Immerhin gibt es immer mehr Therapeuten, Coaches, Ratgeber-Bücher. Oder haben Paare heute mehr Probleme als früher?

Früher waren Partnerschaften durch eine eher ökonomische Notwendigkeit geprägt, es gab andere Werte mit festgeschriebenen Rollen, Zuständigkeiten und Verhaltensmustern. Da war der Mann der Ernährer und sorgte für den Lebensunterhalt, während die Frau sich um die Kindererziehung kümmerte. Heute sind wachsende Ansprüche und die Neugestaltung gleichberechtigter Partnerschaften ein Balanceakt zwischen verschiedenen Rollen und Aufgaben und den Bedürfnissen, Ansprüchen und Erwartungen der Partner. Dazu braucht es natürlich auch immer wieder gute Formen der Kommunikation und Kooperation. Absprachen und gegenseitige Wertschätzung sind wichtige Basics, die zum Gelingen beitragen. Diese Situationen sind komplexer und konfliktgeladener und erfordern deshalb auch mehr Kompetenzen und Ressourcen von jedem einzelnen und auch vom Paar gemeinsam.

Einige der Therapeuten werden im Film etwas überzogen dargestellt. Auf was sollte ein Paar achten, das sich professionelle Hilfe sucht?

Neben dem oft erstmals intuitiven und bedeutendem “Bauchgefühl” ist es auch wichtig, im Gespräch mit dem Therapeuten zu überprüfen, ob ich mich dabei ernst genommen und respektiert fühle. Habe ich den Eindruck, mich mit meiner  Problematik verstanden und auch erkannt zu fühlen? Auch das subjektive Ermessen ist ein Kriterium, inwieweit erscheint mir der Therapeut mit seiner Einschätzung kompetent. Es ist durchaus legitim und richtig, sich verschiedene Therapeuten anzusehen, bevor man sich entscheidet. Bei der ersten Suche helfen verschiedene Dienste, wie beispielsweise der Psychotherapie-Informationsdienst (PID) oder auch andere Beratungsstellen, bei denen man sich informieren kann.

Das Alltagsleben ist tatsächlich sehr stressig. Familie, Beruf, von allen Seiten werden Anforderungen an das Paar gestellt. Wie können die Partner sich dagegen wappnen und trotz Alltagsstress miteinander glücklich sein?

Eine Beziehung kann eine Quelle sein, aus der ich Kraft und Energie schöpfe, dennoch ist der Weg dahin durchaus eine Herausforderung, indem es Aufgaben zu meistern gilt. Eine Beziehung ist mit einem Garten vergleichbar, ich kann ihn eine Weile sich selbst überlassen, auch wenn ich nicht jeden Tag gieße und mich nicht immer darum kümmere, gedeiht er auch noch eine Weile ohne meine Pflege. Mit der Zeit allerdings zeigt sich, ob ich genügend gegossen, gelegentlich gedüngt, Unkraut gejätet, Sträucher zurückgeschnitten habe und auch, was ich geerntet habe. Um aus der Quelle zu schöpfen braucht es neben der Bewusstheit, Achtsamkeit, Bereitschaft zur Entwicklung und Auseinandersetzung vor allem auch die Überzeugung, dass Krisen wesentliche Bestandteile notwendiger Entwicklungsschritte sind und nicht die Quittung für falsch gelebtes Leben. Indem ich durch die Täler der Krisen und Herausforderungen wandere, entdecke ich auch die Quelle, die mir Kraft gibt und Vertrauen stärken kann.

Sehr geehrte Frau Broszeit, wir danken Ihnen für das Interview!


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