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“Du bist doch meine große Liebe” – Teil 1
“Du bist doch meine große Liebe” – Teil 1 (Kategorie: Liebeskummerblog)
Exklusiv aus der Liebeskummerpraxis: Birgit erzählt ihre Geschichte.

Exklusiv für die ElitePartner-Leser: Im Januar gibt es eine noch nicht veröffentlichte Geschichte aus der Liebeskummerpraxis – aufgeteilt in drei Episoden. Diese Geschichte hat mich sehr berührt, da sie sich als "Never-Ending-Story" entwickelte.

Die betroffene Dame war über ein Jahr meine Klientin bis sie diese Internetliebe einigermaßen in den Griff bekam.

Hier nun der erste Teil:

"Du bist doch meine große Liebe" – Birgits Geschichte

Als ich Birgit kennenlerne, ist sie gerade durchs Examen in Medizin gefallen, weil sie aus lauter Verzweiflung und Liebeskummer nicht in der Lage war, sich ausreichend darauf vorzubereiten. Vor einigen Monaten hatte sie Till kennengelernt – und zwar in einer Partnerbörse im Internet. Ich habe Birgit gebeten, ihre Geschichte aus dem Rückblick selbst noch einmal zu schildern:

"Ab Ende September 2005 hatten wir über eine Partnerbörse im Internet Kontakt miteinander. In seinem Profil stand getrennt lebend, Wohnort: Massachusetts/USA. In den ersten Mails erzählte er mir, dass er nach mehrjähriger Beziehung seine damalige Freundin 2002 geheiratet hatte, aber dass die Ehe schon nach sechs Monaten quasi gescheitert sei. Sie habe aber auf den Vorschlag einer Trennung gedroht, sich etwas anzutun und er war daher dankbar für das Jobangebot in den USA, wohin er ab Herbst 2003 zog, aber weiter verheiratet blieb.

Angeblich habe sie ihn dort niemals besucht. Bevor ich ihn Anfang Dezember 2003 zum ersten Mal traf, habe ich über Google ein wenig 'recherchieren' wollen, weil er mir erzählte, dass er damals DDR-Meister im Marathon gewesen war. Da tauchte im Internet auch sofort ein Foto auf, das ihn Arm in Arm nach einem Marathonlauf in den Rocky Mountains mit seiner Frau zeigte. Darauf angesprochen antwortete er nur: 'Ja, das war das EINZIGE Mal, dass sie da war. Ich war damals einverstanden, um sie zu trösten, weil ich mich sich schuldig fühlte, dass es mit der Ehe nicht hingehauen hat…'

Am 1.12.2003 war dann das erste Treffen. Er kam an mit einer vorgedruckten Karte, auf der stand: "Die Person, die ich für Dich sein möchte…", unterschrieben mit "I am looking forward a wonderful life together with you. I love you so much!!!" – Große Worte für ein erstes Date, nicht wahr? Er blieb zwei Tage und hatte dann geschäftlich in Süddeutschland zu tun. Danach wollte er noch einmal kommen. In den nächsten Tagen war er schon kaum telefonisch erreichbar. Es kam dann Weihnachten und er meldete sich erst am 2. Weihnachtsfeiertag. Silvester hörte ich auch nur per SMS von ihm. Dann flog er wieder in die USA.

Für April 2006 planten wir einen Urlaub auf Hiddensee. Vorher gab es ein Riesentheater, wie lange wir bleiben wollten, alles war sehr kompliziert. Er erzählte mir, er wäre vorher in Stockholm und erst hieß es, ich sollte ihn am Flughafen Hamburg abholen. Dann sagte er allerdings, er würde in Berlin landen, da der Flug in Hamburg erst am Nachmittag ankäme und wir dann schon einen Urlaubstag verlieren würden. Er wollte sich dann von Berlin nach Hamburg einen Mietwagen nehmen.

Da wurde ich misstrauisch, habe recherchiert und herausgefunden: Es ging an dem Tag gar kein Direktflug von Stockholm nach Berlin, nur via Kopenhagen. Er hatte aber gesagt er würde direkt fliegen. Als ich ihn dann in Hamburg abholte, erzählte er dann auch ganz dreist, wie windig es im Flieger gewesen wäre, wie schlecht das Rührei war und so weiter.

Die Woche auf Hiddensee war schrecklich. Er wollte jeden Morgen Brötchen holen gehen, obwohl es einen spitzenmäßigen Brötchenservice in der Appartmentanlage gab, wo superleckere Brötchen direkt vor die Tür gelegt wurden. Heute weiß ich: Klar, er musste ja telefonieren, mit seiner Frau und vielleicht auch noch mit anderen Frauen… Er verschwand auch dauernd ins Bad, vermutlich mit Handy, um SMS zu schreiben.

Nach dem Urlaub brachte ich ihn zu Flughafen. Ich sollte ihn aber nur kurz rauslassen, er wollte alleine reingehen. Auf einmal hasste er lange Abschiede. Da wurde ich noch misstrauischer, mal ganz davon abgesehen, wie verletzt ich war. Ich rief in Berlin an, ob doch auf irgendeinem Flughafen ein Flieger an dem Samstag zuvor von Stockholm direkt gelandet sei, was verneint wurde. Daraufhin rief ich Till auf dem Handy an und erzählte ihm, was ich wusste. Natürlich warf er mir vor, ich würde ihm hinterherspionieren, so etwas fände er unglaublich. Er könne mir das Ticket/die Bordkarte gerne senden. Das tat er dann später auch – nur dass ihm dabei ein peinlicher Fehler unterlief. Denn statt des korrekten Flughafen-Kürzels TXL für Berlin-Tegel steht dort TGL. Meine beste Freundin hat mal als Stewardess gearbeitet, sie hat sofort gesehen, dass die Bordkarte offensichtlich gefälscht war.


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