Der letzte Teil von Birgits Liebesgeschichte...
Hier nun der dritte und letzte Teil der Exklusivgeschichte von Birgit:
Eine andere Geschichte: Er kam im April 2006, nachdem wir uns drei Monate nicht gesehen hatten, wegen der ganzen besch… Lügen mal wieder nur für geplante drei Tage.
Am 2. Tag bekam er allerdings einen Anruf, wurde ganz nervös und meinte, er müsse dringend zu einem Hotspot fahren, wo er dann Internetanschluss hätte und fuhr in Köln zum Flughafenhotel. 20 Minuten später erreichte mich eine E-Mail von ihm. Es war eine weitergeleitete E-Mail von seiner Chefin, die ihn um sofortige Rückkehr in die USA bat. Ich dachte, hier stimmt doch was nicht. Ich sah, dass er in der weitergeleiteten Mail rumgeschrieben hatte, weil Änderungen in der Mail immer blau erscheinen, die reine weitergeleitete Mail aber eigentlich schwarze Schrift hat. Also wieder eine Lüge…
Er fuhr dann also ab, aber als ich ihn am nächsten Tag mal wieder testen wollte (er hätte seit einer Stunde im Flieger nach New York sitzen müssen), ging der Rufton ganz normal durch. Danach hat er das Handy ausgeschaltet.
Ich bekam dann eine SMS am nächsten Tag: Ja, sein Handy hätte im Flieger geklingelt und alle Leute und die Stewardess hätten ihn ganz böse angeschaut… Ist das jetzt unglaublich oder unglaublich? Wie dreist kann ein Mensch sein?
An seinem Geburtstag war er im letzten Jahr auch nicht erreichbar. Er rief mich am Tag vorher an, angeblich aus Tokio…(Unserer Zeit sieben Stunden voraus) mit den Worten: 'Ich kann nicht schlafen, ich vermisse dich so sehr', um dann nach 20 Minuten hektisch aufzuhören und zu sagen: 'Du, gleich kommt mein Taxi zum Flughafen.' (Leider etwas unlogisch). Na ja, nachdem er aufgelegt hatte, habe ich sofort noch einmal angerufen, um zu testen, ob er vielleicht aus Deutschland angerufen hatte, aber sein Handy blieb für die nächsten 48 Stunden aus.
Dann folgte eine E-Mail: Ja, er hätte quasi zwei Tage lang Geburtstag gehabt. Er sei zunächst nach Osaka geflogen (von Tokio aus – ein Scherz, wenn man sich die Entfernung anschaut), dann nach San Francisco (was die normale Flugroute von Tokio ist) und dann nach New York. Er sei jetzt total kaputt und würde schlafen gehen…
Ich hatte das Gefühl, dass er mit seiner Frau an diesem Wochenende einen der gemeinsamen Marathonläufe gemacht hatte und in Deutschland war und die ganze Story mit Tokyo mal wieder eine große Lüge gewesen ist… (Richtig ist, dass er in Tokyo war, aber eben statt nach Osaka nach Frankfurt geflogen ist.) Das Internet ist ja so hilfreich: Auf der Website vom Hamburg-Marathon erschienen dann auch sein Name und der seiner Frau!!! Er hat im Nachhinein auch das zugegeben.
Es gäbe bestimmt noch mindestens 20 weitere Geschichten zu erzählen, aber ich denke, das Ganze wird auch so deutlich genug…
Nachdem dann im Juli 2007 Schluss war, hat er bestimmt noch zehn Mal versucht, Kontakt aufzunehmen. E-Mails, Fotos, SMS, Weihnachts-SMS, Silvester eine 'Happy New Year-SMS' um exakt 00:01! Valentinstag-SMS: 'Liebe Birgit, ich wünsche Dir alles Liebe! Till' Danach hat er mir noch einen Kalender geschickt (vor ein paar Wochen) mit Fotos, die er gemacht hat.
Dazu ist vielleicht noch zu sagen, dass er sich sozusagen in mein Herz fotografiert hat… Er hat mir von Anfang an immer Fotoserien aus den USA geschickt (er ist ein toller Fotograf!) und so mit meinen Sehnsüchten gespielt, sie geweckt, mich neidisch machen wollen und mich vermeintlich an seinem Leben teilhaben lassen wollen (wie wahrscheinlich auch etliche andere Frauen…). Überhaupt werden sich manche Leserinnen und Leser vielleicht fragen, warum ich das alles so lange mitgemacht habe. Dazu kann ich nur sagen, einerseits war ich vor Liebe im wahrsten Sinne des Wortes blind. Zwischendurch hat Till mir immer wieder den Himmel auf Erden versprochen und mir als Liebhaber und als Mann viel gegeben. Das hat mich dann für eine Weile versöhnt.
Außerdem hat er hat es verstanden, mich bei allen den Lügen so hinzustellen, als ob ich ihm Unrecht täte, weil ich ihm nicht vertrauen konnte. Auf mein Misstrauen hat er meist ganz aggressiv reagiert. Er hat einfach mit mir gespielt wie es schlimmer nicht ging!"
Nach vielen intensiven Gesprächen mit mir schließt Birgit sich am Ende meiner Meinung an: Till ist im Grunde ein Mensch mit einer vollkommen gestörten Psyche. Welche Motive er auch immer für seine Handlungen haben mag: Birgit wird sich nicht länger in seine Lügenwelt hineinziehen lassen. Für sie ist es endlich Zeit, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren.
Meine Einschätzung zu dieser Geschichte:
Wenn ein Mensch den Wunsch hat, einen neuen Partner zu finden und nicht weiß, wie und wo er jemanden kennenlernen kann, würde ich ihm immer dazu raten, es ruhig mal über eine Kontaktanzeige zu versuchen. Das Internet ist sicher ein Medium, mit dem dies einfach, schnell und kostenlos möglich ist. Doch durch die große Anonymität und den unüberschaubaren "Markt" solcher Partnerbörsen, birgt das Internet hier auch gewisse Gefahren.
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Birgit nicht Tills einziges "Opfer" war, sondern dass er seine Spielchen auch mit weiteren Frauen – in Deutschland oder anderswo – getrieben hat. Sicher ist jedenfalls, dass er seine Ehefrau hintergangen hat, die von all dem überhaupt nichts ahnte.
Ich hatte einmal einen Mann in der Praxis, der mir stolz erzählte, er habe in den letzten Jahren mit sage und schreibe 78 (!) Frauen irgendwelche Bettgeschichten gehabt – und alle hatte er über das Internet kennengelernt.
Frauen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie Birgit, rate ich:
- Wenn Sie Ihren Partner über das Internet kennenlernen, achten Sie darauf, bald auch dem Freundeskreis vorgestellt zu werden. Das Umfeld eines Menschen sagt viel über seinen Charakter aus. Sie werden dann schnell einschätzen können, ob Ihr Gegenüber der Mensch ist, als der er sich darstellt.
- Wer es Ernst mit Ihnen meint, wird Ihnen nach einiger Zeit auch einen gewissen Einblick in sein berufliches Umfeld gewähren und Ihnen beispielsweise ein paar Arbeitskollegen und -kolleginnen vorstellen. Auch dies ist eine Möglichkeit zu erkennen, ob jemand ein falsches Spiel mit Ihnen treibt oder nicht.