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Die Liebeskummer-Phasen, Teil 2
Die Liebeskummer-Phasen, Teil 2 (Kategorie: Liebeskummerblog)
Noch zwei Phasen, dann haben Sie ihn erlegt: Den Schweinehund Liebeskummer.

Diese Woche nun die Fortsetzung der Liebeskummer-Phasen. Letzte Woche schilderte ich die ersten drei Phasen. Hier nun Phase vier und Phase 5 der unterschiedlichen Stufen bei Liebeskummer. Ich zitiere hier meine österreichische Kollegin Frau Dr. Gerti Senger, die zu dem Thema promoviert hat.

Phase 4: Sie müssen sich eingestehen: Es ist vorbei!

Jetzt können Sie nicht mehr anders: Sie müssen sich eingeste­hen, dass alle Bemühungen, die Liebe zu retten, gescheitert sind. In dieser Phase der Regression, in der das Bett vielleicht Ihre einzige Zuflucht ist, werden die wirklichen Gründe für die Tren­nung meistens noch nicht wahrgenommen.
Erinnern Sie sich? Haben Sie nicht auch eine Zeit lang ge­dacht: "Hätte ich nur das und das gemacht oder das und das ge­lassen – dann wäre alles anders gekommen"? Sie haben sich mit Selbstvorwürfen und Schuldzuweisungen gequält oder eine dritte Person gefunden, die Sie für das Scheitern der Beziehung verantwortlich gemacht haben.
Im schlimmsten Stadium, in dem Essen, Trinken, Schlafen und Arbeiten oft nicht mehr funktionieren, ist der Gedanke an Selbstmord für viele ein ständiger Begleiter. Aber: Dieser "Höl­lentrip des Liebeskummers", wie Gerti Senger es nennt, bietet eines Tages die Chance auf Wachstum und Bereicherung. Ausge­rechnet dieses seelische Tief löst nicht selten eine schöpferische Phase aus, die von ungeahnter Kreativität und einer intensiven Schaffensperiode gekennzeichnet ist. Und das war nicht etwa nur bei so weltbekannten Künstlern wie Goethe oder Picasso zu beobachten, sondern wird auch Ihnen widerfahren. Auch wenn Sie das im Moment noch nicht glauben können – freuen Sie sich darauf!

Phase 5: Sie akzeptieren das Geschehene

In dieser Phase akzeptieren Sie zwar, dass die Liebe vorbei ist, aber das heißt noch lange nicht, dass Sie nicht mehr traurig sind. Im Gegenteil. Die wirkliche Trauerarbeit geht jetzt erst richtig los. Ihre Gedanken kreisen fast ununterbrochen um den verlore­nen Partner. Depressionen und Weinkrämpfe sind noch immer an der Tagesordnung. Sie haben das Bedürfnis, all jene Plätze auf­zusuchen, an denen Sie mit dem Verflossenen waren. Mehr noch: In Ihrem Sozialverhalten sind Sie unberechenbar, ziehen sich heute von allem und jedem zurück, um morgen überall in der ers­ten Reihe mitzumischen. All das ist Ausdruck Ihres – meist noch unbewussten – Bemühens, sich einen neuen Platz in Ihrem Um­feld zu erobern, eine neue, eigene Identität zu finden. Weg vom "Wir" – hin zum "Ich".

Sie kapseln sich nicht mehr ab, sondern suchen immer häufi­ger den Kontakt und das Gespräch mit Freunden oder Angehöri­gen. Mitunter werden erste sexuelle Abenteuer eingegangen, die allerdings fast nie bereits die Basis für eine neue stabile Bezie­hung sind. Erst in diesem Prozess der Akzeptanz des endgültigen Verlustes beginnt die Loslösung von dem einst geliebten Partner. Die vielschichtigen Gründe für das Scheitern der Beziehung werden nun behutsam zur Kenntnis genommen. Der erste vor­sichtige Schritt in Richtung eines späteren neuen Glücks ist da­mit getan.
Aber: Es gibt keine allgemein gültige Norm, in welchem zeit­lichen Rahmen sich diese Phasen zu vollziehen haben. Das hängt nicht nur vom Gefühlshaushalt des Betroffenen und von seinem Geschlecht, sondern auch von der Länge der Beziehung ab. Eine Faustregel aus der Liebeskummer-Praxis lautet: Wurde die Part­nerschaft nach sechs oder mehr Jahren beendet, leiden Frauen durchschnittlich bis zu drei Jahre lang an Liebeskummer, Män­ner dagegen nur rund 18 Monate.


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