Endlich Urlaub, raus aus der Alltagshölle - kein Wunder, dass wir dabei oft der Hormonhaushalt ins Schwanken gerät.
Wir freuen uns auf ihn: Auf den wohlverdienten Urlaub. Besonders im Frühjahr und im Sommer reisen zahllose Singles an tolle Orte. Und am sonnigen Strand gelingen Flirts sehr häufig – was Vor- und Nachteile hat.
Bekanntlich ist Vorfreude immer noch die schönste Freude. Das zeigt sich vor allem beim Thema Urlaub. Schon ein Blick in den Reisekatalog vermag die Glückshormone im Gehirn sprudeln zu lassen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: In die Urlaubswochen projizieren wir Wünsche hinein, auch emotional bewegende Erfahrungen, die wir vielleicht Jahre zuvor gemacht haben. Vielleicht erinnern wir uns dabei auch an den einen oder anderen Urlaubsflirt.
Tatsächlich gehören die Themen Urlaub und Flirt meistens zusammen. Daran sind wir, und das ist uns im Prinzip auch bewusst, maßgeblich selbst beteiligt. Schon auf dem Weg zum Flughafenterminal geraten wir in eine euphorische Stimmung, ein Gefühl von Freiheit entsteht. Wir lassen den Alltagswahnsinn endlich hinter uns. Wir sind guter Dinge.
Dies hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Beurteilung unseres sozialen Umfeldes. Am Urlaubsort angekommen, gibt es viel zu entdecken. Die neuen Umweltreize bringen unser Gehirn auf eine hohe „Drehzahl.“ Denn es gilt – sinngemäß – die neurobiologische Erkenntnis: „Unser Gehirn freut sich, wenn es etwas Neues zu entdecken gibt“.
Mit dieser gehörigen Portion Euphorie im Rücken kommen wir auch leichter mit anderen Urlaubern bzw. Einheimischen in Kontakt. Dabei überschätzen wir gewissermaßen (wie unromantisch) die entsprechenden zwischenmenschlichen Begegnungen. Daher kommt es, dass sich viele weibliche und männliche Singles recht schnell in einen anziehenden Vertreter des anderen Geschlechts „vergucken“. Kommt man sich auch noch körperlich näher, kann das den Hormonhaushalt regelrecht dauerhaft durcheinander bringen.
Erfahrungsgemäß halten die beiden „frisch Verliebten“ dann auch nach dem Urlaub Kontakt; meistens liegen die Wohnorte zu Hause nicht gerade nah beieinander. Das kann schon Komplikationen geben, zumal Fernbeziehungen nicht jedermanns Angelegenheit sind.
Aus den genannten Gründen sollte man den Urlaubsflirt als das sehen, was er in der Regel ist: Ein netter Zeitvertreib. Es muss klar, sein, dass man den Anderen in einer Ausnahmesituation kennenlernt, die dazu führt, dass lediglich wenige (sozial erwünschte) Charaktereigenschaften zum Vorschein kommen. Im Alltag kann die Sache dann schon wieder ganz anders aussehen.